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Pfalzarena
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"Pfalzarena"
Stadtrat kippt
Pfalzarena-Projekt
Das von der FDP initiierte, von SPD und Grünen mit getragene und von
über 70% der
Bürger aller Parteien in Kaiserslautern unterstützte
Bürgerbegehren hat letztendlich maßgeblich zur Verhinderung der
Pfalzarena beigetragen.
Wir danken allen, die uns
unterstützt haben.
12.07.2004, FDP Kaiserslautern |
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¸¸Wer zu viel fürchtet..."
Den Teufel an die Wand gemalt
Es war
das Wort der Woche: ¸¸Fürchtemacherei." Wortschöpfer des selbigen
war der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Schermer, der im Stadtrat
damit auf seinen CDU-Kollegen Werner Weisenstein reagierte und auf
dessen vom Stadtrat mehrheitlich hernach abgelehnten Antrag auf
namentliche Abstimmung über das SPD-, Grünen- und FDP-Ansinnen zur
Aufhebung des Pfalzarena-Beschlusses. ¸¸Fürchtemacherei" nannte
der SPD-Mann das. Und lag damit durchaus richtig. Vor allem vor
dem Hintergrund, dass der Oberbürgermeister vorher den Teufel an
die Wand gemalt hatte. Und die Möglichkeit ins Gespräch gebracht
hatte, dass jedes einzelne Ratsmitglied persönlich in die Haftung
genommen werden könnte, sollten die Investoren der Halle nun
Schadenersatz gegenüber der Stadt geltend machen. Einen Beleg
dafür, dass die Ratsmitglieder persönlich haften, wenn Bockmist
von ihnen gemacht wird, hat er diese Woche freilich nicht
vorgelegt. Unwidersprochen ließ er vielmehr die Einlassungen im
Kommunalbrevier und der Aufsichtsbehörde ADD dazu. Tenor: Einen
Rückgriff auf das einzelne Ratsmitglied gibt es in Rheinland-Pfalz
nicht. Hat der Oberbürgermeister die Pferde also unnötig scheu
gemacht? Wollte er Angst in die Ratspolitik streuen? Oder was
bewegte ihn? Die Aufklärung lässt auf sich warten. Die 29
Ratsmitglieder, die dennoch am Montag den politischen Mut fassten,
die Pfalzarena zu kippen, hielten es wohl mit den Worten von
Aufklärer, Dichter und Wanderer Johann Gottfried Seume: ¸¸Wer
nichts fürchtet, kann leicht ein Bösewicht werden, aber wer zu
viel fürchtet, wird sicher ein Sklave."
...
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.164
Datum: Samstag, den 17. Juli 2004
Seite: Nr.18
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Empfindliche Niederlage
Die
Pfalzarena ist vom Tisch, die Gegner sind am Ziel. Was viele nicht
mehr für möglich gehalten haben, das Projekt ist gestoppt.
Gestoppt durch eine neue Ratsmehrheit jenseits der CDU. Eine
empfindliche Niederlage für Oberbürgermeister Bernhard Deubig, der
unbeirrt die Idee der Halle am Standort Theater verfochten hat.
Die
Oppositionsparteien haben mit ihrem Kampf gegen die Pfalzarena im
Kommunalwahlkampf geworben, sie haben damit Erfolg gehabt. Das
Ergebnis der Kommunalwahl war der klare Auftrag des Wählers,
Schluss zu machen mit dem Projekt am Pfalztheater. Erwartungsgemäß
haben die bisherigen Oppositionsparteien gestern den Wählerauftrag
vollzogen.
Der
Oberbürgermeister hat in der politischen Diskussion über die
Pfalzarena die Kurve nicht bekommen. Er hat viel dazu beigetragen,
dass sich der Unmut gegen die Halle am Theater zuspitzte und
Sachargumente von Emotionen überlagert wurden, wie das gestern
CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Weisenstein bedauernd
formulierte. Seine Fraktion bekam bei der Kommunalwahl die
Quittung dafür.
Das
Pfalzarena-Projekt am Pfalztheater ist beerdigt, der
Oberbürgermeister hat mit seinem Politikstil in diesem Punkt
einige Sargnägel selbst in das Holz geschlagen. Ob er es wahr
haben will oder nicht...
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.160
Datum: Dienstag, den 13. Juli 2004
Seite: Nr.15
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17.04 Uhr: Die Pfalzarena ist gekippt
Stadtrat hebt Beschluss zur
Verwirklichung der Halle auf - Deubig bringt Schadenersatz ins
Spiel
Der
Kaiserslauterer Stadtrat hat in seiner konstituierenden Sitzung
gestern Nachmittag den Beschluss des vormaligen Stadtrats vom 14.
Juli 2003 zur Verwirklichung der Pfalzarena auf dem Dach der
Tiefgarage am Pfalztheater wieder aufgehoben. Damit ist das
umstrittene Projekt gekippt.
Um
17.04 Uhr war die Abstimmung im Stadtrat über das städtische
Engagement zugunsten der Halle abgeschlossen. 29 Ratsmitglieder
von 50 anwesenden stimmten für den Aufhebungsantrag von SPD,
Grünen und FDP. Die CDU-Fraktion und Oberbürgermeister Bernhard
Deubig (CDU) votierten gegen den Antrag. Zwei Ratsmitglieder,
Andreas Jacob, FWG, und Werner Klein, FDP, enthielten sich der
Stimme.
Eine
von der CDU beantragte namentliche Abstimmung wurde mit
Ratsmehrheit abgelehnt. Ebenso wurde der CDU-Antrag mehrheitlich
vom Stadtrat abgewiesen, den Beschluss solange zu vertagen, bis
das Ergebnis der Prüfung durch die Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion (ADD) zu dem Vorhaben vorliegt.
Oberbürgermeister Deubig befand, die Aufhebung des
Stadtratsbeschlusses sei ein ¸¸schwerer Schaden für die Stadt
Kaiserslautern". Die Befürworter des Antrags führten finanzielle
und städtebauliche Gründe für die Ablehnung der Pfalzarena an. Sie
verwiesen überdies auf das Votum der Bürger beim Bürgerentscheid
und bei der Kommunalwahl.
Geprägt
wurde die über einstündige Diskussion über den gemeinsamen Antrag
von SPD, Grünen und FDP durch den Hinweis des Oberbürgermeisters,
die Aufhebung des Stadtratsbeschlusses zugunsten der Pfalzarena
könnte Schadenersatzansprüche gegen die Stadt seitens der
Investoren auslösen. Deubig verwies auf entsprechende Aufwändungen
der Investoren, auf der Grundlage positiver Stadtratsbeschlüsse
zur Realisierung der Halle und in der Annahme, dass es zu einem
Vertragsabschluss kommt.
Deubig
sprach die Möglichkeit an, dass jedes einzelne Stadtratsmitglied
dafür persönlich in Haftung genommen werden könnte. Die Summe, die
als Schadenersatz auf die Stadt zukommen könnte, bezifferte er
insgesamt auf 1,2 Millionen Euro.
Einen
Ordnungsruf zog sich die Fraktionssprecherin der Grünen, Gilda
Klein-Kocksch, in der Debatte zu, die dem Oberbürgermeister
vorhielt, die Ratsmitglieder damit unter Druck zu setzen.
Rechtsdezernent Bürgermeister Arne Oeckinghaus (SPD) bezeichnete
möglichen Schadenersatz als ¸¸nicht abwegig".
SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schermer sah für mögliche
Schadenersatzansprüche dagegen keine Aussicht auf Erfolg. Er
betonte, dass ein Vertrag mit den Investoren durch die Stadt nicht
unterschrieben und damit kein Vertrauen begründet worden sei, auf
das sich die Investoren nun berufen könnten. Er stellte zudem die
Möglichkeit in Abrede, einzelne Ratsmitglieder in die Haftung
nehmen zu können.
Die von
der CDU beantragte namentliche Abstimmung bezeichnete Schermer in
diesem Zusammenhang als ¸¸Fürchtemacherei".
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.160
Datum: Dienstag, den 13. Juli 2004
Seite: Nr.15
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Nicht leistbar oder unverzichtbar?
Debatte im Stadtrat über die
Pfalzarena bringt keine neuen Argumente
Die
Diskussion über den Antrag von SPD, Grünen und FDP, den
Stadtratsbeschluss vom 14. Juli 2003 zur Verwirklichung der
Pfalzarena am Pfalztheater aufzuheben, brachte keine neuen
Argumente.
SPD-Ratsmitglied Christine Szakun-Hoch verwies auf die
finanziellen Belastungen der Stadt durch die Halle. Die
Verpflichtung für 1,28 Millionen Euro über 30 Jahre sei ¸¸eine
Größenordnung, die sich die hoch verschuldete Stadt nicht leisten
kann". Szakun-Hoch machte auf dringende Investitionen aufmerksam,
die in nächster Zeit auf die Stadt zukämen.
Darüber
hinaus sprach sie die städtebauliche Komponente an. Den Bau der
Veranstaltungshalle nannte sie ¸¸städtebaulich verfehlt". Überdies
problematisierte sie die Halle als Konkurrenz für bestehende
Kultureinrichtungen in Stadt und Landkreis. Sie verwies zudem
darauf, dass die meisten Arenen in Deutschland am Rande ihrer
Existenz operierten.
Die
21.297 Stimmen beim Bürgerentscheid gegen die Pfalzarena im Januar
bezeichnete sie als ¸¸machtvolle Demonstration des Bürgerwillens".
Sie hielt Oberbürgermeister Bernhard Deubig (CDU) vor, dass er
darüber nicht ¸¸zur Vernunft" gekommen sei. Anstatt den
Bürgerwillen zu akzeptieren, habe er halsstarrig auf der
Verwirklichung des Projekts beharrt.
Der
CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Weisenstein erklärte die
projektierte Pfalzarena für Kaiserslautern als ¸¸unverzichtbar".
¸¸Mehr als 30 Jahre Diskussion liegen hinter uns", sagte er. Die
Stadt brauche diese Halle, sie schaffe Infrastruktur für große
Veranstaltungen.
Er
nutzte sein Plädoyer für die Halle zu einigen grundsätzlichen
Bemerkungen zur künftigen Stadtpolitik. Mit dem Beschluss, die
Entscheidung des Rats zur Pfalzarena aufzuheben, dürfe die Stadt
nicht in einen ¸¸erneuten Entwicklungsstau" fallen. Er unterstrich
die Notwendigkeit für ein ¸¸Bündnis der Vernunft zusammen mit dem
Oberbürgermeister". Investoren müssten in der Stadt weiterhin
einen verlässlichen Partner finden. Weisenstein: ¸¸Ohne Investoren
schaffen wir es nicht."
Die
Fraktionssprecherin der Grünen, Gilda Klein-Kocksch,
argumentierte, der Oberbürgermeister hätte nach dem
Bürgerentscheid den ¸¸Anstand" besitzen sollen, auf das Projekt zu
verzichten. Der stellvertretende Fraktionssprecher der Grünen,
Joachim Färber, erinnerte daran, dass die Bürger beim
Bürgerentscheid und bei der Kommunalwahl deutlich gemacht hätten,
dass sie die Halle nicht wollten. ¸¸Für die Stadt macht die Halle
keinen Sinn, wenn die Leute nicht hingehen", meinte Färber.
Der
FDP-Fraktionsvorsitzende Friedrich Hartmeyer unterstrich, dass das
Projekt für die Stadt nicht finanzierbar sei. Entscheidend sei für
die Stadt die Frage, ¸¸was können wir uns leisten". Er warf dem
Oberbürgermeister vor, seinerzeit den Dialog mit den Kritikern
nicht gesucht und einen Brief unbeantwortet gelassen zu haben.
Alternative Standorte seien zur Debatte gestellt worden.
FDP-Ratsmitglied Herbert Jünginger beklagte, von dem
ursprünglichen Projekt eines Konzertsaals am Pfalztheater sei in
der heutigen Pfalzarena-Planung nichts mehr zu erkennen.
FWG-Fraktionsvorsitzende Gabriele Wollenweber erklärte, die
Investoren der Halle hätten damit rechnen müssen, dass entweder
der Stadtrat oder die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion das
Aus für die Pfalzarena besiegele. FWG-Ratsmitglied Andreas Jacob
stellte fest, dass bei dem ¸¸tollen Projekt" Kommunikation gefehlt
habe, die Menschen seien nicht mitgenommen worden.
Oberbürgermeister Deubig betonte in der Diskussion, das
Pfalzarena-Projekt sei das Resultat von zwei
Architektenwettbewerben und Gegenstand eines rechtskräftigen
Bebauungsplans. Er erinnerte daran, dass der Bürgerentscheid über
die Pfalzarena seinerzeit gescheitert sei. ¸¸Wenn man sich an
Recht und Gesetz hält, muss man das akzeptieren", meinte Deubig.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.160
Datum: Dienstag, den 13. Juli 2004
Seite: Nr.16
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swr.de - 12.07.2004 : Stadtrat kippt Pfalzarena-Projekt
Stadtrat kippt Pfalzarena-Projekt
Die Pfalzarena in Kaiserslautern wird
nicht gebaut. Der neu gewählte Stadtrat hat das Millionenprojekt
am Montagnachmittag abgelehnt.
29 Ratsmitglieder stimmten dafür, den
Baubeschluss vom Juli vergangenen Jahres aufzuheben. 20 Mitglieder
waren dagegen, zwei hatten sich enthalten. Die Investoren
kündigten bereits an, für das Projekt von der Stadt Kaiserslautern
Schadenersatz zu fordern.
Im Frühjahr hatte die damalige CDU-Mehrheit
im Stadtrat den Bau der Halle noch bewilligt. Seit der
Kommunalwahl im Juni haben aber mit SPD, FDP und Grünen die Gegner
des Projekts die meisten Stimmen.
Finanziert werden sollte die für 3.500
Besucher ausgerichtete neue Pfalzarena über ein
Finanzierungsangebot der
Allianz-Versicherungsgruppe. Vorgesehen waren aber jährliche
Kostenzuschüsse der Stadt von knapp 1,3 Millionen Euro auf die
Dauer von 30 Jahren. "Das können wir uns nicht leisten", sagte
SPD-Fraktionschef Franz Schermer. Schließlich gebe es in der
Empfangshalle des Fritz-Walter-Stadions und in anderen Hallen
Veranstaltungsmöglichkeiten für bis zu 3.000 Besucher.
Bereits Mitte Januar hatte es einen
Bürgerentscheid gegen den geplanten Pfalzarena-Bau gegeben. Er
scheiterte nur daran, dass das erforderliche Quorum von 30 Prozent
der Wahlberechtigten knapp verfehlt wurde. Die CDU hielt dennoch
an dem Projekt fest und bekam dafür bei der
Kommunalwahl im Juni die Quittung: Sie verlor ihre absolute
Mehrheit.
12.07.2004,
www.swr.de ,
http://www.swr.de/nachrichten/rp/2004/07/12/index3.html |
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Hochmut kommt vor dem Fall
Die Niederlage selbst verschuldet
Hochmut
kommt vor dem Fall. Dieses Sprichwort dürfte sich am Montag
bewahrheiten: wenn die neue Mehrheit im neuen Stadtrat die
Pfalzarena beerdigt. Mit
diesem Beschluss wird Oberbürgermeister Bernhard Deubig von jenem
hohen Sockel gestürzt, auf dem er in Sachen
Pfalzarena in den
vergangenen Monaten allzu beharrlich saß. Hätte er das Gespräch
mit der Ratsopposition gesucht, hätte er sich vor, spätestens aber
nach dem Bürgerentscheid kompromissbereit in der Frage des
Standorts gezeigt, hätte er von Anfang an eng mit der
Aufsichtsbehörde zusammengearbeitet - dann bräuchte er die
Ratsentscheidung am kommenden Montag nicht zu fürchten. Selbst
wenn die Mehrheit auch dann nein zur
Pfalzarena sagen würde,
wäre das für Deubig verschmerzbar. Dann müsste er sich nämlich
nicht den Vorwurf gefallen lassen, durch sein Beharren auf seinem
Standpunkt und sein undiplomatisches Verhalten die Niederlage
selbst verschuldet zu haben.
...
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.158
Datum: Samstag, den 10. Juli 2004
Seite: Nr.18
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Vertragspartner fordern Geld bei Aus
für Pfalzarena
Die
geplanten Vertragspartner zur Verwirklichung der Pfalzarena wollen
bei der Stadt Kosten geltend machen, für den Fall, dass der
Stadtrat in seiner Sitzung am Montag (15 Uhr, Rathaus) den
Schlussstrich unter das Pfalzarena-Projekt zieht. Das hat gestern
der RHEINPFALZ gegenüber Max Günter Bobach erklärt, der
Geschäftsführer der batalpha Bobach GmbH, Langenfeld.
Er
äußerte sich namens der Arbeitsgemeinschaft Züblin/Imtech/Bobach,
die die Halle errichten will. Bobach kündigte an, die Gelder
aufzulisten, die bisher in das Projekt geflossen seien, und sich
bei der Stadt schadlos halten zu wollen. Man könne sich als
Unternehmer nicht altruistisch geben, meinte er. Bobach sprach von
Kosten in der Größenordnung von einer Million Euro, die bisher
angefallen seien.
Bobach
plädierte dafür, am Montag im Stadtrat keine endgültige
Entscheidung über die Pfalzarena zu fällen. Fair wäre es, die
Stellungnahme der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zu
dem städtischen Engagement noch abwarten und bei einer positiven
Reaktion der selbigen sich im Stadtrat noch einmal
zusammenzusetzen. ¸¸Bevor man jetzt endgültig das Porzellan
zerschlägt und das die Stadt Geld kostet", so Bobach.
Bobach
sprach sich für eine ¸¸vernünftige, einvernehmliche Lösung" in dem
Streitpunkt Pfalzarena aus. Dabei zog er auch die Möglichkeit in
Betracht, die Multifunktionshalle an einem anderen Standort als
dem geplanten am Pfalztheater zu verwirklichen. Bobach zeigte sich
überzeugt davon, grundsätzlich eine vernünftige Lösung finden zu
können.
Enttäuscht zeigte sich Bobach darüber, dass das Pfalzarena-Projekt
aus rein politischen Gründen gekippt werden solle. ¸¸Das ist eine
Katastrophe, in dieser Art haben wir das noch nicht erlebt. Das
ist einmalig in Deutschland", sagte der Geschäftsführer der
batalpha Bobach GmbH. Bobach sprach auch die Auswirkungen einer
solchen Entscheidung für die Stadt im Hinblick auf weitere
Investitionen an. Sie sei ¸¸ganz schädlich", meinte er.
Unterdessen hat gestern der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz
Schermer in einem Schreiben Oberbürgermeister Bernhard Deubig
aufgefordert, den Fraktionen des Stadtrats das Angebot der
Allianz-Versicherung zur Finanzierung der Pfalzarena zugänglich zu
machen. Schermer bezog sich auf die Irritationen, die entstanden
waren, dass die Allianz von einem Zinssatz von 4,9 Prozent, Deubig
von einem Zinssatz von 2,83 Prozent sprach.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.158
Datum: Samstag, den 10. Juli 2004
Seite: Nr.17
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Das blumige Stadtwappen bleibt
Blickfang
Am Montag wird der Stadtrat von
Kaiserslautern die Pfalzarena demonstrativ zu Grabe tragen
Das
blumige Stadtwappen vor dem Kaiserslauterer Pfalztheater wird
weiter ein Blickfang bleiben. Und die Sandsteinfassade des
Theaters mit der sie prägenden Rotunde wird weiterhin das
Stadtbild an dieser Stelle bestimmen. Die Pfalzarena, die das
Blumenbeet ganz und die Rotunde hinter einer neuen Gebäudefassade
aus Sandstein und Glas verschwinden lassen sollte, ist endgültig
vom Tisch.
Nicht
etwa, weil Oberbürgermeister Bernhard Deubig, der entschiedene
politische Verfechter der Multifunktionshalle, Einsicht zeigte,
dass es keinen Sinn macht, ein Projekt durchzudrücken, das von
einem Großteil der Lauterer abgelehnt wird, zumindest an diesem
Standort. Nein, die neuen Machtverhältnisse im Stadtrat haben das
Aus für das Prestigeprojekt des CDU-Oberbürgermeisters besiegelt.
Hier wirkt sich erstmals der Verlust der absoluten Mehrheit der
CDU aus.
So wird
es am Montag in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats zu
einer Beerdigung des Projekts kommen. Man könnte auch sagen, zu
einer Entscheidung der politischen Genugtuung für die Kritiker des
Vorhabens, die in der Vergangenheit von dem Kaiserslauterer
Oberbürgermeister nicht unbedingt freundlich behandelt wurden. Auf
der Tagesordnung des Stadtrats steht ein gemeinsamer Antrag von
SPD, Grünen und FDP, den
Ratsbeschluss vom Juli 2003 zur Verwirklichung der Halle wieder
aufzuheben. Jener drei Parteien also, die das Bürgerbegehren gegen
die Pfalzarena initiiert und bei dem Bürgerbescheid darüber im
Januar relativ knapp das erforderliche Quorum verfehlt hatten.
Die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier hat zuletzt
das Thema Pfalzarena ausgesessen. Und damit den politischen
Erwartungen und Einschätzungen jener entsprochen, die sich
anschicken, im Stadtrat am Montag einen Schlussstrich unter das
Projekt zu ziehen. Einen vorläufigen zumindest, denn die
Notwendigkeit einer großen Veranstaltungshalle für Kaiserslautern
wird selbst in den Reihen der Pfalzarena-Kritiker anerkannt.
Freilich nicht unbedingt an diesem Standort und vor allem nicht in
der geplanten privaten Finanzierungsform - mit einer jährlichen
Belastung der Stadt von 1,28 Millionen Euro über drei Jahrzehnte.
Der
Versuch des Oberbürgermeisters - das politische Aus für sein
Projekt vor Augen -, Mitte Juni noch auf die Schnelle eine
Genehmigung für das städtische Engagement zugunsten der Pfalzarena
durch die Trierer Aufsichtsbehörde zu bekommen, musste schief
gehen. Es stand zu erwarten, dass die ADD eine politisch so
brisante Angelegenheit nicht von heute auf morgen entscheiden
würde, zumal sie ein Jahr auf Unterlagen zur Prüfung des
Engagements warten musste. Wenn auch der Oberbürgermeister ins
Feld führte, das neueste Finanzierungsangebot für die Halle eben
erst bekommen zu haben.
Es ist
anzunehmen, dass selbst der Oberbürgermeister, der in der
Vergangenheit immer wieder gern dicke Arme gegenüber der
Aufsichtsbehörde machte und sich diese damit nicht unbedingt zum
Freund, nicht mehr ernsthaft davon ausging, noch die Genehmigung
der ADD für das umstrittene Projekt zu erhalten und damit einen
politischen Triumph sondersgleichen feiern zu können. Und somit
die Vorlage der Unterlagen bei der Aufsichtsbehörde auch unter dem
Gesichtspunkt sah, die Stadt vor (mittlerweile in Aussicht
gestellten) Schadensersatzansprüchen der vorgesehenen
Vertragspartner zu schützen, die bereits erhebliche Summen in die
Vorbereitung des Projekts investiert haben sollen, in Erwartung
eines Vertragsabschlusses.
So
wurde die Dienstreise, die der Kaiserslauterer Oberbürgermeister
am Donnerstagmittag nach Trier unternahm, um mit ADD-Präsident
Josef Peter Mertes (SPD) zu verhandeln, fast zu einer Pflichtübung
- und die zuvor von ihm geäußerte Hoffnung, dass das Projekt noch
den aufsichtsrechtlichen Segen erhalten könnte, zu einem
dramaturgischen Element.
Die
Ankündigung von ADD-Präsident Mertes, im schriftlichen Kontakt mit
der Stadt noch offene Fragen klären zu wollen, im genauen Wissen,
dass die Zeit drängt und der Stadtrat am Montag demonstrativ das
Projekt zu Grabe tragen wird, machte offensichtlich, dass die
Aufsichtsbehörde kein Interesse daran hatte, dem Hallenprojekt zur
Realisierung zu verhelfen.
Trost
dafür, das rund 21 Millionen Euro teure Projekt fahren lassen zu
müssen, kann der Lauterer Rathauschef nun darin suchen, dass jede
Panne, die auf der Pfalzarena-Baustelle passiert wäre, ähnlich wie
bei der einstigen Lauterer Skandal-Baustelle Stiftsplatz zu seinen
Lasten gegangen wäre. Und das vor der im Jahr 2007 anstehenden
OB-Wahl ...
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.158
Datum: Samstag, den 10. Juli 2004
Seite: Nr.16
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Deubig rechnet nicht mehr mit
Pfalzarena-Genehmigung
Enttäuscht über das gestrige Gespräch
bei ADD - Allianz sorgt für Irritation
Oberbürgermeister Bernhard Deubig rechnet nach dem gestrigen
Gespräch bei ADDPräsident Josef Peter Mertes nicht mehr damit,
dass er bis zum Montag, dem Tag der Stadtratssitzung, in der sich
eine klare Mehrheit anschickt, das Vorhaben zu beerdigen, eine
Genehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zur
Verwirklichung der Halle bekommt. Das erklärte er am Abend
gegenüber der RHEINPFALZ.
Angesichts des Verfahrens, zu dem sich die ADD für den weiteren
Fortgang der Prüfung des städtischen Engagements entschieden habe,
das er freilich nicht bewerten wollte, sei nicht mehr zu erwarten,
dass bis Montag eine positive Entscheidung durch die
Aufsichtsbehörde zustande kommt, sagte der Oberbürgermeister. Er
verwies darauf, dass die ADD darauf bestanden habe, ihre Bedenken
der Stadt noch einmal unverzüglich schriftlich vorzutragen, die
Stadt ihrerseits gebeten habe, noch einmal darauf zu reagieren.
Der
Oberbürgermeister sah freilich nach dem Gespräch, das nach seinen
Angaben zwei und ein Viertel Stunden dauerte und in einer
¸¸absolut guten Atmosphäre ablief", ¸¸alle Bedenken" der
Aufsichtsbehörde als ausgeräumt an. Seitens der ADD seien ¸¸einige
Fragen zu Details" gestellt worden, seitens der Stadt seien diese
ausführlich beantwortet worden.
Deubig
äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis des Gesprächs.
Angesichts des seiner Meinung nach schlüssigen Vortrags der Stadt
zu dem Projekt und angesichts seiner Einschätzung, alle Bedenken
ausgeräumt zu haben, habe er schon damit gerechnet, dass das
Gespräch zu einem greifbaren Ergebnis führe. ¸¸Wir müssen das
akzeptieren", bedauerte er.
In dem
Gespräch habe sich herauskristallisiert, dass die Aufsichtsbehörde
keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Umsetzung des Vorhabens
habe, erklärte Deubig. ADD-Präsident Mertes habe ihm gegenüber
deutlich gemacht, dass es sich keineswegs um ein Projekt handele,
das keine Aussicht auf Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde
habe. Deubig erklärte, dass es somit nach Lage der Dinge
¸¸durchaus möglich" gewesen wäre, eine Entscheidung zugunsten der
Hallenverwirklichung zu treffen.
Der
ADD-Präsident gewichtete das Gespräch etwas anders, als dies der
Oberbürgermeister tat. Danach sei es in dem Gespräch in erster
Linie um grundsätzliche Fragen der Finanzierbarkeit und der
Wirtschaftlichkeit des Projekts gegangen. Mertes: ¸¸Es ist unter
anderem zu prüfen, ob die Stadt Kaiserslautern die zusätzlichen
Belastungen durch die Pfalzarena angesichts der Haushaltslage und
des insgesamt in der Stadt bestehenden Investitionsbedarfs
verkraften kann und ob diese Maßnahmen wirtschaftlich sind."
Die ADD
werde der Stadt unverzüglich die für die Prüfung noch offenen
Fragen, zum Beispiel zu den Gesellschaftsverträgen und zum
Erbbaurechtsvertrag, in schriftlicher Form zur Beantwortung
vorlegen, kündigte der Präsident an. Zweifel äußerte er überdies,
ob die vertraglichen Vereinbarungen in Übereinstimmung mit dem
Stadtratsbeschluss zur Verwirklichung der Pfalzarena vom 14. Juli
2003 stehen. Der Oberbürgermeister versicherte nach Darstellung
Mertes", diese Bedenken ausräumen zu können.
Für
Irritationen sorgte gestern der Pressesprecher der
Allianz-Versicherungs-AG, München, Wolfgang Heilmann, mit der
Aussage, dass die Allianz kein Kreditangebot mit einem jährlichen
Zinssatz von 2,83 Prozent für die Finanzierung der Pfalzarena
abgegeben habe. Das Angebot liege vielmehr bei knapp unter fünf
Prozent. Es würde kein Mensch verstehen, wenn die Allianz Geld zum
Zinssatz von 2,83 Prozent und das noch über 30 Jahre verleihen
würde. Das würde vom Kapitalmarkt ¸¸komisch" aufgenommen werden,
so Heilmann.
Oberbürgermeister Deubig verbürgte sich gestern dafür, dass der
von ihm in der Vergangenheit wiederholt genannte, von ihm sogar
aufgerundete Zinssatz von 2,83 Prozent richtig ist. ¸¸Er ist das
Ergebnis einer Mischkalkulation", sagte Deubig. Das Ergebnis
zweier Bausteine, einer Darlehensgewährung, und einem weiteren
Baustein, aus dem die Zinsen erwirtschaftet werden sollen. Das
reine Baudarlehen bezifferte er auf 20,75 Millionen Euro, den
Zinsaufwand dafür über 30 Jahre auf 17,59 Millionen Euro.
Das
Darlehen sollte der Investorengemeinschaft gewährt werden, nach
einer Mitteilung der Allianz, die Deubig vorliegt, in der Tat zu
einem Zinssatz von 4,9 Prozent.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.157
Datum: Freitag, den 09. Juli 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 08.07.2004 : Pfalzarena: Deubig hat die Hoffnung noch
nicht aufgegeben
Pfalzarena: Deubig hat
die Hoffnung noch nicht aufgegeben
Oberbürgermeister setzt auf Gespräch
mit dem ADD-Präsidenten
Der
Countdown läuft. Am Montag will eine klare Mehrheit im Stadtrat
das Pfalzarena-Projekt beerdigen. Ein Antrag von SPD, Grünen und
FDP liegt auf dem Tisch.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig hat freilich immer noch
Hoffnung, dass die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
das von der Stadt vorgelegte Konzept zur Realisierung der
Pfalzarena genehmigt. Und setzt auf ein Gespräch mit dem
ADD-Präsidenten Josef Peter Mertes.
Deubig
spricht von einem ¸¸schlüssigen, wirtschaftlich günstigen"
Konzept, das die Stadt der ADD zur Realisierung des Vorhabens am
Pfalztheater vorgelegt habe. ¸¸Das impliziert die Hoffnung, dass
es Zustimmung findet", sagte gestern der Verwaltungschef.
Er habe
aller Ankündigung zum Trotz, dass der Bau der Multifunktionshalle
am Montag im Stadtrat gestoppt würde, die Verpflichtung, den
bisherigen Stadtratsbeschluss zum Bau der Halle auszuführen,
solange es gehe. Deubig: ¸¸Auf mögliche Beschlüsse von nächster
Woche kann ich nicht spekulieren."
Der
Oberbürgermeister verwies gestern gegenüber der RHEINFALZ darauf,
dass aufgrund der bisherigen Beschlusslage im Stadtrat bei den
geplanten Vertragspartnern für die Verwirklichung der Halle die
¸¸berechtigte Erwartung" entstanden sei, dass es zu einem
Vertragsabschluss komme. Die Vertragspartner hätten ¸¸nicht
unerhebliche" Vorleistungen erbracht. ¸¸Planerische und technische
Vorbereitungen sind erfolgt", sagte Deubig. ¸¸Das kostet eine
dicke sechsstellige Summe."
Er
werde somit alles tun, um den Stadtratsbeschluss umzusetzen. Er
werde sich auch nicht vorhalten lassen, er habe den Ratsbeschluss
verzögert oder gar nicht ausgeführt. Gesetzt den Fall, die ADD
würde der Stadt grünes Licht für ihr Konzept zur Verwirklichung
der Halle geben, würde er den Vertrag mit den Investoren
unterschreiben, sagte Deubig.
¸¸Hier
gilt, was Recht ist", skizzierte Deubig die Situation für den
Fall, dass die ADD dem Konzept ihre Zustimmung gibt. Es sei
darüber hinaus auch nicht in seinem Belieben zu entscheiden, ob er
den Stadtratsbeschluss ausführe oder nicht. Politisch-moralische
Einwände ließ der Oberbürgermeister nicht gelten: ¸¸Was der
Stadtrat beschlossen hat, kann nicht unmoralisch sein!"
Deubig
unterstrich die Qualität des Angebots, das die Stadt für die
Verwirklichung der Halle vorliegen hat. ¸¸Es wird schwer fallen,
ein ähnlich sensationelles Konzept in die Vorstellungswelt zu
zaubern", sagte er mit Blick auf Partner und Finanzierung.
Die
Tatsache, dass die Realisierung der Pfalzarena mittlerweile in
Frage gestellt ist, machte Deubig dafür verantwortlich, dass
Investoren für den Hotelbereich in Kaiserslautern mittlerweile
Bedenken bekommen hätten. Deubig: ¸¸Man hat es in der Szene
wahrgenommen."
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.156
Datum: Donnerstag, den 08. Juli 2004
Seite: Nr.15
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Gemeinsame Anträge für
Stadtratssitzung
SPD, Grüne und FDP wollen Pfalzarena
begraben
Die
konstituierende Stadtratssitzung am 12. Juli wirft ihre Schatten
voraus. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP haben für die erste
Sitzung nach der Kommunalwahl gemeinsame Anträge zum Thema
Pfalzarena und Neugestaltung des Alten Theaterplatzes eingebracht.
SPD,
Grüne und FDP streben mit ihrem Antrag zur Pfalzarena an, das
Projekt der Multifunktionshalle am Pfalztheater zu begraben.
Konkret geht es ihnen darum, den Beschluss des Stadtrats vom 14.
Juli 2003 wieder aufzuheben. Der Stadtrat hatte damals der
Verwirklichung der Halle mit einem Betriebskostenzuschuss der
Stadt von 1,28 Millionen Euro über 30 Jahre seinen Segen gegeben.
...
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.154
Datum: Dienstag, den 06. Juli 2004
Seite: Nr.13
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
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Rheinpfalz - 02.07.2004 : Zuber: Pfalzarena-Prüfung verzögert sich
Zuber: Pfalzarena-Prüfung
verzögert sich
Weil
Unterlagen über Stadtratsbeschlüsse zur Pfalzarena noch fehlen,
ist die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier
derzeit nicht in der Lage, die Prüfung des Projektes
abzuschließen. Dies erklärte gestern Innenminister Walter Zuber
(SPD) im Mainzer Landtag auf Anfrage der Grünen. Oberbürgermeister
Bernhard Deubig sei am 22. und 30. Juni aufgefordert worden,
fehlende Unterlagen nachzureichen. Dies sei bislang noch nicht
geschehen, so Zuber. Präzisiert werden müssen nach Angaben des
Ministers insbesondere Fragen zum Bedarf der Halle und zur
Wirtschaftlichkeit des geplanten Projektes. Eine Sprecherin der
ADD erklärte gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage, Deubig habe
ADD-Präsident Josef Peter Mertes um einen Gesprächstermin zum
Thema Pfalzarena gebeten.
Ein solches Gespräch sei aber noch nicht terminiert worden.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.151
Datum: Freitag, den 02. Juli 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 02.07.2004 : Pfalzarena-Unterlagen nicht vollständig
Pfalzarena-Unterlagen
nicht vollständig
Verzögerungen bei Prüfung durch ADD
bestätigt
MAINZ (wif).
Bei der Prüfung der Unterlagen für die in Kaiserslautern geplante
Veranstaltungshalle ¸¸Pfalz-arena" kommt es zu Verzögerungen.
Grund sind fehlende Unterlagen, die Oberbürgermeister Bernhard
Deubig (CDU) noch nachreichen muss.
Nach
Auskunft von Innenminister Walter Zuber (SPD) auf Anfrage der
Grünen sieht die mit der Prüfung des Projektes betraute Aufsichts-
und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier insbesondere noch
Aufklärungsbedarf in der Frage der Wirtschaftlichkeit der ¸¸ Pfalzarena".
Wie berichtet, ist die Allianz-Versicherung bereit, die Halle zu
errichten, wenn die Stadt den Betrieb 30 Jahre lang mit 1,28
Millionen Euro pro Jahr bezuschusst. Nach Zubers Angaben fehlen
zur Prüfung noch Beschlussvorlagen, Beschlüsse und Niederschriften
des Stadtrates Kaiserslautern. Solange der ADD diese Unterlagen
nicht vorlägen, könne die Vorprüfung nicht abgeschlossen werden.
Präzisiert werden müsse überdies die Begründung für den Bedarf der
Halle, sagte Zuber im Landtag.
Unterdessen hat die Kaiserslauterer SPD-Stadtratsfraktion
angekündigt, zusammen mit den Grünen und der
FDP am 13. Juli den
Beschluss zum Bau der Halle zu kippen.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.151
Datum: Freitag, den 02. Juli 2004
Seite: Nr.14
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Ganz schön dreist
Mehr
als ein Jahr lang bat die ADD den Oberbürgermeister um Unterlagen
zur Pfalzarena. Doch Bernhard Deubig, der mit der CDU im Stadtrat
souverän regierte, reagierte nicht. Jetzt - die CDU hat die
Mehrheit verloren - geht es dem OB nicht schnell genug. Als wollte
er noch vor der konstituierenden Sitzung des neuen Rats die
Pfalzarena abhaken, schickt er die Papiere rasch zur ADD. Und
vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass am 30. Juni das Angebot
des Investors abläuft. Soll sich die ADD doch mal ins Zeug legen!
Ganz schön dreist.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.143
Datum: Mittwoch, den 23. Juni 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 23.06.2004 : Pfalzarena steht auf dem Prüfstand
Pfalzarena steht auf dem
Prüfstand
ADD: Lassen uns nicht unter Druck
setzen
Ist die
Finanzierung der Pfalzarena gesichert und solide - oder ginge die
Stadt ein zu hohes Risiko ein? Dieser Frage geht derzeit die
Kommunalaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
in Trier nach. Das Projekt werde sorgfältig untersucht, die ADD
lasse sich nicht unter Zeitdruck setzen, erklärte gestern
Pressesprecher Karsten Deicke auf Anfrage der RHEINPFALZ.
Seit
Anfang der Woche liegen - so Deicke - die Unterlagen auf dem
Tisch: Vertragsentwürfe, ein Finanzierungskonzept und ein
dreiseitiges Schreiben, in dem Oberbürgermeister Bernhard Deubig
die etwa 21 Millionen Euro teure Multifunktionshalle vorstellt. Im
Mittelpunkt der Prüfung stehe die Finanzierung, die Deubig
gemeinsam mit einem Versicherungsunternehmen - der Allianz -
bewältigen wolle.
Das
Angebot der Allianz sieht ein Darlehen zu einem jährlichen
Zinssatz von 2,83 Prozent bei einer Laufzeit von 30 Jahren vor
(wir berichteten). Allerdings gelte dieses Angebot ¸¸einstweilen"
nur bis 30. Juni, zitierte der ADD-Pressesprecher aus dem
Schreiben des Lauterer Oberbürgermeisters. Deubig habe ferner um
ein Gespräch mit dem ADD-Präsidenten Josef Peter Mertes gebeten,
zugleich aber mitgeteilt, dass er bis 23. Juni in Urlaub sei.
¸¸Wir
lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen", kommentierte der
Pressesprecher den Hinweis des Lauterer Oberbürgermeisters auf das
zeitlich begrenzte Angebot der Allianz. Die Kommunalaufsicht bei
der ADD werde die Unterlagen ¸¸sorgfältig prüfen", wobei der
Betriebskostenzuschuss von 1,278 Millionen Euro pro Jahr und die
Finanzierung im Vordergrund stünden. Die ADD müsse darauf achten,
¸¸dass die Kommunen keine unbeherrschbaren Finanzierungsrisiken
eingehen", sagte Deicke. Dabei spiele die finanzielle Situation
einer Stadt eine wesentliche Rolle. ¸¸Je schwieriger die
Haushaltslage ist, desto schwieriger gestaltet sich die Prüfung",
erläuterte der Pressesprecher. Wenn eine Stadt verschuldet sei,
müssten alle freiwilligen Leistungen ¸¸auf den Prüfstand", stellte
er klar. Allerdings wolle die ADD den Kommunen auch nicht die
Möglichkeit entziehen, die Lebensqualität zu steigern.
Positiv
bewertete der ADD-Pressesprecher den Wunsch des Oberbürgers, mit
der Kommunalaufsicht ins Gespräch zu kommen. Seine Behörde bitte
die Stadt seit mehr als einem Jahr um offizielle Unterlagen zur
geplanten Pfalzarena. Jetzt habe der Kaiserslauterer
Verwaltungschef erstmals reagiert.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.143
Datum: Mittwoch, den 23. Juni 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 19.06.2004 : Finanzierungskonzept auf dem Weg zur ADD
Finanzierungskonzept auf
dem Weg zur ADD
Das
städtische Rechtsreferat hat gestern das Finanzierungskonzept für
die Pfalzarena an die Dienstleistungs- und Aufsichtsdirektion in
Trier geschickt. Oberbürgermeister Bernhard Deubig schätzte
gestern, dass die Unterlagen die Aufsichtsbehörde am Montag
erreichen werden. Das Finanzierungskonzept basiert auf dem Angebot
eines Versicherungsunternehmens. Es sieht einen Zinssatz von 2,83
Prozent jährlich über 30 Jahre vor. Das Angebot des Versicherers,
das Deubig als sensationell charakterisierte, ist bis zum 30. Juni
befristet. Deubig begründete gegenüber der RHEINPFALZ die Vorlage
der Unterlagen mit dem gültigen Beschluss des Stadtrats, die
Pfalzarena zu verwirklichen. Wenn er auch wisse, dass die neuen
Mehrheiten im Stadtrat die Halle nicht wollten.
RHEINPFALZ-Informationen zufolge will sich der Oberbürgermeister
mit der Vorlage der Unterlagen auch rechtlich absichern vor einem
möglichen Vorwurf, er habe nicht alles unternommen, um die
Pfalzarena in Kaiserslautern zu verwirklichen.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.140
Datum: Samstag, den 19. Juni 2004
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 15.06.2004 : Deubig legt Vertragswerk für Pfalzarena
erst der ADD vor
Deubig legt Vertragswerk
für Pfalzarena erst der ADD vor
Oberbürgermeister Bernhard Deubig hat gestern klargestellt, dass
er das Vertragswerk für den geplanten Bau der Pfalzarena am
Pfalztheater in den nächsten Tagen erst der Aufsichtsbehörde, der
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, zur
Prüfung vorlegen werde, bevor er die Verträge über die
Verwirklichung des Projekts abschließe. Als ein ¸¸Missverständnis"
wertete er die gestrige RHEINPFALZ-Meldung, wonach er die Verträge
in den nächsten Tagen abschließen und sie dann der ADD vorlegen
werde. Der Beschluss des Stadtrats zum Bau der Pfalzarena steht
unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörde. ¸¸Wenn
eine Mehrheit im Stadtrat den Beschluss zum Bau der Halle
kassiert, dann ist er weg", sagte Deubig weiter. ¸¸Dann ist das
für mich maßgeblich." Der Oberbürgermeister betonte, er habe nach
dem Beschluss des Stadtrats zum Bau der Halle die Verpflichtung,
der Aufsichtsbehörde das Vertragswerk vorzulegen. Deubig sprach
von einem ¸¸fantastischen Angebot" eines
Versicherungsunternehmens, das zur langfristigen Finanzierung der
Pfalzarena einen Zinssatz von jährlich 2,83 Prozent über 30 Jahre
angeboten habe. Das Angebot des Unternehmens liege ihm schriftlich
vor.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.136
Datum: Dienstag, den 15. Juni 2004
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 14.06.2004 : Deubig will Verträge zur Pfalzarena
abschließen
Deubig will Verträge zur
Pfalzarena abschließen
Enttäuscht von dem Wahlergebnis der Stadtratswahl war gestern
Abend Oberbürgermeister Bernhard Deubig. Die neuen
Mehrheitsverhältnisse im Rat machten die Rahmenbedingungen
schwieriger, viele bisherige Nein-Sager müssten nun erkennen, dass
mit Nein-Sagen allein keine Politik zu machen ist. Auf die Frage,
ob die Pfalzarena der CDU geschadet habe, sagte Deubig, es sei
davon auszugehen, dass das Projekt die CDU wohl Stimmen gekostet
habe. Gleichwohl ändere sich bis zum 30. Juni nichts an der
Entscheidung des Stadtrates zur Pfalzarena. Er habe ein neues
Angebot für eine Finanzierung auf dem Tisch, das eine feste
Zinszusage von 2,83 Prozent auf 30 Jahre anbiete. Dadurch werde
sich am jährlichen Zuschuss der Stadt für die Pfalzarena von 1,278
Millionen Euro auf 30 Jahre nichts ändern. Deubig will den Vertrag
in den nächsten Tagen abschließen und ihn dann der ADD zur Prüfung
vorlegen. ¸¸Mein Amt ist ein Ticket auf Zeit, ich muss das machen,
was ich für richtig halte", sagte der Oberbürgermeister.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.135
Datum: Montag, den 14. Juni 2004
Seite: Nr.17
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Vom dräuenden Mehrheitsverlust
Umfragewerte bedeuten das Aus für
Pfalzarena
...
Es war
einmal... Die CDU-Erinnerung an frühere, ihrer Auffassung nach
verschlafene Zeiten in Kaiserslautern könnte auch für die
Pfalzarena schon recht bald gelten. Nach den Umfragewerten für die
Parteien und Gruppierungen steht die projektierte
Multifunktionshalle am Pfalztheater vor dem totsicheren
politischen Aus. Der CDU-Spitzenkandidat Werner Weisenstein
versuchte zwar beim RHEINPFALZ-Forum vor der Stadtratswahl, das
Pfalzarena-Fähnchen noch halbwegs hoch zu halten - mehr
pflichtgemäß, denn überzeugend, so hatte man den Eindruck. Und den
Schwarzen Peter verteilte er auch schon dafür, dass die Pfalzarena
nicht früher in Angriff genommen werden konnte: an die Initiatoren
des Bürgerbegehrens, die eine schnelle Realisierung der Halle
verhinderten. Die werden sich über diesen Schwarzen Peter gewiss
nicht ärgern... Ganz im Gegenteil!
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.129
Datum: Samstag, den 05. Juni 2004
Seite: Nr.19
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Rheinpfalz - 22.04.2004 : Stimmung weiter gegen Pfalzarena
Stimmung weiter gegen Pfalzarena
70 Prozent der Lauterer plädieren
trotz gescheitertem Bürgerbegehren für Verzicht auf die Halle
Die
Stimmung in Kaiserslautern ist weiterhin gegen die Pfalzarena,
auch wenn der Bürgerentscheid am 18. Januar politisch den Weg frei
für die Verwirklichung des Projekts am Pfalztheater gemacht hat.
Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die die
RHEINPFALZ bei dem Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR in
Auftrag gegeben hat.
70
Prozent der befragten 500 Kaiserslauterer Wahlberechtigten
erklärten, Oberbürgermeister Bernhard Deubig (CDU) solle auf die
Umsetzung des Vorhabens verzichten, obwohl das Bürgerbegehren
dagegen gescheitert ist. Nur 26 Prozent äußerten sich positiv:
¸¸Ja, er soll es verwirklichen." Und fünf Prozent hatten auf diese
Frage keine Antwort gegeben.
Damit
hat sich der Trend in der Kaiserslauterer Bürgerschaft gegen das
Projekt, der bisher in zwei ebenfalls von der RHEINPFALZ in
Auftrag gegebenen Erhebungen zu diesem Thema zum Ausdruck gekommen
ist, verstärkt. Im Mai 2003 votierten 65 Prozent gegen das privat
finanzierte Projekt, für das die Stadt die Verpflichtung eingehen
will, über 30 Jahre einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von
1,28 Millionen Euro zu gewähren. Im Dezember 2003, wenige Wochen
vor dem Bürgerentscheid, den SPD, Grüne und
FDP in Gang gesetzt
hatten, erklärten 52 Prozent, sie würden bei dem Urnengang gegen
die geplante Multifunktionshalle stimmen.
In der
Meinungsumfrage, die vom 17. bis 19. April nach einem
systematischen Zufallsverfahren erfolgte, plädiert auch ein großer
Anteil an CDU-Wählern wieder gegen das Projekt. 42 Prozent
derjenigen, die ihr Kreuzchen hinter den Christdemokraten machen
würden, wäre bereits am kommenden Sonntag die Stadtratswahl,
finden, dass der Oberbürgermeister trotz des gescheiterten
Bürgerbegehrens auf das Projekt verzichten sollte. Wenn"s nach 52
Prozent der CDU-Wähler geht, soll er es freilich in die Tat
umsetzen.
Klare
Ablehnung des Projekts kommt von den Kaiserslauterern, die sich
für eine der oppositionellen Gruppierungen bei der Stadtratswahl
entscheiden wollen. 83 Prozent der SPD-Wähler, 86 Prozent der
Grünen-Wähler, 84 Prozent der FDP-Wähler,
94 Prozent der FWG-Wähler und 73 Prozent der FBU-Wähler würden es
gut finden, wenn der Oberbürgermeister das Projekt aufgeben würde,
obwohl der Bürgerentscheid den Weg dafür geöffnet hat.
Bei dem
Bürgerentscheid hatten 21.297 Kaiserslauterer (78,9 Prozent) gegen
die projektierte Halle votiert. Das nach der Gemeindeordnung
notwendige Quorum von mindestens 30 Prozent der Stimmberechtigten,
das wären 22.433 gewesen, wurde freilich um 1137 Stimmen verpasst.
Die Gegner der Pfalzarena summierten sich lediglich auf 28,5
Prozent der Stimmberechtigten von 74.775. Die
Abstimmungsbeteiligung lag bei 36,2 Prozent.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.94
Datum: Donnerstag, den 22. April 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 23.01.2004 : Kaiserslauterer Stadtrat bekräftigt
Pfalzarena-Bau
Kaiserslauterer
Stadtrat bekräftigt Pfalzarena-Bau
KAISERSLAUTERN (rdz). Vier Tage nach dem Bürgerentscheid über
den Bau der Pfalzarena hat der Stadtrat gestern seinen Beschluss
zur Verwirklichung des Projekts am Pfalztheater bekräftigt. Das
Votum fiel mehrheitlich aus. Die CDU-Fraktion, die die absolute
Mehrheit im Stadtrat besitzt, stellte sich hinter den Bau der
Multifunktionshalle. SPD und Grüne im Stadtrat forderten dagegen
die CDU-Mehrheit auf, die Pläne für die Halle fallen zu lassen.
Sie verwiesen darauf, dass 21.297 Lauterer gegen das Projekt
votiert hatten. Es sei ein eindeutiges Bürgervotum gewesen, auch
wenn das erforderliche Quorum von 30 Prozent der Lauterer
Stimmberechtigten verfehlt worden sei. 78,9 Prozent hatten sich
bei dem Bürgerentscheid am Sonntag gegen die Halle
ausgesprochen. Genau 1137 Stimmen fehlten den Gegnern der Halle
zum Erfolg.
MUELLEJ / MUELLEJ
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.19
Datum: Freitag, den 23. Januar 2004
Seite: Nr.14
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Rheinpfalz -
23.01.2004 : Weiter konsequent
Weiter konsequent
Wer
erwartet hatte, dass es gestern bei der Diskussion über die
Pfalzarena im Stadtrat zu einem Hauen und Stechen kommen könnte,
sah sich angenehm überrascht. Die Debatte über das umstrittene
Projekt verlief in ruhiger, sachlicher Atmosphäre. Das tat dem
politischen Klima im Stadtrat gut.
Erwartungsgemäß ließ sich die CDU-Mehrheit nicht durch das
Ergebnis des Bürgerentscheids in ihrem Bestreben, die Halle zu
verwirklichen, irritieren. Sie bewies auch hierbei, im fünften
Jahr ihrer absoluten Mehrheit, absolute Konsequenz im
politischen Handeln. Billigend nahm sie in Kauf, sich damit
viele Sympathien bei den Bürgern zu verscherzen und dies bei der
Kommunalwahl zu spüren zu bekommen. Ob und inwieweit das der
Fall sein wird, wird sich in fünf Monaten zeigen.
Formal und nüchtern betrachtet: Das Gesetz ist auf Seiten der
CDU-Mehrheit und von Oberbürgermeister Bernhard Deubig. Die
Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena haben beim
Bürgerentscheid das erforderliche Quorum verfehlt. Die Gegner
des Projekts müssen das Ergebnis akzeptieren, wenn"s auch gegen
den Strich geht. Auch das ist Demokratie.
Politisch hat die Pfalzarena die Hürde genommen. Die ADD wird
nun über das finanzielle Engagement der Stadt für die Pfalzarena
zu befinden haben. Und dabei auch die Rechnung auf ihre
Praktikabilität überprüfen, die der OB zur Finanzierung des
städtischen Betriebskostenzuschusses aufmacht.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.19
Datum: Freitag, den 23. Januar 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 23.01.2004 : ¸¸Achten Sie das Wählervotum"
Kommentar der FDP zum folgenden Artikel: Herr Weber, der zur Zeit
leider als einziger die FDP im Stadtrat von Kaiserslautern
repräsentiert, war leider aus dringenden, persönlichen Gründen an
der Teilnahme der Stadtrats-sitzung verhindert und entschuldigt.
Wir bedauern, dass wir Herrn Deubig in dieser Stadtratssitzung
nicht ebenfalls zum Verzicht auf dieses für Kaiserslautern
waghalsige und falsche Projekt auffordern konnten.
¸¸Achten Sie das Wählervotum"
Gestern Diskussion im Stadtrat über
den Bürgerentscheid zur Pfalzarena
Es
war wenige Minuten nach 16 Uhr, als der Stadtrat gestern mit den
Stimmen der CDU seinen Beschluss vom Juli 2003 zur
Verwirklichung der Pfalzarena auf dem Dach der
Pfalztheater-Tiefgarage bekräftigte.
Vergeblich versuchten SPD und Grüne, aufgrund des Ergebnisses
des Bürgerentscheids über die Pfalzarena einen Sinneswandel bei
der CDU-Mehrheit im Stadtrat herbeizuführen. Der
SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Schermer schlug vor, den
Beschluss zum Bau der Pfalzarena aufzuheben. Die Sprecherin der
Grünen, Gilda Klein-Kocksch, forderte die CDU-Mehrheit auf,
Verantwortung und Charakterstärke zu zeigen und auch um des
politischen Friedens in der Stadt willen Abschied zu nehmen von
dem ¸¸Mega-Zuschussprojekt", wie sie die Pfalzarena nannte.
Beide
Fraktionen nahmen in ihren Erklärungen Bezug auf die 21.297
Lauterer, die beim Bürgerentscheid am Sonntag gegen den Bau der
Halle votiert haben. Es wäre gut, würde der Stadtrat dem
Bürgervotum folgen, auch wenn das für einen erfolgreichen
Bürgerentscheid in Rheinland-Pfalz notwendige Quorum von 30
Prozent der Stimmberechtigten nicht erreicht worden sei, sagte
Schermer. Der SPD-Fraktionsvorsitzende: ¸¸Der Bürgerwille hat
sich sehr deutlich artikuliert." Diejenigen, die am Sonntag zur
Urne gegangen seien, stellten den Bevölkerungskreis dar, der
sich in der Stadt engagiere. Schermer verwies darauf, dass diese
Bevölkerungsminderheit die Gesellschaft trage. ¸¸Es sind die
wahren Citoyens."
Klein-Kocksch räumte ein, dass die Initiatoren des
Bürgerbegehrens gegen die Pfalz arena
das Ziel von 30 Prozent der Stimmberechtigten zwar nicht
erreicht hätten, sie gab andererseits aber zu bedenken, dass die
21.297 Lauterer einen ¸¸gewichtigen Stimmenanteil" darstellen.
Die Tatsache, dass die Ratsmehrheit und der Oberbürgermeister
nunmehr unter dem Motto ¸¸Augen zu und durch" die Pfalz arena
verwirklichen wollten, bewertete sie als ¸¸absolute Arroganz und
Ignoranz gegenüber dem Votum des Bürgerwillens". Klein-Kocksch
beklagte in diesem Zusammenhang, dass dem Bürgerbegehren in der
Vergangenheit permanent Steine in den Weg gelegt worden seien.
CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Weisenstein stellte fest, dass
die Gegner der Halle bei dem Bürgerentscheid ihr Ziel verfehlt
hätten. Zu den demokratischen Spielregeln gehöre es, verlorene
Abstimmungen auch als verloren hinzunehmen. Er würdigte, dass
viele Bürger durch ihre Teilnahme an dem Bürgerentscheid
Interesse an den kommunalpolitischen Entscheidungen in der Stadt
gezeigt hätten. Das verdiene Respekt. ¸¸Wir akzeptieren
verschiedene Meinungen, so weit sie sich auf Sachargumente
gründen", sagte der CDU-Kommunalpolitiker weiter.
Weisenstein ging in seiner Rede auch auf das Quorum von 30
Prozent der Stimmberechtigten ein. Die Messlatte sei bewusst so
hoch gelegt worden, um die Handlungsfähigkeit der Politik nicht
übergebührlich einzuschränken. ¸¸Wer Verantwortung trägt, muss
auch Entscheidungsbefugnisse haben", so Weisenstein.
Sehr
eindringlich fielen die Äußerungen der SPD-Ratsmitglieder Karin
Patock und Hildegard Rogel aus. ¸¸Achten Sie das Wählervotum.
Die Stimmung ist gegen Sie, das hat mit Parteilichkeit nichts zu
tun", sagte Karin Patock. Die Gegner der Halle seien keineswegs
Rückwärtsgewandte. Hildegard Rogel bedauerte, dass die
politischen Befürworter nach dem Bürgerentscheid ¸¸nichts
dazugelernt" hätten. ¸¸Geben Sie den Bürgern Recht!", forderte
die SPD-Kommunalpolitikerin die Verantwortlichen auf. Es sei ein
überwältigendes und eindeutiges Votum gegen die Pfalz arena
gewesen, engagierte und interessierte Bürger hätten hier
abgestimmt.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig
folgte der Forderung der SPD-Fraktion nach Einblick in die
Betreiberverträge für die Pfalz arena.
Deubig: ¸¸Das steht
Ihnen zu." (rdz)
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.19
Datum: Freitag, den 23. Januar 2004
Seite: Nr.16
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Rheinpfalz - 22.01.2004 : ¸¸Das Projekt hat keinen Rückhalt"
Leserbriefe: ¸¸Das Projekt hat
keinen Rückhalt"
Zu den Berichten und zur
Kommentierung vor und nach dem Bürgerentscheid über die
Pfalzarena.
Für uns ist das Ergebnis trotz
Scheiterns an Deutlichkeit nicht zu übersehen.
Wenn 78,9 Prozent gegen die
Pfalzarena stimmten und lediglich rund 1000 Stimmen fehlten, ist
nicht zu übersehen, dass die Bevölkerung den Bau nicht will.
(...) Bei einer höheren Wahlbeteiligung wäre das jetzige
Ergebnis wohl auch schon die deutlichste Wahlvorhersage. Besser
wäre es wohl gewesen, diese Abstimmung auf den 13. Juni
gemeinsam mit den Kommunalwahlen und der Europawahl zu legen; so
wäre das Ergebnis nicht nur klar gewesen, sondern auch noch
gültig.
Warum die Befürworter sich nun freuen, als hätten sie eine Wahl
gewonnen, ist mir schleierhaft. Freuen diese sich nun über die
schwache Wahlbeteiligung, was jeden Demokraten erschüttern
müsste, oder etwa über die 21,1 Prozent, die sie auf sich
vereinigen konnten?
Wie auch immer, Herr OB Deubig und die CDU im Stadtrat sollten
im Stadtparlament das klare Votum des Bürgers berücksichtigen
und das Projekt nicht in Angriff nehmen. Dies würde endlich
zeigen, dass man den Wählerwillen nicht übersieht, sondern
diesen respektiert und nicht aufgrund lächerlicher 1,5 Prozent
ignoriert. Es ist alles eine Frage der Kulanz.
(...) Das Projekt Pfalzarena hat in der Bevölkerung von
Kaiserslautern keinen Rückhalt, also sollte man es bleiben
lassen. Das Projekt nun abzublasen, wäre eher ein Zeichen von
Stärke und Demokratieverständnis als ein Zeichen von Schwäche,
besonders wenn man die absolute Mehrheit im Stadtrat hat.
Jürgen Schöfer, Kaiserslautern
¸¸Ein Lehrstück in Sachen
Demokratie"
Das ist wirklich ein
bemerkenswertes Lehrstück in Sachen Demokratie: 78,9 Prozent der
abgegebenen gültigen Stimmen des Bürgerentscheids lehnen einen
Bau der Pfalzarena ab. Dessen ungeachtet sieht sich Herr OB
Deubig in der Entscheidung, die Pfalzarena dennoch zu bauen,
bestätigt. Denn - so diktiert er den Journalisten in die Feder -
der Auftrag des Stadtrats müsse erfüllt werden. Wie bitte?? Das
muss man tatsächlich zweimal lesen!
Man kann nur mutmaßen, welche Aufträge hier tatsächlich zu
erfüllen sind. Vielleicht doch die einiger gönnerhafter
Parteifreunde Herrn Deubigs, die längst millionenschwere
Aufträge fest eingeplant haben? Nein, das sind sicher nur
gemeine Unterstellungen schlechter Verlierer.
Eigentliche Verlierer sind die 27.090 Stimmberechtigten, die zur
Abstimmung gegangen sind und sich eingemischt haben. Ihnen
stehen 47.685 Stimmberechtigte gegenüber, die der Entscheidung
einfach ferngeblieben sind und damit bewiesen haben, dass es
ihnen vollkommen egal ist, auf welche Art und Weise unsere
gewählten Volksvertreter unser aller Geld ausgeben. Soll es doch
der Herr Deubig gerecht unter seinen Spezis aufteilen. Die
Kaiserslauterer - besser gesagt, die bequeme Mehrheit der
Kaiserslauterer - will es so haben. Oder schlimmer noch: Ihr ist
es einfach egal.
Gerd Schaaf, Heltersberg
¸¸Bürgerentscheid nachhaltiges
Signal"
Berichterstattung und
Kommentierung vor und nach dem Bürgerentscheid vom 18. Januar
möchte ich durch zwei Rückblenden und zwei Anmerkungen ergänzen:
Am 28. Oktober 1969 sagte Bundeskanzler Willy Brandt in seiner
ersten Regierungserklärung im Deutschen Bundestag: ¸¸Wir werden
mehr Demokratie wagen. Wir werden unsere Arbeitsweise öffnen und
dem kritischen Bedürfnis nach Information Genüge tun." Am 8.
November 1993 fasste der Lauterer Stadtrat - bei Stimmenthaltung
der CDU-Fraktion - den Beschluss, den Rathausplatz nach dem am
8. Oktober 1992 verstorbenen Alt-Bundeskanzler und
Friedensnobelpreisträger Willy Brandt neu zu benennen.
Es war mir vergönnt, an beiden Vorgängen mitzuwirken. Aus den
gemachten Erfahrungen und gewonnenen Einsichten des vor elf
Jahren nach Kaiserslautern heimgekehrten Zeitzeugen und
Pensionärs ergeben sich folgende aktuelle Anmerkungen: Das
Ergebnis des Bürgerentscheids vom Sonntag war das eindeutige und
nachhaltige Signal, dass über 21.000 Bürgerinnen und Bürger aus
der zwölften Etage des Hochhauses mit der noblen Adresse
Willy-Brandt-Platz 1 mehr redliche Demokratie statt
kaltschnäuziger Deubokratie erwarten. Die rechthaberischen
Reaktionen des Oberbürgermeisters nach diesem Schuss vor den Bug
lassen allerdings von dem fälligen Lernprozess nichts hören oder
auch nur spüren.
Auf keinen Fall darf das quälende Trauerspiel auf, unter und um
den Stiftsplatz auf dem Willy-Brandt-Platz eine Neuauflage
erfahren. Das ¸¸Tafelsilber" der Stadt dafür aufs Spiel zu
setzen, um heiße Luft für Seifen- und Sprechblasen der
Pfalzarena-Kampagne der CDU zu liefern, würde diese Art von
Kommunalpolitik in die Nähe von Roulette oder ähnlichen
Glücksspielen rücken.
Nur Vernunft, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und
Vertrauen der Bürgerschaft können Grundlagen einer auf
Zukunftssicherung ausgerichteten Stadtpolitik sein. Das ist die
klare Botschaft, die vom Bürgerentscheid ausgeht und ihn zu
einem ebenso wohltuenden wie wegweisenden Ereignis für
Kaiserslautern und seine Bürgerschaft macht. Gut so, weiter so!
Lothar Schwartz, Kaiserslautern
¸¸Blick auf Rotunde hat Herzen
erfreut"
Nun hat es der Herr Deubig doch
geschafft und ist auch noch glücklich darüber. So ein Sieg würde
keinem fairen Sportsmann Spaß machen, aber wer die Macht hat,
ist eben selten fair. Es wundert mich, dass er mit allen Mitteln
und Worten versucht, diese Pfalzarena schön zu reden, obwohl ja,
wovor sich auch ein Herr Deubig nicht verschließen kann, die
meisten Bürger die Pfalzarena nicht wollen. Kaiserslautern ist
nun mal eine Kleinstadt, und der Platz vor dem Pfalztheater mit
dem offenen Blick auf die Rotunde hat viele Herzen erfreut, das
der Lauterer und das der Menschen, die diese Stadt besuchen -
man hatte den Eindruck von ein bisschen Größe und Weite - aber
dies ist ja wohl zu viel gewesen und nun vorbei. Bei irgendwann
wieder anstehenden Wahlen werden es ihm die Bürger der Stadt
bestimmt ¸¸danken", dass er so absolut regiert. Ach: Hat sich
Herr Deubig auch schon darüber Gedanken gemacht, welche Folie er
einmal in den Fenstern der Pfalzarena anbringen lässt - blau wie
im Hotel, gelb oder doch grün, der Hoffnung wegen?
Rosi Ziegler, Kreimbach-Kaulbach
¸¸Müsste sich still in eine Ecke
setzen..."
Nach dem Ergebnis des
Bürgerentscheids Pfalzarena müsste sich der OB der Stadt
Kaiserslautern ganz still in eine Ecke setzen und sich schämen.
Statt dessen dürfte aber zu erwarten sein, dass er schon bald
verlauten lassen wird, welch toller Erfolg die Abstimmung war
und wie segensreich die ¸¸Bernhard-Deubig-Gedächtnis- Arena"
für die Stadt Kaiserslautern sein wird.
Ganze 7,59 Prozent der wahlberechtigten Bürger Kaiserslauterns
haben für den Bau der Pfalz arena
gestimmt. Welch beeindruckende Zustimmung für die Vorschläge des
Stadtoberhauptes! Aber man gewöhnt sich daran, dass in ¸¸Deubig-City"
der OB wie einst der Marshall von Laramie über Wohl und Wehe der
Stadt bestimmt und mit seinen Marionetten dafür sorgt, dass
alles so läuft, wie es ihm persönlich gefällt.
Der große Meister scheint nur vergessen zu haben, dass er als
Ober- ¸¸bürger"meister eigentlich dem Wohl der Bürger dienen
sollte, anstatt sich selbst Denkmäler setzen zu wollen.
Werner Müller, Kaiserslautern
¸¸Betreiber haben schöngerechnet"
Den Äußerungen von Frau
Szakun-Hoch muss ich zustimmen. Wir sind hier leider keine so
reiche Gegend, dass die Leute mal so nebenbei mehrmals im Jahr
hohe Eintrittspreise zahlen werden. Einen Durchschnittspreis von
13 Euro kann ich, aufgrund eigener Beobachtungen in anderen
Städten Deutschlands, auch nicht nachvollziehen. Zu diesem Thema
hätte vielleicht der Artikel der FAZ vom 1.6.2003 ¸¸Zu viele
Arenen - zu wenige Stars", in dem sich verschiedene
Konzertbetreiber und Wirtschaftsfachleute äußerten, auch in
dieser Zeitung abgedruckt werden sollen. Ich zitiere unter
anderem: ¸¸Kein Mensch braucht neue Spielstätten. Die
Arena-Betreiber haben ihre Vorhersagen schöngerechnet. Die
meisten operieren am Rande der Existenz" (M. Lieberberg). Oder
Günter Vornholz, Branchenexperte der NordLB: ¸¸Nach dem Bauboom
bei Rathäusern und Hallenbädern ist nun die Veranstaltungshalle
das Statussymbol von Kommunalpolitikern." Kann sich der
städtische Haushalt wirklich diese kommende jährliche Belastung
leisten?
Eine weitere Überlegung wäre, dass die Stadt Kaiserslautern nach
30 Jahren die Pfalzarena zwar bezahlt hätte, aber dann eine
Halle übernimmt, die veraltet sein wird und für einen großen
Betrag saniert werden muss! Oder wird das Gebäude dann frisch
renoviert übergeben?
Helga Knippenberg, Kaiserslautern
¸¸An Betriebszuschuss werden alle
beteiligt"
Jetzt bekommt unser
Oberbürgermeister doch noch sein Denkmal. Nachdem der
Stiftsplatz als solches zu einem städtebaulichen Desaster
mutiert ist und mit einer wundervollen Ruine in Form des
Hotelrohbaus seit mehreren Jahren das Stadtbild verschönert,
stellt sich die Frage, ob die Pfalzarena nur ihren Schatten auf
die langsam verrottende ehemalige Gondrom-Buchhandlung mitten in
unserem Stadtkern werfen soll, damit sie von den Besuchern der
Fruchthalle und des Pfalztheaters nicht wahrgenommen wird, oder
auf das seit Jahren leer stehende ehemalige Gondrophon und
neuerdings auch auf die Kaufhalle? Wird sich das Projekt in die
Reihe dieser Peinlichkeiten gesellen oder besinnt man sich eines
Besseren und folgt der Stimme der Vernunft (beziehungsweise des
Volkes)?
Die CDU-Mehrheit im Stadtrat wird jedenfalls auf Befehl eines
schon fast absolutistisch regierenden Oberbürgermeisters den Bau
beschließen, und das gegen eine eindeutige Ablehnung der
Bevölkerung. Ob sich die Kaiserslauterer Bürger dann beim
ehrfürchtigen Anblick dieses Monuments an Herrn Deubig und seine
großen Taten erinnern werden, oder doch eher an die 1,3
Millionen Euro Betriebszuschuss pro Jahr, der die heutige junge
Generation noch nach über 20 Jahren trotz leerer Stadtkasse
belasten wird? An diesem Zuschuss werden jedenfalls alle
beteiligt, ob dafür oder dagegen, indem die Gebühren erhöht
werden! Es sollte jedenfalls unserem Oberbürgermeister zu denken
geben, dass trotz einseitiger Information pro Pfalzarena durch
Postwurfsendungen und Zeitungsanzeigen (wer hat die eigentlich
bezahlt?) so viele Menschen in unserer Stadt das Projekt in
dieser Form ablehnen!
Martin Mohr, Kaiserslautern
¸¸Ohrfeige für Politikstil"
Die Bürger Kaiserslauterns haben
gesprochen! Und obwohl der Bürgerentscheid letztendlich nicht
erfolgreich war, hat der Oberbürgermeister doch eine schallende
Ohrfeige für seinen arroganten Politikstil erhalten. Fast 80
Prozent oder, anders gesagt, vier von fünf Bürgern
Kaiserslauterns sind gegen die Pfalz arena,
der Entscheid ist an nur 1100 Stimmen gescheitert, was bei einem
Quorum von rund 22.500 Stimmen äußerst knapp ist. Mehrmals hatte
Deubig zuvor
angekündigt, auch bei nur einer fehlenden Stimme an dem Bau der
Halle festzuhalten. Ein wenig erinnert er dabei an Gargamels
¸¸Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!" Das (möglicherweise)
letzte Wort hat jetzt die Aufsichtsbehörde in Trier, die nur die
finanziellen Aspekte zu beurteilen hat. Aber auch da bietet
Kaiserslautern genügend haushaltspolitischen Zündstoff, der dann
vielleicht auch vor Gericht landet. Der OB hat dabei nur ein
Ziel: Der erste Spatenstich muss vor der Kommunalwahl
stattfinden, denn danach - und dies ist jetzt klar - werden in
Kaiserslautern andere Mehrheiten entscheiden!
Tom Steinwender, Kaiserslautern
¸¸Wählermeinung nicht respektiert"
So viel ist die Meinung der
Bürger wert! In Kaiserslautern hat man den Bürgern Gelegenheit
gegeben, in der Form eines Bürgerentscheids ihre Meinung kund zu
tun. Es haben 27.090 gewählt, 21.297 haben sich gegen den Bau
ausgesprochen und 5681 haben dem Bau der Pfalz arena
zugestimmt.
Der Herr OB und die CDU-Stadtratsmehrheit sind nach diesem
Ergebnis weiterhin der Meinung, der Bau der Pfalz arena
ist in Ordnung, was auch nach Gesetz so rechtens ist. Für mich
ist das wieder ein Beweis dafür, dass die Meinung der Wähler
nicht respektiert wird.
Gerhard Werling, Jockgrim
¸¸Hab" auch dagegen gestimmt"
Als ich das Ergebnis des
Bürgerentscheids wegen der Pfalz arena
im Fernsehen sah und ich feststellen musste, das die Lauterer
Bürger für Deubigs
Colloseum gestimmt haben, musste ich lachen. Habt ihr, meine
lieben Mitbürger, geglaubt, das solche Stars wie Robbin Williams
oder Eminem oder andere hochrangige Künstler in dieses Kaff
kommen für laut Deubig
13 Euro Eintritt? Ich jedenfalls nicht, hab" auch dagegen
gestimmt, weil ich will später vor meinen Kindern wegen der
hohen Pro-Kopf-Verschuldung kein schlechtes Gewissen haben will.
Mathias Weber, Kaiserslautern
...
¸¸Hat auch einen Helmut Kohl"
Zu dem Artikel ¸¸Sponsoren
bleiben im Dunkeln" vom 14. Januar kann man nur sagen: Nun hat
Kaiserslautern auch einen Helmut Kohl!
Ingeborg Bordt, Kaiserslautern
EBRRECK / EBRRECK
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.18
Datum: Donnerstag, den 22. Januar 2004
Seite: Nr.22
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Rheinpfalz -
20.01.2004 : Überraschend
Überraschend
Dass
die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena in
Stadtteilen wie Siegelbach oder Erfenbach ein gutes Ergebnis
beim Bürgerentscheid einfahren könnten, das hätte man aufgrund
der Ergebnisse bei den Kommunalwahlen schon vermuten und
erwarten können. Hier hat der Oppositionsgeist gegen die CDU und
ihren Oberbürgermeister ein gutes Zuhause.
Dass
die Gegner der Pfalzarena auch auf den ¸¸Hütten" ein
bemerkenswertes Ergebnis bei dem Bürgerentscheid erzielen
würden, das konnte man sich auch zusammenreimen. Der Groll über
die Abschaffung des Ortsbezirks und mithin des Ortsbeirats und
des Ortsvorstehers hat politischen Flurschaden hinterlassen.
Überraschend sind andere Ergebnisse auf der Grafik, die die
RHEINPFALZ heute auf dieser Seite präsentiert. Es sind Resultate
in Stadtteilen wie Betzenberg, Bännjerrück, Dansenberg oder
Hohenecken. Ortsbezirke, in denen die CDU bei den Kommunalwahlen
vor fünf Jahren hervorragende Ergebnisse geholt hat. Mit einer
solchen Deutlichkeit gegen die Pfalzarena hier hätte man wohl
nicht gerechnet, wenn man im Vorfeld eine Prognose hätte abgeben
müssen.
Hierin mag sich zeigen, dass die Ablehnung der Pfalzarena auch
quer durch die gesamte Wählerschaft geht. Dass auch viele
potenzielle CDU-Wähler die Pläne für die Multifunktionshalle
abgelehnt haben. Wie dies auch die RHEINPFALZ-Umfragen zu dem
Thema Pfalzarena dokumentiert haben.
Gewagt ist das, was der Gründer und Sprecher der ¸¸Initiative
pro Pfalzarena", Walfried Weber, gestern zum Besten gegeben hat.
Dass nämlich bei einem Ergebnis von 28,5 Prozent der
Abstimmungsberechtigten gegen die Pfalzarena im Umkehrschluss
71,5 Prozent der selbigen in Kaiserslautern für oder nicht gegen
die Pfalzarena gewesen sind. Das ist höhere Spekulation. Das ist
einfach zu einfach. Gewiss, das mag für etliche, die der Urne
fern geblieben sind, zutreffen. Aber für einen so hohen
Prozentsatz? Was ist mit denen, die mit Kommunalpolitik
überhaupt nichts am Hut haben?
Eine
solche Analyse, wie sie Weber gemacht hat, entspricht purem
Wunschdenken und dem Versuch, den moralischen und politischen
Druck von einem sicheren Entschluss von Oberbürgermeister
Bernhard Deubig und der CDU-Mehrheit im Stadtrat zu nehmen,
nämlich am Projekt Pfalzarena festzuhalten.
Das
Abstimmungsergebnis in CDU-Hochburgen mag zeigen, dass die
Ablehnung der Pfalzarena auch quer durch die gesamte
Wählerschaft geht.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.16
Datum: Dienstag, den 20. Januar 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 20.01.2004 : Deubig: Bürgerentscheid hat seine Chance
gehabt
Deubig: Bürgerentscheid hat seine
Chance gehabt
Oberbürgermeister: Mögliche Bedenken
der ADD sind zu zerstreuen
Oberbürgermeister Bernhard Deubig rechnet damit, dass die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) dem städtischen
Engagement zur Verwirklichung der Pfalzarena keine Steine in den
Weg legt. Im RHEINPFALZ-Gespräch, einen Tag nach dem
Bürgerentscheid über das Projekt, erklärte das Stadtoberhaupt:
¸¸Ich gehe davon aus, dass Bedenken bei der ADD, soweit solche
vorhanden sein sollten, zerstreut werden können, wenn die ADD
die ganze Wahrheit über das Projekt erfährt." Seine Zuversicht
begründete Deubig auch mit dem Anspruch der Stadt, ihre eigene
Entwicklung im Rahmen der Gesetze selbst bestimmen zu können.
Bei
dem Bürgerentscheid hatten zwar 21.297 Kaiserslauterer (78,9
Prozent) gegen das Vorhaben auf dem Dach des Pfalztheaters
votiert. Das nach der Gemeindeordnung notwendige Quorum von
mindestens 30 Prozent der Stimmberechtigten, das wären 22.433
gewesen, wurde freilich um 1137 Stimmen verpasst. Die Gegner der
Pfalzarena summierten sich lediglich auf 28,5 Prozent der
Stimmberechtigten von 74.775. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei
36,2 Prozent.
¸¸Ich
bedauere, dass wir bisher 21.000 Bürger nicht überzeugen
konnten", reagierte Deubig in dem RHEINPFALZ-Gespräch auf das
Ergebnis. ¸¸Es gibt aber keine Entscheidung, bei der alle sagen:
Genau das wollen wir", meinte der Verwaltungschef weiter. Der
Bürgerentscheid habe seine Chance gehabt, stellte Deubig fest.
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hätten es nicht geschafft,
die notwendige Zahl an Gegnern des Projekts zur Urne zu bringen.
Obwohl das gesamte politische Spektrum jenseits der CDU
mobilisiert worden sei, so Deubig. Es sei ein Stück Demokratie,
jetzt zu akzeptieren, dass man das Ziel nicht erreicht habe. In
einer Demokratie entscheide auch eine Stimme. Deubig: ¸¸Damit
ist fertig." Forderungen, noch einmal in die Diskussion über das
Projekt einzusteigen, bezeichnete er als ¸¸nicht besonders
demokratisch".
Der
Oberbürgermeister verhehlte im RHEINPFALZ-Gespräch nicht Freude
aus Sicht der Stadt darüber, dass es den Gegnern der
Multifunktionshalle nicht gelungen sei, das Projekt zu stoppen.
Bei der Pfalzarena handele es sich um ein ¸¸gutes Projekt",
betonte Deubig.
Anlass, in Zweifel zu geraten, sah Deubig nach dem
Bürgerentscheid nicht. Deubig: ¸¸Ich gehe davon aus, dass es
keine Sachargumente gibt, die eine andere Entscheidung
rechtfertigen." Der Wert der Sachargumente habe sich in keiner
Weise durch den Bürgerentscheid geändert. ¸¸Was vorher richtig
war, ist immer noch richtig", sagte der Verwaltungschef und
glühender Befürworter der Halle am Pfalztheater.
Kritisch setzte er sich auch mit der Feststellung auseinander,
die Initiatoren des Bürgerbegehrens hätten das Quorum nur knapp
verfehlt. ¸¸1137 Stimmen - das ist ein Wert", stellte Deubig die
Knappheit des Ergebnisses in Frage.
Mögliche negative Folgen für seine Partei, die CDU, bei der
Kommunalwahl im Juni wollte Deubig darin nicht sehen, dass er
trotz 21.297 Stimmen das Projekt Pfalzarena weiterverfolgt:
¸¸Das war eine Sachentscheidung. Bei der Kommunalwahl geht"s ums
politische Konzept."
Der
Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag (15 Uhr,
Rathaus) mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids beschäftigen. Die
Gemeindeordnung sieht vor, dass der Stadtrat für den Fall, dass
der Bürgerentscheid die erforderliche Mehrheit von 30 Prozent
der Stimmberechtigten nicht erreicht, über die Angelegenheit
noch einmal zu entscheiden hat.
Deubig ging gestern davon aus, dass der Stadtrat seinen
Beschluss zur Verwirklichung der Pfalzarena bestätigen wird. Die
CDU-Fraktion, die über die absolute Mehrheit im Stadtrat
verfügt, wird sich heute Abend mit dem Resultat des
Bürgerentscheids auseinandersetzen, wie Fraktionsvorsitzender
Werner Weisenstein gestern auf Anfrage informierte.
SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schermer hat für die
Stadtratssitzung einen Antrag angekündigt, den Beschluss zum Bau
der Pfalzarena aufzuheben. Er appellierte an die CDU-Fraktion,
sich diesem Antrag anzuschließen. Schermer: ¸¸Jede andere
Entscheidung wird auf Unverständnis stoßen. Dies wird massiv zur
Politikverdrossenheit beitragen. Die Bürger werden sich darin
bestätigt sehen, dass es ja doch keinen Sinn macht, zur Urne zu
gehen, dass ihr Wille unbeachtet bleibt. Die Aussage des
Oberbürgermeisters nach dem Bürgerentscheid, die Bürger würden
schon noch die Segnungen der Pfalzarena zu schätzen lernen, ist
Ausdruck von nicht zu überbietender Arroganz."
Walfried Weber, Sprecher der ¸¸Initiative pro Pfalzarena", ging
gestern davon aus, dass viele Befürworter der
Multifunktionshalle ihre Zustimmung zu der Pfalzarena dadurch
dokumentiert hätten, dass sie dem Bürgerentscheid fern geblieben
seien. Weber respektierte, dass sich beachtliche 28,5 Prozent
der Stimmberechtigten gegen das Projekt ausgesprochen hätten.
Umgekehrt argumentierte er aber auch, dass 71,5 Prozent für oder
nicht gegen die Pfalzarena seien. Die Tatsache, dass das Quorum
nicht erreicht worden ist, wertete Weber als ¸¸stillschweigende
Zustimmung der breiten Mehrheit". (rdz) Kommentar
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.16
Datum: Dienstag, den 20. Januar 2004
Seite: Nr.13
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SWR.de - 19.01.2004 :
ADD will geplanten Bau der
Pfalzarena prüfen
ADD will geplanten Bau der Pfalzarena prüfen
Auch nach
dem gescheiterten Bürgerentscheid von gestern Abend ist noch
unklar, ob die umstrittene Pfalzarena in Kaiserslautern
tatsächlich gebaut werden darf. Das Projekt endgültig bewilligen
muss die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier, kurz
ADD. Eine Prognose zum Ausgang der Prüfung wollte ein Sprecher der
ADD nicht abgeben - der Behörde lägen bisher keinerlei Unterlagen
über die geplante Multifunktionshalle vor. Man habe den
Kaiserslauterer Oberbürgermeister Bernhard Deubig mittlerweile
aufgefordert, die Unterlagen einzureichen, sagte der
Behördensprecher.
www.SWR.de, 19.01.2004 |
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SWR.de -
19.01.2004 : Pfalzarena wird
gebaut
Pfalzarena wird gebaut
Die Pfalzarena wird gebaut. Den Gegnern
der umstrittenen Multifunktionshalle fehlten beim gestrigen
Bürgerentscheid rund 1000 Stimmen, um das Projekt zu verhindern.
Insgesamt beteiligten sich rund 36 Prozent der Wahlbeteiligten
an dem Bürgerentscheid. Mehr als dreiviertel der Wähler stimmten
gegen das Projekt. Bevor mit dem Bau der 21 Millionen Euro
teuren Pfalzarena begonnen werden kann, muss das Projekt von der
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier genehmigt
werden.
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Rheinpfalz
- 19.01.2004 : Es bleibt spannend
Es bleibt spannend
Die
Initiatoren des Bürgerbegehrens können sich trotz der Tatsache,
dass sie ihr Ziel verpasst haben, die Pfalzarena zu Fall zu
bringen, mächtig freuen.
Nach
dem gestrigen Ergebnis des Bürgerentscheids möchte ich nicht in
der Haut von Oberbürgermeister Bernhard Deubig stecken. Er hat
zwar die Hürde Bürgerentscheid genommen. Die Initiatoren des
Bürgerbegehrens gegen die Multifunktionshalle haben das Quorum
von 30 Prozent der Abstimmungsberechtigten verfehlt. Knapp zwar,
aber verfehlt ist verfehlt.
Oberbürgermeister Deubig sieht sich indes 21.297 Bürgern
gegenüber, die seine Pläne für die Pfalzarena ablehnen und es
mit ihrem Votum zum Ausdruck gebracht haben. Das ist ein
erheblicher Teil der Bevölkerung. Ihn zu ignorieren, heißt, ihn
zu überfahren. Fürs politische Klima und für sein eigenes
Ansehen und das seiner Partei kann das folgenreich sein.
Der
Oberbürgermeister steckt in einer Zwickmühle, auch wenn er dies
gestern noch nicht zugab. Auch wenn er noch am Abend im
Zusammenhang mit dem abgelehnten Bürgerbegehren von einem
richtigen Schritt in die richtige Richtung sprach.
Die
Initiatoren des Bürgerbegehren können sich trotz der Tatsache,
dass sie ihr Ziel verpasst haben, das Projekt zu Fall zu
bringen, mächtig freuen. Mit dem Erreichen des Bürgerentscheids
hatten sie schon mehr gewonnen, als sie sich je ausgemalt
hatten. Jetzt haben sie fast die Sensation geschafft. Nur 1137
Stimmen fehlten zum Erfolg...
Das
Ergebnis stärkt die Opposition aus SPD, Grünen und FDP fünf
Monate vor dem Urnengang zur Kommunalwahl. Es gibt ihr Hoffnung
für die Stadtratswahl im Juni - für ihr Ziel, die absolute
Mehrheit der CDU im Stadtrat zu brechen. Die Opposition hat die
Bürger für das Thema sensibilisiert und mobilisiert, hat
wesentlich zu der für einen Bürgerentscheid beachtlichen
Abstimmungsbeteiligung von 36,2 Prozent beigetragen.
In
den Stimmen gegen die Pfalzarena steckt mehr als nur bloße
Ablehnung des Projekts. Eine Rolle bei der Entscheidung der
Bürger hat auch der politische Rahmen gespielt: die
Dauerbaustelle Stiftsplatz, auch wenn Tiefgarage und Oberfläche
fertig sind, der Umgang Deubigs mit den Kritikern der
Pfalzarena, sein Versuch, das Bürgerbegehren durch die
Argumentation zu stoppen, es handele sich nicht um eine
öffentliche Einrichtung. Mag sein, dass auch die Diskussion um
die Abstimmungsbenachrichtigung zu seinen Lasten ging.
Die
Hoffnung, mit viel Geld und werblichem Sachverstand, mit der
trickreichen Gründung einer ¸¸Initiative pro Pfalzarena" die
Sympathiewerte für die Halle zu erhöhen, ist fehl geschlagen.
Nur 5681 Lauterer stellten sich hinter das Projekt. Die
Werbestrategie zugunsten der Halle hat ihr Ziel ganz
offensichtlich nicht erreicht.
Es
bleibt spannend, um es mit den beliebten Worten des
Oberbürger-meisters zu sagen.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.15
Datum: Montag, den 19. Januar 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 19.01.2004 : 1137 Stimmen fehlen zum Erfolg
1137 Stimmen fehlen zum Erfolg
Bürgerentscheid zur Pfalzarena
scheitert ganz knapp - 21 297 Lauterer gegen den Bau
Die
Spannung weicht der Freude. Die Gegner der Pfalzarena werten das
Ergebnis des gestrigen Bürgerentscheids, dem ersten in der
Geschichte der Stadt, als Erfolg - auch wenn es nicht ganz
gereicht hat, den Bau der Multifunktionshalle zu verhindern.
Beim Endergebnis fehlten 1137 Stimmen zum Sieg der Initiative
gegen die Pfalzarena.
21.297 Kaiserslauterer von 27.090, die zur Stimmabgabe gingen,
votierten gegen das CDU-Projekt. Für die Multifunktionshalle
gaben 5681 Bürger ihre Stimme ab. Insgesamt waren 74.775
Stimmberechtigte zum Bürgerentscheid aufgerufen. Um das Projekt
Pfalzarena zu kippen, wären 22.433 Stimmen erforderlich gewesen.
Das hätte den nach der Gemeindeordnung nötigen 30 Prozent der
Stimmberechtigten entsprochen. Bei 28,5 Prozent fehlten damit
unterm Strich 1,5 Prozentpunkte.
Im
Rathaus-Foyer ist gegen 18 Uhr, als die Wahllokale schließen,
noch wenig Betrieb. Die Initiatoren und ihre Anhänger stehen
zuerst um den Monitor, über den wenige Minuten später die ersten
Ergebnisse laufen. Unterdrückter Jubel kommt auf, als die
Auszählung der Bännjerrückschule 2 mit 388 Ja-Stimmen gegen die
Pfalzarena und 136 Nein-Stimmen für das Projekt über den
Bildschirm flimmert. In ähnlichen Relationen geht es weiter.
Mölschbach fährt 407:91 Stimmen gegen die Pfalzarena ein. Die
ersten Gegner im Foyer wagen sich schon an die Prognose: ¸¸Es
wird sehr knapp." Friedrich Hartmeyer,
Mitinitiator des Bürgerentscheids vom FDP-Stadtverband,
hat es gesagt, während SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christine
Szakun-Hoch fast fassungslos murmelt: ¸¸Mir ist schlecht."
Um
18.26 Uhr sind 17 von 45 Stimmbezirken ausgezählt. Gleich darauf
kommt der Oberbürgermeister aus seinem Büro im zwölften Stock
ins Foyer herab. Er fühlt sich ¸¸wie ein Tormann beim Elfmeter",
scherzt er. Joachim Färber, Vorstandssprecher des
Grünen-Kreisverbandes Kaiserslautern-Stadt, kommentiert die
vorliegenden Ergebnisse bereits als ¸¸schönen Erfolg für die
Demokratie".
Noch
fünf Stimmbezirke fehlen. Beiden Seiten ist jetzt klar: Der
Bürgerentscheid scheitert ganz knapp. Gunter Kocksch, grünes
Stadtratsmitglied, konstatiert: ¸¸Das erste Ziel waren die
17.202 Stimmen." So viele Bürger votierten 1999 bei der
Oberbürgermeisterwahl für Bernhard Deubig. Kocksch fügt an:
¸¸Jetzt knacken wir noch gleich die 20.000." Beifall und
Bravo-Rufe, als nach 43 von 45 Stimmbezirken 20.051 Lauterer
gegen die Pfalzarena votiert haben. Um 19.02 Uhr ist der letzte
Stimmbezirk ausgezählt: Erzhütten/Wiesenthalerhof.
¸¸Das
Ergebnis muss dem Oberbürgermeister zu denken geben, denn er ist
nur mit 17.202 Stimmen gewählt worden", konstatiert auch
Christine Szakun-Hoch. Die Abstimmung selbst sei ¸¸eine
machtvolle Demonstration des Bürgerwillens". Die Wahlbeteiligung
von 36,2 Prozent kommentiert sie als ¸¸gutes Ergebnis für einen
Bürgerentscheid". Trotzdem müsse man über das hohe Quorum von 30
Prozent bei Bürgerentscheiden nachdenken, fordert die SPD-Frau.
In Bayern gebe es keines, in Nordrhein-Westfalen eine wesentlich
niedrigere Quote.
Auch
die grüne Politikerin und Pfalzarena-Gegnerin Gilda
Klein-Kocksch zeigt sich überrascht über die gute Teilnahme. Die
Bürger haben ganz deutlich gemacht, ¸¸dass sie die Halle nicht
wollen", interpretiert sie das Ergebnis. Ihrer Meinung nach
müsste der OB mit seiner CDU-Stadtratsmehrheit die Entscheidung
für die Pfalzarena revidieren. ¸¸Vier von fünf Leuten wollen die
Halle nicht." Besonders positiv empfindet Klein-Kocksch, dass
¸¸die Verhinderungspolitik" des Oberbürgermeisters nicht
geklappt hat. Sie erinnert an den Gerichtsentscheid und die
Abstimmungsbenachrichtigung, aus der nicht ersichtlich war, über
was abgestimmt wird.
Klein-Kocksch wie auch Friedrich Hartmeyer
fühlen sich in der überparteilichen Arbeit, die die drei
Oppositionsparteien geleistet haben, bestätigt. Auch
Hartmeyer kommt zu dem Schluss:
¸¸Die Bürger wollen die Pfalzarena nicht." Er fühlt sich
bestätigt: ¸¸Wir hatten Recht mit unserer Aktion. Es war
richtig, dass wir durch die Gerichtsinstanzen gegangen sind."
Der
Oberbürgermeister erklärt, dass jetzt ¸¸der Weg der Stadt in die
Zukunft eröffnet" ist. Am Donnerstag will er dem Stadtrat
empfehlen, sein Votum für die Arena zu bestätigen. Danach werden
die Unterlagen für die Genehmigungsbehörde vorbereitet. Deubig
gibt zu, dass er nicht damit gerechnet hat, ¸¸dass so viele
kommen". Er hofft, dass der Baubeginn noch 2004 sein kann.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.15
Datum: Montag, den 19. Januar 2004
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 19.01.2004 : Pfalzarena: Bürgerentscheid gescheitert
Pfalzarena: Bürgerentscheid
gescheitert
Knappes Ergebnis bei Abstimmung über
den Bau der Mehrzweckhalle
KAISERSLAUTERN (ita). Knapp gescheitert: Der Bürgerentscheid
gegen die Pfalzarena ging gestern verloren. Von 27.090 Bürgern,
die an die Urnen gingen, haben sich 21.297 Kaiserslauterer gegen
den Bau der Multifunktionshalle ausgesprochen. Zum Erfolg der
Bürgerinitiative fehlten 1137 Stimmen. 5681 Bürger sprachen sich
für die Halle aus, die über 3000 Leute fassen soll.
Die
Initiatoren des Bürgerentscheids, die SPD, FDP und die Grünen,
werteten das Ergebnis dieses ersten Bürgerentscheids in
Kaiserslautern trotzdem als gut. Christine Szakun-Hoch, SPD,
sagte, die Bürger hätten klar zum Ausdruck gebracht, dass sie
die Pfalzarena nicht wollten. Überdies gab sie zu bedenken, dass
Deubig 1999 mit nur 17.202 Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt
worden sei. Überdacht werden müsse auch das Quorum bei
Bürgerentscheiden, das mit 30 Prozent zu hoch sei. Die Grünen
forderten Deubig und die CDU-Stadtratsmehrheit auf, die
Entscheidung für den Bau zu revidieren.
Dagegen sieht sich OB Deubig trotz des knappen Ausgangs des
Bürgerentscheids in seiner Politik bestätigt: ¸¸Wenn"s nur eine
Stimme gewesen wäre, die gefehlt hätte, hätten wir den Auftrag
des Stadtrats zu erfüllen." Jetzt sollen die Unterlagen für die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier, die das
Projekt genehmigen muss, vorbereitet werden. Südwest
JOASR / JOASR
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.15
Datum: Montag, den 19. Januar 2004
Seite: Nr.1
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Homepage
Kaiserslautern.de,
18.01.2004: Bürgerentscheid über das Projekt Pfalzarena knapp
gescheitert
Bürgerentscheid über das
Projekt Pfalzarena knapp gescheitert
Der Bürgerentscheid
über das Projekt Pfalzarena, der am 18. Januar 2004 in
Kaiserslautern stattfand, ist knapp gescheitert.
Die Frage lautete:
„Sind Sie gegen das Projekt Pfalzarena auf dem Dach der Tiefgarage
vor dem Pfalztheater sowie gegen dafür vorgesehene
Betriebskostenzuschüsse durch die Stadt Kaiserslautern, wie der
Oberbürgermeister dies in der Stadtratssitzung vom 14. November
2002 vorgeschlagen hat?“ Von rund 75.000 Wahlberechtigten
beantworteten 21 297 Bürger diese Frage mit „Ja“. Das entspricht
78,9 Prozent. 5681 Bürger (21,1 Prozent) stimmten mit „Nein“.
Damit ist der Bürgerentscheid knapp gescheitert, denn die
Gemeindeordnung sieht vor, dass bei einem Bürgerentscheid die
gestellte Frage in dem Sinne entschieden ist, in dem sie von der
Mehrheit der gültigen Stimmen beantwortet wurde, sofern diese
Mehrheit mindestens 30 Prozent der Stimmen beträgt. Bei rund
75.000 Wahlberechtigten in Kaiserslautern wären dies 22.433
Stimmen gewesen. 1136 Ja-Stimmen fehlten also, um die
vorgeschriebenen 30 Prozent zu erreichen.
Die Wahlbeteiligung
betrug 36,2 Prozent.
vorläufiges Abstimmungsergebnis auf
www.kaiserslautern.de |
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Kaffeekännchen online - 18.01.2004 : Vier von fünf Wählern gegen
Pfalzarena - Deubig will dennoch bauen
Vier von fünf
Wählern gegen Pfalzarena - Deubig will dennoch bauen
Zu einem
Fotofinish kam es heute Abend im Kaiserslauterer Rathaus zur
Auszählung der Stimmen des Bürgerentscheids gegen die
Pfalzarena. 78,9 Prozent der Wähler votierten gegen den Bau der
Pfalzarena, nur 21,1 Prozent dafür. Dennoch scheiterte der
Bürgerentscheid knapp, da mindestens 30 % der Wahlbeteiligten
hätten gegen die Pfalzarena stimmen müssen. Statt 22.433
notwendiger Stimmen gegen das Projekt kamen die Gegner
"lediglich" auf 21.297 Stimmen. Gleich nach der Bekanntgabe des
Ergebnisses sprach Deubig vor den Fernsehkameras von einem guten
Tag für Kaiserslautern und verhöhnte damit die vier Fünftel der
Wähler gegen seinen Pfalzarena-Plan. Deubig will am Bau der
Pfalzarena festhalten, weil das Quorum der Gegenstimmen nicht
erreicht wurde. Von einer beeindruckenden Mehrheit sprach
Christine Szakun-Hoch (SPD), die Deubig aufforderte, angesichts
der Mehrheitsverhältnisse das Projekt zu überdenken.
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Kaffeekännchen online - 18.01.2004 : Bürgerentscheid: Sieg und
Niederlage für beide Seite
Bürgerentscheid:
Sieg und Niederlage für beide Seiten
Der heutige
Bürgerentscheid über die Pfalzarena hat beiden Seiten am Abend
zugleich einen Sieg und eine Niederlage beschert. Keineswegs
enttäuscht zeigten sich die Gegner der Pfalzarena, die nicht mit
einem so knappen Ergebnis gerechnet hatten. Bei nur geringfügig
größerer Wahlbeteiligung wären die 30 Prozent der
Wahlberechtigten bei den Stimmen gegen das Projekt erreicht
gewesen. 78,9 Prozent Stimmen gegen die Pfalzarena sind ein
mächtiger Brocken, gegen den Deubig in der Zukunft schwer
anzuargumentieren haben wird.
Trotz der
Mehrheitsverhältnisse triumphiert OB Deubig mit dem Ergebnis. Er
kann die Abstimmung als Sieger verlassen, weil das Quorum der
Gegenstimmen nicht erfüllt wurde. Obwohl nur 5.681 Stimmchen für
seinen Plan stimmten und nicht die breite Mehrheit, wie Deubig
immer prophezeit hatte, kann Deubig mit dem demokratischen Recht
auf seiner Seite mit der CDU am Pfalzarena-Plan festhalten und
die Bagger rollen lassen.
"So wird es wohl
sein." erklärte Deubig auf die Frage, ob die Pfalzarena nun
gebaut werde. Der Gegenseite sei es nicht gelungen, die relativ
einfach zu erreichenden 30 Prozent der Wahlberechtigten hinter
sich zu bringen. "Das Ergebnis ist raus. Der Weg in
Kaiserslauterns Zukunft ist eröffnet.", meinte der OB. In
Kaiserslautern könne es weiter gehen. Viele, die heute noch
dagegen votiert hätten, würden im Verlauf ihre Meinung zur
Pfalzarena ändern.
Keineswegs
enttäuscht zeigte sich für die Gegner der Pfalzarena Christine
Szakun-Hoch von der größten Oppositionspartei SPD. Zusammen mit
der FDP und den Grünen hatte sie
das Bürgerbegehren angestrengt und zuvor rund 10.000
Unterschriften gesammelt. "Das Ergebnis ist eine machtvolle
Demonstration. Wir fordern Herrn Deubig auf, seine Pläne zu
überdenken.", erklärte sie nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.
Mit dem
Vierfünftel-Votum ist Oberbürgermeister Deubig, aber auch die
letzte Rheinpfalzumfrage um Längen übertrumpft. Deubig hatte
immer davon gesprochen, dassin Wahrheit die Mehrheit der Bürger
die Pfalzarena wolle. Gegen die 10.000 Unterschriften der
Pfalzarenagegner konnten die Befürworter in der Öffentlichkeit
im Vorfeld nur eine Initiative aufbieten, die bis zuletzt fast
nur aus einer Figur zu bestehen schien, um so geschickt eine
Deckadresse für die Sponsorengelder unerkannt gebliebener
Finanziers der Befürworter bei deren Anzeigen- und Werbekampagne
zu haben.
Die willkürlich
juristisch gezogene Wahlgrenze der 30 Prozent Wahlbeteiligten in
der Kommunalverfassung hat sich als unzweckmäßig erwiesen, da
jetzt in Kaiserslautern vier Fünftel der Wahlbeteiligten dem
Bürgerbegehren statt gaben, was eine eindeutige demokratische
Mehrheit ist. Immerhin: Heute haben mehr Kaiserslauterer in
absoluten Zahlen gegen den Plan des OB Deubigs gestimmt, als ihm
seinerzeit bei den OB-Wahlen in sein Amt verholfen haben. Denn
die Wahlbeteiligung lag beim Bürgerentscheid und den OB-Wahlen
ähnlich, das Ergebnis in Prozenten nicht.
|
| |
Bürgerentscheid Pfalzarena - vorläufiges
Gesamtergebnis
Die
notwendige Mindeststimmenzahl (Quorum: 22.433) wurde mit 21.297 Ja
Stimmen nicht erreicht. Es fehlten 1136 Ja-Stimmen oder ca.
2% mehr Wahlbeteiligung.
|
74775 Wahlberechtigte |
36,2% Wahlbeteiligung |
26978 Gültige Stimmen |
|
Stimmbezirk |
Wahlbe-rechtigte |
Wähler/
-innen |
Ja |
Nein |
|
Paul-Münch-Schule 1 |
1835 |
563 |
441
78,6% |
120
21,4% |
|
Luitpoldschule 1 |
1847 |
549 |
460
83,9% |
88
16,1% |
|
Luitpoldschule 2 |
1619 |
317 |
234
73,8% |
83
26,2% |
|
Luitpoldschule 3 |
1123 |
342 |
262
77,3% |
77
22,7% |
|
Paul-Münch-Schule 2 |
1578 |
539 |
447
83,4% |
89
16,6% |
|
Röhmschule 1 |
1815 |
525 |
405
77,6% |
117
22,4% |
|
Röhmschule 2 |
1846 |
600 |
487
81,4% |
111
18,6% |
|
Röhmschule 3 |
1916 |
566 |
479
85,1% |
84
14,9% |
|
Goetheschule 1 |
1872 |
503 |
395
78,8% |
106
21,2% |
|
Goetheschule 2 |
1990 |
543 |
420
78,7% |
114
21,3% |
|
Kottenschule 1 |
1905 |
640 |
517
81,3% |
119
18,7% |
|
Kottenschule 2 |
1945 |
561 |
439
78,5% |
120
21,5% |
|
Theodor-Heuss-Schule 1 |
1520 |
482 |
390
81,1% |
91
18,9% |
|
Theodor-Heuss-Schule 2 |
1780 |
710 |
550
77,8% |
157
22,2% |
|
Theodor-Heuss-Schule 3 |
1676 |
779 |
604
77,7% |
173
22,3% |
|
Theodor-Heuss-Schule 4 |
1237 |
374 |
290
77,7% |
83
22,3% |
|
Geschwister-Scholl-Schule 1 |
1719 |
308 |
227
74,2% |
79
25,8% |
|
Geschwister-Scholl-Schule 2 |
1991 |
854 |
698
81,8% |
155
18,2% |
|
Geschwister-Scholl-Schule 3 |
1823 |
446 |
340
76,4% |
105
23,6% |
|
Stiftswaldschule |
2003 |
510 |
409
80,8% |
97
19,2% |
|
Betzenberg-Schule 1 |
1874 |
815 |
646
79,5% |
167
20,5% |
|
Betzenberg-Schule 2 |
1830 |
602 |
476
79,6% |
122
20,4% |
|
Pauluskirche 1 |
1641 |
552 |
434
78,8% |
117
21,2% |
|
Pauluskirche 2 |
1843 |
945 |
713
75,9% |
226
24,1% |
|
Friedenskirche 1 |
1886 |
578 |
434
75,3% |
142
24,7% |
|
Friedenskirche 2 |
1556 |
585 |
429
73,5% |
155
26,5% |
|
Stresemannschule |
1882 |
734 |
565
77,0% |
169
23,0% |
|
Bännjerrück-Schule 1 |
1545 |
639 |
490
76,8% |
148
23,2% |
|
Bännjerrück-Schule 2 |
932 |
526 |
388
74,0% |
136
26,0% |
|
Bahnheim |
1776 |
581 |
437
75,7% |
140
24,3% |
|
Schillerschule 1 |
1719 |
534 |
424
79,8% |
107
20,2% |
|
Schillerschule 2 |
1487 |
431 |
338
78,6% |
92
21,4% |
|
Fischerrück-Schule |
1769 |
570 |
386
68,4% |
178
31,6% |
|
Erzhütten |
2171 |
1074 |
860
80,2% |
212
19,8% |
|
Einsiedlerhof |
1056 |
289 |
197
68,2% |
92
31,8% |
|
Morlautern 1 |
1619 |
849 |
677
80,2% |
167
19,8% |
|
Morlautern 2 |
877 |
437 |
347
79,4% |
90
20,6% |
|
Erlenbach |
1852 |
844 |
663
78,9% |
177
21,1% |
|
Mölschbach |
993 |
501 |
407
81,7% |
91
18,3% |
|
Dansenberg |
2097 |
983 |
774
79,0% |
206
21,0% |
|
Hohenecken 1 |
1389 |
552 |
445
80,6% |
107
19,4% |
|
Hohenecken 2 |
1559 |
674 |
522
77,8% |
149
22,2% |
|
Siegelbach |
2084 |
969 |
841
87,5% |
120
12,5% |
|
Erfenbach 1 |
1505 |
736 |
592
80,7% |
142
19,3% |
|
Erfenbach 2 |
793 |
379 |
318
83,9% |
61
16,1% |
|
Vorläufiges Endergebnis
45
Stimmbezirke |
74775 |
27090 |
21297
78,9% |
5681
21,1% |
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Rheinpfalz - 17.01.2004 : Eine hohe Wahlbeteiligung ist
wünschenswert
STADTGESPRÄCH: Eine hohe
Wahlbeteiligung ist wünschenswert
Genug
der Worte, jetzt lasst die Stimmzettel sprechen! Die Argumente
pro und contra Pfalzarena sind in den letzten Wochen hinreichend
ausgetauscht worden. Befürworter und Gegner der Halle am
Pfalztheater haben sie in die Waagschale geworfen. Sonntagabend
wissen wir, wie leicht beziehungsweise wie gewichtig sie gewesen
sind.
Wohin
man zuletzt auch kam: Die Rede kam immer wieder auf die
Pfalzarena. Braucht Kaiserslautern so eine Veranstaltungshalle,
passt sie an die Stelle der Pfalztheater-Tiefgarage, kann sich
Lautern ein solches Vorhaben überhaupt leisten, hat der Betrieb
realistische Aussicht, erfolgreich über die Bühne zu gehen?
Viele Lauterer fühlten sich hin- und hergerissen in ihrer
Meinung. Auf der einen Seite die Chancen für die
Stadtentwicklung, auf der anderen Seite die Bedenken
finanzieller, städtebaulicher oder betrieblicher Art.
Die
politischen Befürworter der Halle haben mächtig aufgedreht, um
eine positive Stimmung für die Pfalzarena zu produzieren.
Finanziell konnten sie dank einer offensichtlichen Unterstützung
der Bauherren und Betreiber aus dem Vollen schöpfen, konnten mit
Hilfe einer Agentur über die eigens gegründete ¸¸Initiative pro
Pfalzarena" Anzeigen aufgeben und eine achtseitige
Pfalzarena-Zeitung unters Volk bringen. Konnten prominente
Lauterer auffordern, in einer Inseratkampagne Werbung für die
Pfalzarena zu machen. Die Gegner konnten da nicht Schritt
halten, mussten mit wesentlich bescheideneren Mitteln auskommen.
Die
spannendste Frage: Wie viele machen sich morgen in die
Abstimmungslokale auf, um ihr Votum abzugeben? Wie stark kann
die Opposition ihre Klientel mobilisieren? Kann sie die
Sensation schaffen und 30 Prozent der Wahlberechtigten in
Kaiserslautern hinter sich vereinen? Wie zahlreich werden die
Befürworter der Halle an der Abstimmungsurne sein? Oder werden
sie von vornherein darauf spekulieren, dass die Gegner ohnehin
nicht das hohe Quorum erreichen?
Interessant für die politischen Beobachter der Szenerie: Lässt
sich im Ergebnis des Bürgerentscheids ein Trend für die
Kommunalwahl ablesen, die am 13. Juni dieses Jahres die Lauterer
erneut an die Urnen ruft, um dann Stadtrat, Ortsbeiräte und
Ortsvorsteher in Kaiserslautern neu zu wählen?
Dem
Bürgerentscheid ist eine hohe Wahlbeteiligung zu wünschen. Sie
ist die Voraussetzung dafür, dass das Resultat das Prädikat
verdient, das Meinungsbild der Lauterer tatsächlich
wiederzugeben. Für die Lauterer ist es die Chance, über ein
umstrittenes Projekt selbst zu befinden. Das gibt"s selten. Wer
die Chance fahren lässt, pro oder contra Pfalzarena zu stimmen,
darf sich am Schluss nicht darüber beschweren, wenn das Ergebnis
nicht nach seiner Nase ist.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.14
Datum: Samstag, den 17. Januar 2004
Seite: Nr.18
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
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Rheinpfalz - 16.01.2004 : Vor dem Bürgerentscheid Pfalzarena (4
und SCHLUSS)
Vor dem Bürgerentscheid Pfalzarena
(4 und SCHLUSS)
Imagegewinn oder Größenwahn?
Was
die Pfalzarena der Stadt bringen soll und was die Gegner dazu
sagen
Am
18. Januar sind rund 75.000 Wahlberechtigte in Kaiserslautern
aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid über den Bau der
Pfalzarena zu befinden. Im Vorfeld der Abstimmung beleuchtet die
RHEINPFALZ das Projekt aus verschiedenen Blickwinkeln.
Die
Pfalzarena wird die Stadt wirtschaftlich voranbringen. Davon ist
Oberbürgermeister Bernhard Deubig überzeugt. Argumentationshilfe
liefert ihm Alfons Madeja, Professor an der Fachhochschule
Heilbronn und laut Deubig ein Experte in Tourismusmanagement.
Der habe geschätzt, dass die Arena
einen Input von acht Millionen Euro jährlich in die Stadt
bringe. Und außer den 40 Arbeitsplätzen in der Einrichtung
weitere 180 nach sich ziehe, in Hotellerie, Gastronomie und
Handel. Das hätten Erfahrungen aus anderen Städten gezeigt.
Sicher ist der Oberbürgermeister auch, dass eine große
Veranstaltungshalle ein Riesen-Imagegewinn sein wird. Vieles
laufe an der Stadt vorbei, weil adäquate
Veranstaltungsmöglichkeiten fehlten, so der Oberbürgermeister.
¸¸Das ist auch Lebensqualität, die verloren geht." Hallen wie
die Barbarossahalle oder die Burgherrenhalle verfügten nicht
über Kommunikationstechnik, die dem heutigen Standard
entspreche. Fernsehshows hätten schon lange keine Chance mehr:
¸¸Die sagen, das sind Provinzverhältnisse." Auch große Rock- und
Popkonzerte sowie Volksmusik - dieser Bereich werde bislang
nicht angedient. Ein anderes Beispiel, das den OB umtreibt:
¸¸Bei der heißen Jahreshauptversammlung des FCK vor zwei Jahren
kamen 1761 Besucher in die Barbarossahalle. Wären es 50 mehr
gewesen, hätten wir ein Problem gehabt." Auch ein großer
Kongress der Fraunhofer-Gesellschaft habe statt in
Kaiserslautern in Mainz stattfinden müssen, wegen fehlender
Raumkapazitäten. Deubig: ¸¸Ging nicht, traurig, traurig."
Dass
Räumlichkeiten für Kongresse und Fachtagungen in der
Barbarossa-stadt fehlen, bestätigt TU-Präsident Helmut Schmidt.
¸¸Weil wir national und international als Hochschule mitsprechen
wollen, empfinden wir das als Defizit." Mehrtägige Kongresse mit
mehr als 100 Teilnehmern ließen sich auf dem Campus nur schwer
realisieren.
Und
die fehlenden Hotelkapazitäten? Die werden laut
Deubig geschaffen, wenn
die Pfalzarena steht. ¸¸Ich habe konkrete Nachfragen auf dem
Tisch, die sagen aber, Voraussetzung ist, dass in der Stadt was
los ist." Das Leben in der Innenstadt zu halten und zu stärken
ist indes sein Hauptargument für die Pfalzarena. ¸¸Heute fährt
der letzte Bus um 23.08 Uhr, für die Zukunft kann man sich
vorstellen, dass die Busse bis 1 oder 2 Uhr fahren."
Hanno
Scherer, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands
Rheinhessen/Pfalz, sieht das nüchterner. Dass die Pfalzarena dem
Handel zusätzliche Umsätze bescheren wird, damit rechnet er eher
nicht. ¸¸Das war auch beim Konzert von André Rieu nicht der
Fall." Außerdem seien die meisten Veranstaltungen abends, wenn
die Geschäfte zu haben. Einen Imagegewinn schließt er hingegen
nicht aus. Profitieren werde die Stadt auch von zusätzlichen
Parkplätzen, die gebaut werden. Aber darüber kann er sich nur
eingeschränkt freuen: ¸¸Was nützen die schönsten Parkplätze,
wenn es immer weniger Geschäfte in der City gibt, weil entgegen
dem verabschiedeten Einzelhandelskonzept immer mehr Großmärkte
in Randlagen zugelassen werden." Der Gastronomie könnte die
Pfalzarena Vorteile bringen, räumt Scherer ein. Nur eines stehe
mit Sicherheit fest: ¸¸Die Halle wird das Stadtbild verändern."
Für
die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena
versucht Deubig mit seinen Argumenten, die Pfalzarena belebe die
City, ¸¸nur etwas schönzureden", wie es die
SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christine Szakun-Hoch formuliert.
Es sei unseriös zu behaupten, so eine Halle bringe einen Input
von acht Millionen Euro. ¸¸Er kennt doch die Auslastung noch gar
nicht." Überhaupt operiere der Oberbürgermeister viel mit
Schlagworten. ¸¸Weil ein Kongress der Fraunhofer-Gesellschaft
nicht stattfinden konnte, brauchen wir keine Halle für über 3000
Leute." Ihrer Ansicht nach wäre es viel besser, das
Fritz-Walter-Stadion als Kongress-Zentrum auszubauen.
Grünen-Sprecherin Gilda Klein-Kocksch regte an, für Fachtagungen
Veranstaltungsstätten zu vernetzen. Einig sind sich die Gegner
auch, dass der Handel gar nicht profitieren wird. Klein-Kocksch:
¸¸Die Leute kommen am Abend gezielt zu den Veranstaltungen und
gehen nicht vorher noch shoppen." Auch die Gastronomie in der
Stadt werde von der Pfalzarena nichts haben, prophezeit
Klein-Kocksch. ¸¸Der Betreiber will sechs Cateringstände in die
Halle integrieren. Da wird ein Sekt getrunken und vielleicht
eine Kleinigkeit gegessen - und dann geht es ab heim." Überzeugt
ist sie auch, dass kein Investor ein Hotel hochzieht, weil
vielleicht ein paar Tagungen im Jahr mehr stattfinden. Noch
entscheidender aber sei: ¸¸Das größenwahnsinnige Projekt bricht
der Stadt das Genick. Das Geld wird für wichtige andere Aufgaben
wie etwa Schulsanierungen fehlen."
Gerhard Denzer, Geschäftsführer im Haus des Bürgers in Ramstein,
gibt das zu bedenken: ¸¸Wenn die Betreiber der Pfalzarena
kulturell groß einsteigen, ziehen die uns die Kaufkraft für
Kultur ab. Wenn sich das Veranstaltungsangebot in der Region
verdreifacht, geben die Leute ja nicht plötzlich dreimal so viel
Geld aus." Und dass man ihre Besucher im Visier habe, sei klar.
¸¸Die rechnen mit einer Anfahrtszeit von bis zu 40 Minuten, das
tun wir auch. Aber wenn künftig die Leute aus Lauterecken oder
Kusel statt nach Ramstein zu Kulturveranstaltungen nach
Kaiserslautern fahren, müssen wir mit Verschiebungen und
Einbußen rechnen, genauso wie andere Häuser in der Region."
Denzer nennt ein Beispiel. Die Auftritte der Gospel Singers.
¸¸Die treten im Umkreis bisher vielleicht an sechs Orten auf, in
Kirchen, Hallen. Wenn die nur noch in die Pfalzarena gehen, weil
sie dort insgesamt genauso viele Zuschauer begeistern, haben
fünf Häuser das Nachsehen." Zumal ein großer Hallenbetreiber
andere Preise aushandeln könne. Ein anderes Problem: Wenn die
Pfalzarena Publikumsrenner wie Peter Steiners Theaterstadl
abziehe, fehle Ramstein der Überschuss etwa für die Finanzierung
von Klassikkonzerten. Denzer sieht das nicht alleine so. Walter
Potdevin, Geschäftsführer der Landstuhler Stadthalle, hat
ähnliche Bedenken.
SCHNEIC / SCHNEIC
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.13
Datum: Freitag, den 16. Januar 2004
Seite: Nr.15
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
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Rheinpfalz - 14.01.2004 : Vor dem Bürgerentscheid Pfalz arena (2)
Vor dem Bürgerentscheid Pfalzarena
(2)
Mehr leer als voll bei hohen
Preisen?
Wie
die SMG Entertainment Deutschland GmbH als Betreiber die
Multifunk-tionshalle führen will
Am
18. Januar sind rund 75.000 Wahlberechtigte in Kaiserslautern
aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid über den Bau der
Pfalzarena zu befinden. Im Vorfeld der Abstimmung beleuchtet die
RHEINPFALZ das Projekt aus verschiedenen Blickwinkeln.
Veranstaltungen sind das Butter- und Brot-Geschäft des
Betreibers der geplanten Pfalzarena, der SMG Entertainment
Deutschland GmbH. Geld ins Haus soll auch die Vermietung von
Werbeflächen, Logen, VIP-Bereichen bringen. ¸¸Das sind wichtige
Einnahmequellen", sagt Michael Brill, Geschäftsführer der
deutschen SMG, einer 100-prozentigen Tochter der SMG mit
Hauptsitz in Philadelphia/USA. Auf der Ausgabenseite stehen
beispielsweise der technische Betrieb der Halle, Service,
Personal und Wartung/Instandhaltung. Dafür setzt Brill im Jahr
etwa eine Million Euro an.
82
Events sollen pro Jahr in der Multifunktionshalle angeboten
werden. Dazu addiert Brill die Auf- und Abbautage, womit er auf
125 Belegtage kommt. Ferner rechnet er 75 Wartungstage ein, was
insgesamt 200 Belegtage bedeutet. Kleinere Veranstaltungen wie
Kongresse oder Seminare bringen es dann auf weitere 52 Tage, an
denen die Halle brummen soll.
¸¸Das
ist ein guter Durchschnitt", stellt Brill fest, der für die SMG
auch als Manager der König-Pilsener- Arena
in Oberhausen fungiert. An die Brill"schen Belegungszahlen
glaubt Christine Szakun-Hoch nicht. Die
SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Mitinitiatorin der
Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena hält zwei Veranstaltungen
pro Woche in Kaiserslautern für höchst unrealistisch. Die
Konkurrenz in der Umgebung sei zu groß, um die Besucherströme
nach Kaiserslautern umzulenken. Die SPD-Politikerin nennt Mainz,
Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt, Heidelberg, Ludwigshafen,
Karlsruhe, Trier und Pirmasens. ¸¸Die Pfalzarena wird mehr leer
als voll sein", schätzt Szakun-Hoch.
Dem
hält Brill wiederum entgegen, dass der Markt für die Pfalzarena
geprüft und für gut befunden worden sei. Zwar würden die ganz
großen Shows in Mannheim, wo eine neue 14.000 Zuschauer fassende
Arena geplant ist, und
in Frankfurt veranstaltet. Die Trier- Arena
sei ¸¸keine große Konkurrenz", denn sie sei eher nur für
Sportveranstaltungen geeignet. Saarbrücken sei ¸¸in die Jahre
gekommen" und biete technisch nicht mehr die Möglichkeiten für
moderne Produktionen. Zum primären Einzugsgebiet zählt Brill
einen Umkreis von 45 Minuten Fahrzeit.
In
Kaiserslautern selbst sei die Pfalzarena keine Konkurrenz zu den
bestehenden Angeboten, ist sich Brill sicher. Der Neubau sei für
ganz andere Veranstaltungen konzipiert. Darüber kann die
Arena-Gegnerin
Szakun-Hoch nur lachen. Es sei blauäugig zu glauben, dass der
Spielbetrieb in der Pfalzarena nicht mit dem Programm der
anderen konkurriere. Pfalztheater, Fruchthalle, Kulturzentrum
Kammgarn, das Bürgerhaus in Ramstein, die Stadthalle Landstuhl:
Sie alle seien direkt betroffen. Die Pfalzarena sei für sie
Existenz gefährdend. Sie zitiert etwa den früheren
Pfalztheater-Intendanten Wolfgang Quetes. Er habe gesagt, dass
das Theaterpotenzial mit dem Pfalztheater ¸¸absolut ausgereizt"
sei. Würden in der Pfalzarena Angebote im Musik- oder
Theaterbereich gemacht, habe Quetes mit einer Halbierung des
Theaterpublikums gerechnet (wir berichteten am 12. Februar
2000).
Geplant ist es, in der Pfalzarena große, mittlere und kleine
Konzerte zu organisieren. Familienshows wie die ¸¸Sesamstraße
live" oder ¸¸Disney on Ice" gehören ebenfalls dazu. In die
Pfalzarena kann nach den Worten des Betriebswirts Brill der 1.
FC Kaiserslautern zu seiner Jahreshauptversammlung einladen. Es
können Kongresse stattfinden. Die
Arena ist nach Brills
Worten gleichermaßen für Sportveranstaltungen wie Basketball-,
Tennis- oder Hallenfußballspiele wie auch für Verbrauchermessen
geeignet. Als weitere Beispiele nennt er kommunale
Kulturveranstaltungen, große Gottesdienste, Bälle oder
Karnevalssitzungen.
Die
Preise der Pfalzarena sollen bei einem Durchschnitt von 13 Euro
liegen. Die ¸¸Formel", die diesem Mittelwert zugrunde liege,
errechnet sich laut Brill so: Alle zu erwartenden
Veranstaltungen multipliziert mit allen zu erwartenden Besuchern
multipliziert mit den Eintrittspreisen pro Veranstaltung und pro
Preiskategorie ergeben 13 Euro. Für ein großes Konzert, so
statuiert er ein Exempel, betrage der Nettokartenpreis 28 Euro.
Hinzu kommen Mehrwertsteuer, Vorverkaufs- und Systemgebühr:
Endpreis etwa 35 Euro. Bei einer Verbrauchermesse liege der
Nettokartenpreis bei fünf Euro; plus Gebühren komme man auf
zwölf bis 13 Euro.
Szakun-Hoch nennt Gegenbeispiele aus der von Brill gemanagten
Oberhausener König-Pilsener- Arena,
die 13.000 Besucher fassen kann. Carolin Reibers Super Hitparade
der Volksmusik koste in der mittleren Preiskategorie 54 Euro,
¸¸Disney on Ice" für Kinder von zwei bis 14 Jahren liege bei 31
Euro; eine Militärmusikparade bei 32 Euro, für ein
André-Rieu-Konzert müsse man 76 Euro hinblättern und eine
Kultnacht mit Stars der 80er Jahre komme auf 29 bis 34 Euro,
zählt sie auf. Wie bei diesen Beispielen ein Durchschnittspreis
von 13 Euro zustande kommen soll, ist der SPD-Frau ein Rätsel.
Sie fügt an: Die meisten Arenen in Deutschland lebten am Rande
des Existenzminimums.
Je
nach Art der Veranstaltung kann die Besucherzahl beziehungsweise
das Angebot an Plätzen variieren. Das maximale Fassungsvermögen
der Pfalzarena beziffert Brill auf 3000 bis 3500 Plätze. Dabei
handele es sich um eine Kombination aus Sitz- und Stehplätzen.
Brill
macht Beispiele: Bei einer Bühnenveranstaltung könne man maximal
3200 Stühle offerieren. Rund 2600 Sitzplätze wären es bei einem
Basketballspiel. Werde der Innenraum der Halle nicht bestuhlt
und gebe es Sitzplätze nur auf den Tribünen, könnten in dieser
Kombination 3600 Menschen in der
Arena Platz finden.
Ziehe man dagegen die Tribünen komplett ein, etwa bei einem
Bankett, reduziere sich die Besucherzahl auf 800 Plätze.
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.11
Datum: Mittwoch, den 14. Januar 2004
Seite: Nr.13
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
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Rheinpfalz - 14.01.2004 : Sponsoren bleiben im Dunkeln
Sponsoren bleiben im Dunkeln
Weber: Kein grünes Licht
Die
¸¸Initiative pro Pfalzarena" hüllt sich in Schweigen, wer ihre
Arbeit finanziert. ¸¸Die Sponsoren, mit denen ich gesprochen
habe, möchten nicht, dass sie bekannt werden", sagte Weber
gestern gegenüber der RHEINPFALZ nach einer Rücksprache mit
ihnen. Die Sponsoren kämen aus dem Geschäftsleben oder dem
öffentlichen Leben. Weber: ¸¸Ich habe kein grünes Licht
bekommen, einzelne Namen zu nennen."
Der
Sprecher der ¸¸Initiative pro Pfalzarena" zeigte Verständnis
dafür, dass die Sponsoren nicht mit ihrem Namen öffentlich in
Erscheinung treten wollten. ¸¸Ich muss das hinnehmen, ich muss
das respektieren", unterstrich Weber gegenüber der RHEINPFALZ
weiter. Keine Angaben machte er auch auf die konkrete Frage, ob
zu den Sponsoren auch jene bekannten Firmen gehörten, die die
Pfalzarena bauen und betreiben wollen. Weber: ¸¸Ich habe keine
Erlaubnis, Namen weiterzugeben."
Die
¸¸Initiative pro Pfalzarena" war Herausgeberin der achtseitigen
¸¸Information zum Bürgerentscheid", die am vergangenen
Wochenende an die Kaiserslauterer Haushalte verteilt wurde.
Außerdem war sie bisher für verschiedene
Anzeigenveröffentlichungen verantwortlich.
Die
Kaiserslauterer Freie Wählergruppe (FWG) hat gestern die
finanziellen Verhältnisse der Initiative hinterfragt. ¸¸Wie
kommt eine erst kürzlich gegründete Initiative an so viel Geld,
um eine so professionell gemachte Werbekampagne durchzuführen?",
fragte sich die FWG-Vorsitzende Gabriele Wollenweber.
Sie
beantwortete sich in einer Pressemitteilung diese Frage selbst:
¸¸Die Antwort kann nur lauten: Eine oder mehrere am Bau/Betrieb
der Pfalz arena
involvierte Firmen hat/haben kräftig Geldmittel bewilligt." Eine
Motivation dafür hat Wollenweber auch für sich erkannt: ¸¸Die
kommerziellen Betreiber wollen mit der Pfalzarena Geld
verdienen. Firmen sind im Allgemeinen keine Wohltäter, sie
investieren nur, um noch mehr Geld herausziehen zu können."
¸¸Sinnvoll, notwendig und legal" empfindet die FWG-Vorsitzende
dies, ¸¸solange sie auf eigenes Risiko wirtschaften". Genau dies
sei beim Pfalzarena-Projekt jedoch der wunde Punkt. ¸¸Verdienen
wollen die künftigen Betreiber, drauflegen in Form eines
Betriebskostenzuschusses soll die Stadt", so Wollenweber. (rdz)
Einwurf
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.11
Datum: Mittwoch, den 14. Januar 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz
- 14.01.2004 : Strategische Ich-AG
Strategische Ich-AG
Es
ist Spekulation. Es ist aber nahe liegende Spekulation, dass für
den finanziellen Hintergrund der vor kurzem aus der Taufe
gehobenen ¸¸Initiative pro Pfalzarena" mit Walfried Weber als
Aushängeschild oder besser: Strohmann maßgeblich jene sorgen,
die später auch den wirtschaftlichen Nutzen aus der Halle ziehen
möchten. Das sind zunächst jene Firmen, die bauen und betreiben.
Haben
sie nicht bereits ihre Hände bei der Herausgabe des
vierseitigen, farbigen Werbeprospekts im Sommer dieses Jahres im
Spiel gehabt, der kurz vor der Stadtratssitzung am 14. Juli die
Pfalzarena als eine bunte, schillernde Veranstaltungswelt
ausmalte - mit Stars auf der Bühne und nächtlichem Feuerwerk am
Lauterer Himmel?
Klar,
dass Walfried Weber seine Sponsoren nicht nennen kann, will und
darf. Alles andere wäre eine Überraschung. Wer will seine
Geldgeber schon bloßstellen? Wer will sich selbst in die Karten
gucken lassen? Antwort: Keiner.
Die
¸¸Initiative pro Pfalzarena" war als Ich-AG von Anbeginn ein
strategisches Hilfskonstrukt - von den politischen Befürwortern
der Halle im Rathaus in die Welt gesetzt, ausgestattet mit dem
Ziel, im Vorfeld des Bürgerentscheids einen scheinbar
parteiunabhängigen Wahlkampf für die Pfalzarena zu führen und
das dazu notwendige Kleingeld einzuwerben. Ein Schachzug, der
freilich wirklich leicht zu durchschauen war.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.11
Datum: Mittwoch, den 14. Januar 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 13.01.2004 : Vor dem BÜRGERENTSCHEID Pfalzarena (1)
Vor dem BÜRGERENTSCHEID Pfalzarena
(1)
¸¸Umschichtung von Vermögen"
Wie
der Oberbürgermeister den jährlichen Betriebskostenzuschuss ohne
Schulden finanzieren will
Am
18. Januar sind rund 75.000 Wahlberechtigte in Kaiserslautern
aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid über den Bau der
Pfalzarena zu befinden. Im Vorfeld der Abstimmung beleuchtet die
RHEINPFALZ das Projekt aus verschiedenen Blickwinkeln.
Es
geht um 1,278 Millionen Euro. Das ist die Summe, die die Stadt
Kaiserslautern jährlich als so genannten Betriebskostenzuschuss
für die Pfalzarena aufwenden will. Und zwar über 30 Jahre. Kann
sich die Stadt ein solches Finanzengagement überhaupt leisten?
Das ist die Frage. Für Oberbürgermeister Bernhard Deubig ist das
keine Frage. Er hält den finanziellen Einsatz aus dem Vermögen
der Stadt für machbar.
Anders die Initiatoren des Bürgerbegehrens: Für sie verbietet
sich ein derartiges Engagement im Angesicht der langen Laufzeit
über 30 Jahre, der sich auf nahezu 40 Millionen Euro türmenden
Summe zuzüglich mehrere Millionen Euro für Zinsen und der hohen
Verschuldung der Stadt. ¸¸Kaiserslautern hat dringendere
Projekte und Probleme, für die dieses Geld wichtiger wäre",
argumentiert der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende Friedrich Hartmeyer, einer
der drei Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena.
Was
der FDP-Kommunalpolitiker auch
beklagt, ist, dass sich im Verlauf der Diskussion über die
Pfalzarena von Anfang 2000 und bis zum jüngsten
Stadtratsbeschluss im Juli 2003 der Zuschussbedarf der Stadt von
zirka 370.000 Euro auf 1,278 Millionen Euro mehr als
verdreifacht hat. Und darüber hinaus sich die Laufzeit des
Zuschusses von 22 auf nunmehr 30 Jahre erhöht hat.
¸¸Es
betrifft die Verschuldung der Stadt gar nicht", hält der
Oberbürgermeister entgegen. Und macht sogleich seine Kalkulation
auf. Dabei rechnet er dem Betriebskostenzuschuss von 1,278
Millionen Euro jährlich einen Batzen von 440.000 Euro jährlich
aus Erbbauzinsen dagegen, die der Stadt aus der geplanten
Bestellung von Erbbaurechten zugunsten des Parkgaragenbetreibers
Q-Park zufließen sollen. Q-Park soll nach den Plänen im Rathaus
die Tiefgarage am Pfalztheater (derzeit von den Technischen
Werken betrieben) übernehmen, soll eine Parkgarage an der Ecke
Benzinoring/Ludwigstraße und eine Tiefgarage am Platz Altes
Theater errichten. Mit dem vermehrten Parkplatzangebot will die
Stadt dem Mehrbedarf Rechnung tragen, der durch die Pfalzarena
entsteht. Weitere 96.000 Euro resultieren aus jährlichen
Einsparungen der Stadt für die Unterhaltung der Tiefgarage, für
den Fall, dass die Tiefgarage am Pfalztheater in neue Hände
übergeht.
Summa
summarum verbleiben für die Stadt als jährlicher
Betriebskostenzuschuss für die Pfalzarena 742.000 Euro. Und die
will der Oberbürgermeister jährlich aus dem Vermögen der Stadt
erlösen - und haushaltstechnisch aus dem Vermögens- in den
Verwaltungshaushalt überführen, wo der Betriebskostenzuschuss
für die Pfalzarena verbucht wird. Der Oberbürgermeister: ¸¸Damit
entsteht kein Loch im Verwaltungshaushalt. Der Hinweis auf die
Verschuldung der Stadt ist damit unrichtig." Was für den
Oberbürgermeister nicht bedeutet, dass das Defizit im
Verwaltungshaushalt in Zukunft nicht wachsen wird. Die
Verschuldung wird weiter zunehmen, weil die Stadt die Ausgaben
des Tagesgeschäfts nicht im notwendigen Umfang erwirtschaften
kann, so Deubig. Worauf er Wert legt: Es ist eine ¸¸absolut
seriöse Finanzierung", wenn auch ¸¸ein bisschen findig".
Von
sich aus kommt der Oberbürgermeister auch auf den möglichen
Einwand zu sprechen, er verscherbele das städtische Tafelsilber.
Mitnichten ist das so, erklärt Deubig. Die Stadt mache zwar
Kaiserslauterer Vermögen zu Geld, schaffe damit aber einen neuen
Vermögensgegenstand. Denn, Deubigs Argumentation fügt sich jetzt
wieder zum Kreis, die Pfalzarena geht nach 30 Jahren in das
Eigentum der Stadt über. ¸¸Mit dem Betriebskostenzuschuss zahlen
wir an, was wir in 30 Jahren in unser Eigentum übernehmen", sagt
der Oberbürgermeister. Sinnbildlich spricht er von der berühmten
städtischen Wiese, die die Stadt gegen die Pfalzarena tauscht.
¸¸Umschichtung von Vermögen", nennt Deubig das. Und verweist auf
den Kauf der früheren Justizgebäude an der Lauterstraße, den die
Stadt mit Hilfe eines Verkaufs von Kindergartengebäuden an die
Bau AG bewerkstelligt hat.
Erhebt sich die Frage, warum die Stadt die auf rund 21 Millionen
Euro Baukosten geschätzte Pfalzarena nicht gleich selbst baut.
Der Oberbürgermeister geht davon aus, dass die Stadt deutlich
mehr als das Doppelte der heute kalkulierten Baukostensumme für
die Pfalzarena aufwenden müsste, wollte sie selbst als Bauherrin
auftreten. Anschaulich macht dies Deubig an einem theoretischen
Beispiel, das er freilich gleich als unrealistisch deklariert:
Würde die Stadt den notwendigen Kredit von 21 Millionen Euro nur
zu vier Prozent Zinsen und nur auf 25 Jahre aufnehmen, würde sie
ohne Zinseszinsberechnung schon den Kreditbedarf in Form von
Zinsen noch einmal bezahlen.
Worauf der Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang auch
verweist: Die Stadt müsste im Fall, dass sie selbst die
Pfalzarena verwirklichen würde, auch das ganze Baurisiko tragen.
Ungewiss ist auch, ob die Stadt die Pfalzarena zum Preis von 21
Millionen Euro erstellen könnte, da die Investoren sozusagen auf
eigene Rechnung hier tätig sind. Außerdem könnte die Stadt einen
Kredit in der Höhe gar nicht aufnehmen. Und das Wichtigste, was
der Oberbürgermeister aus seiner Sicht dabei einwirft: ¸¸Wir
hätten dann keinen Betreiber."
Dreh-
und Angelpunkt des Finanzierungskonzepts ist eine
Vermietungsgesellschaft, die von der Commerzbank, der
finanzierenden Bank, aus der Taufe gehoben wird. Sie beauftragt
eine Arbeitsgemeinschaft aus den Firmen Züblin (Bau), Imtech
(Ausstatter) und Bobach (Bühnentechnik) mit dem Bau der
Multifunktionshalle. Diese fungiert als Generalübernehmerin, die
die Aufträge an Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen
vergibt.
Auch
wenn der Betriebskostenzuschuss der Stadt eine andere Spur
setzt, in Wahrheit ist er ein Baukostenzuschuss. Offen spricht
dies Bernhard Deubig auch aus, dass der Betrag Hallenbau und
-unterhaltung abdeckt. Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende
sieht darin einen Widerspruch zu dem, was Deubig in der
öffentlichen Bekanntmachung zum Bürgerentscheid geschrieben hat:
¸¸Anstelle einer Kreditaufnahme und der stadteigenen
Durchführung der Baumaßnahme soll das Bauvorhaben von privater
Seite ohne diesbezügliche städtische Kostenbeteiligung auf einem
zur Verfügung zu stellenden Erbbaurecht errichtet werden."
Inhaltlich hat Friedrich Hartmeyer
Recht, der Form nach nicht.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.10
Datum: Dienstag, den 13. Januar 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 12.12.03 : Wer gegen die Pfalzarena ist, muss ¸¸Ja"
ankreuzen
Wer gegen die Pfalzarena ist, muss
¸¸Ja" ankreuzen
75 000 Kaiserslauterer bei
Bürgerentscheid gefragt - Landesweit oft Bauprojekte Anlass für
Streit zwischen Rat und Bürgern
KAISERSLAUTERN (ahb). Was in Bayern Tagesgeschäft ist, geht in
Kaiserslautern am Sonntag erstmals über die Bühne: Per
Bürgerentscheid sollen rund 75.000 Wahlberechtigte entscheiden,
ob die Pfalzarena gebaut werden soll. Würde das Projekt
abgelehnt, würde dies wie ein Stadtratsbeschluss wirken, an den
das Gremium noch dazu drei Jahre gebunden wäre. Entsprechend
hoch ist die rechtliche Hürde: Es braucht nicht nur die Mehrheit
der gültigen Stimmen, um die Pläne von Oberbürgermeister
Bernhard Deubig zu kippen - diese Mehrheit muss zudem mindestens
30 Prozent der Wahlberechtigten umfassen.
In
Kaiserslautern wird die Pfalzarena sehr kontrovers diskutiert.
Wie berichtet, geht es um eine Multifunktionshalle mit 3250
Plätzen, die privat gebaut und betrieben werden soll. Die hoch
verschuldete Stadt würde sich auf 30 Jahre mit einem
Betriebskostenzuschuss von 1,28 Millionen Euro pro Jahr
beteiligen. Kaiserslauterer, die dagegen sind, müssen am Sonntag
¸¸Ja" ankreuzen. Das ergibt sich aus dem Wortlaut der Frage:
¸¸Sind Sie gegen das Projekt ,Pfalzarena" auf dem Dach der
Tiefgarage vor dem Pfalztheater sowie gegen dafür vorgesehene
Betriebskostenzuschüsse durch die Stadt Kaiserslautern, wie der
Oberbürgermeister dies in der Stadtratssitzung vom 14.11.2002
vorgestellt hat?"
Doch
nicht nur über die Kostenfrage wird damit entschieden.
Gleichzeitig geht es um weitere Fragen, zu denen
unterschiedliche Meinungen vertreten werden: Wäre die Halle eine
unnötige Konkurrenz zu den Kulturbetrieben im Umland und zum
benachbarten Pfalztheater des Bezirksverbands, für das
Kaiserslautern einen Betriebskostenzuschuss von 3,8 Millionen
Euro im Jahr zahlt? Passt das geplante Gebäude aus
städtebaulicher Sicht? Wie sieht es verkehrs- und parktechnisch
aus, wenn mitten in der City eine ausverkaufte Großveranstaltung
stattfindet?
Viele
Bürgerentscheide beziehungsweise die vorausgegangenen
Bürgerbegehren in Rheinland-Pfalz haben bislang Bauvorhaben
betroffen. Auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo am Sonntag
ebenfalls ein Entscheid ansteht, geht es um eine Immobilie. Dort
hat der Stadtrat entschieden, die 94 Jahre alte Amseltalbrücke,
die beide Stadtteile verbindet, durch ein neues Bauwerk zu
ersetzen. Das soll der Bürgerentscheid mit knapp 21.000
Wahlberechtigten zugunsten einer Restaurierung verhindern.
Entscheidend in beiden Fällen wird wohl sein, wie viele Menschen
letztlich zur Urne gehen. Denn der Ausgang bisheriger
Bürgerentscheide lässt die Annahme zu, dass bei einer hohen
Abstimmungsbeteiligung sowohl im Sinn der Projektgegner votiert
als auch die 30-Prozent-Quote erfüllt wurde. Und wie bei Wahlen
hat sich gezeigt: je kleiner die Kommune, desto höher die
Erfolgsaussichten auf eine hohe Abstimmungsbeteiligung.
Jüngste Bürgerentscheide in Rheinland-Pfalz waren nicht von
Erfolg gekrönt. So ging es in Worms im September 2003 um einen
Parkplatz, der bebaut werden sollte. Die Gegner argumentierten,
dass dies die letzte freie Sicht auf den Dom verhindere. Bei
rund 59.787 Stimmberechtigten wurde die 30-Prozent-Marke nur
knapp verfehlt - doch immerhin 15.360 der insgesamt 16.085
abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf die Parkplatz-Gegner.
Einen Monat später bekräftigte der Stadtrat zwar seinen
Beschluss, den Platz zu bebauen, begrüßte aber gleichzeitig
¸¸das mit der bemerkenswerten Teilnahme am Bürgerentscheid
bekundete Interesse der Bevölkerung". Deshalb beschloss er
gleichzeitig, Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung zu
berücksichtigen, wozu ein ergebnisoffener Ideen- und
Gestaltungswettbewerb für das Gelände ausgeschrieben wurde.
Gescheitert war auch der Bürgerentscheid im Juni 2003 im Kreis
Altenkirchen, der sich gegen den Verkauf der Kreiskrankenhäuser
an die DRK-Krankenhausgesellschaft richtete. 103.833
Wahlberechtigte waren aufgerufen, gut 25,5 Prozent kamen nur.
Davon entschied sich aber die Mehrheit für den Verkauf. Mit
Beginn dieses Jahres gingen die Häuser ans DRK über. Wie in
Kaiserslautern, hatte es in Altenkirchen zuvor eine Debatte
darüber gegeben, ob die Abstimmungsbenachrichtigung den
Gegenstand des Bürgerentscheids benennen kann. Und wie
berichtet, will das Land künftig solchen Debatten begegnen,
indem es die Benennung zur Pflicht macht.
Erfolgreich hingegen: Vier Bürgerentscheide, die in den
vergangenen Jahren in kleinen Pfälzer Kommunen auf den Weg
gebracht wurden. In Großniedesheim bei Frankenthal gingen im
Februar 2000 von knapp 890 Wahlberechtigten 520 zur Urne; 299
von ihnen erteilten dem Plan des Gemeinderats, einen neuen
Jugendraum am alten Sportplatz zu bauen, eine Absage. Noch
deutlicher war das Votum gegen ein Bürgerzentrum in Wachenheim
im Februar 2002: 55,2 Prozent der 3691 Stimmberechtigten nutzten
ihr Recht, von ihnen votierten 1559 mit Nein. Ebenfalls um ein
Bürgerzentrum ging es Anfang 1999 in Laumersheim bei
Frankenthal: 73,6 Prozent der 782 Wahlberechtigten gingen
abstimmen, 64,8 Prozent davon sprachen sich gegen das Projekt
aus. Oder Grünstadt-Obrigheim: Dort entschieden sich im März
2000 von 1953 Stimmberechtigten 701 für den Standort Schule, als
es um den Bau einer Turnhalle ging, 247 votierten dagegen.
Erfolge verzeichneten allerdings auch Bürgerbegehren, die eine
Vorstufe des Entscheids sind. Denn für den Fall, dass ein
Begehren zulässig ist, kommt es nur dann zum Entscheid, wenn der
Rat dem Begehren nicht folgt. Eine von mehreren Voraussetzungen
für die Zulässigkeit ist dabei die Anzahl der das Begehren
unterstützenden Unterschriften, die sich an der Größe der
Gemeinde ausrichtet. Beispielsweise erreichten es die Landauer
im September 2002, dass der Stadtrat davon abrückte, die
Müllabfuhr zu privatisieren. In Gossersweiler-Stein (Kreis
Südliche Weinstraße) wurde im April 2001 ein Mobilfunkmast
¸¸gekippt". Sein erstes Bürgerbegehren erlebte der
Donnersbergkreis im September 1999, weil im kleinen Bennhausen
die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses anstand, die den
Kritikern zu üppig ausgefallen war. Der Gemeinderat entschied
sich daraufhin für eine abgespeckte Variante. Auch
Kaiserslautern hatte bereits ein Bürgerbegehren erlebt: 1996
unterschrieben 22.000 Bürger, dass das Freibad ¸¸Waschmühle"
zwar saniert, aber nicht verkleinert werden sollte. Der Stadtrat
folgte dem schließlich.
Einen
außergewöhnlichen Fall von Bürgerbegehren/-entscheid gab es
übrigens in der Nachbarschaft der Nordpfalz: In Becherbach,
einer aus Becherbach, Gangloff und Roth bestehenden Gemeinde im
Kreis Bad Kreuznach, war bei einem Entscheid im März 1996 bei
rund 900 Stimmberechtigten eine klare Mehrheit für die
Selbstständigkeit aller drei Ortsteile zustande gekommen.
Entscheiden musste dann aber letztlich der Landrat, weil es
plötzlich Zweifel darüber gab, ob die Gebietsaufteilung
überhaupt Inhalt eines Bürgerentscheids sein kann. Erst ein Jahr
später fiel die Entscheidung - Becherbach ist heute noch
Großgemeinde. Einwurf
HERBERA / HERBERA
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.9
Datum: Montag, den 12. Januar 2004
Seite: Nr.10
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Rheinpfalz - 12.12.03 : Erster Bürgerentscheid in Kaiserslautern
Erster Bürgerentscheid in
Kaiserslautern
Am 18. Januar rund 75 000
Wahlberechtigte zu Pfalzarena-Projekt gefragt
KAISERSLAUTERN (ahb). In Kaiserslautern steht am Sonntag eine
wichtige Entscheidung an: Rund 75.000 stimmberechtigte Bürger
sollen darüber befinden, ob die Pfalzarena gebaut werden soll.
Dazu hatten die Gegner ein Bürgerbegehren initiiert, das nun in
einen Bürgerentscheid mündet. Der landesweite Blick zeigt, dass
die Abstimmungsbeteiligung wesentlich dafür sein kann, ob ein
Entscheid Erfolg hat. Denn die Mehrheit der abgegebenen gültigen
Stimmen allein reicht nicht aus: Sie muss auch mindestens 30
Prozent der Stimmberechtigten betragen. Wie schwierig es sein
kann, Bürger zu mobilisieren, ist Befürwortern und Gegnern
bewusst - und hat daher wiederholt für Streit gesorgt. Südwest
JOASR / JOASR
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.9
Datum: Montag, den 12. Januar 2004
Seite: Nr.1
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Rheinpfalz - 02.01.2004 : Erste große Entscheidung 2004
Erste große Entscheidung 2004
Am 18. Januar befinden die
Kaiserslauterer über das Schicksal der Pfalzarena-Pläne
Es
ist die erste große Entscheidung im neuen Jahr. Am 18. Januar
befinden die Kaiserslauterer in einem Bürgerentscheid über das
Schicksal der Pläne zum Bau der Pfalzarena am Pfalztheater.
75.000 Lauterer sind zum Urnengang aufgerufen. Sie sollen
entscheiden, ob die Multifunktionshalle mit 3250 Sitzplätzen
beziehungsweise 6000 Stehplätzen von einem privaten Bauherrn
verwirklicht werden darf oder aber vorläufig zu den Akten gelegt
werden muss.
Die
Diskussion über das Projekt hat bereits das vergangene Jahr
geprägt. Mit ihrem Votum müssen die Bürger nunmehr eine Antwort
darauf geben, ob die Stadt ihrer Einschätzung nach finanziell in
der Lage ist, über 30 Jahre jährlich einen
Betriebskostenzuschuss von 1,28 Millionen Euro an den
vorgesehenen privaten Hallenbetreiber zu bezahlen.
Für
die Initiatoren des Bürgerbegehrens, Vertreter der
Oppositionsparteien FDP,
SPD und Grüne, ist eine solche jährliche Verpflichtung über
einen Zeitraum von 30 Jahren in Anbetracht der Verschuldung der
Stadt nicht drin. Der Betriebskostenzuschuss würde sich somit
auf nahezu 40 Millionen Euro belaufen. Auch wenn die Befürworter
der Halle behaupten, dass die Pfalzarena nach 30 Jahren in einem
renovierten Zustand in das Eigentum der Stadt übergeht,
befürchten die Initiatoren des Bürgerbegehrens, dass die Stadt
einen Sanierungsfall übernimmt.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig (CDU) hingegen sieht in dem
finanziellen Engagement eine Last, die die Stadt aus ihrem
Vermögen tragen kann. Er verweist darauf, dass sich der Betrag
von 1,28 Millionen Euro durch projektbedingte Einnahmen auf
tatsächlich 742.000 Euro reduziert. Die Einnahmen resultieren
zum großen Teil aus dem Vorhaben der Stadt, dem
Parkhausbetreiber Q-Park Flächen am Alten Pfalztheater und an
Benzinoring/Ludwigstraße im Erbbaurecht zum Bau von Parkgaragen
bereitzustellen. Worauf der Oberbürgermeister auch verweist:
dass die Stadt allein jährlich einen Betriebskostenzuschuss von
3,8 Millionen Euro für das Pfalztheater zahlt.
Eine
Antwort müssen die Kaiserslauterer auch auf die Frage finden, ob
der vorgesehene Standort am Pfalztheater geeignet ist, das
Projekt Pfalzarena zu verwirklichen. Für die Initiatoren des
Bürgerbegehrens wäre ein Bau dieser Größe ein grober Eingriff in
das heutige harmonische Bild in der Innenstadt. Die Pfalzarena
würde das Ensemble Pfalztheater, Pfalzgalerie und Fruchthalle
zerstören. Die Rotunde des Theaters würde nicht mehr sichtbar
sein. Und was die Initiatoren des Bürgerbegehrens noch betonen:
Die Pläne für die Pfalzarena gehen über die für einen an dieser
Stelle früher geplanten Konzertsaal hinaus.
Für
den Oberbürgermeister wird dagegen mit der Pfalzarena der zweite
Bauabschnitt des Kulturzentrums verwirklicht, wie es Mitte der
80er Jahre geplant worden ist. Er verweist auf die mehrere
Millionen Euro werte bauliche Vorgabe der Tiefgarage, auf die im
wahrsten Wortsinne aufgebaut werden soll. Für ihn ist die heute
Situation städtebaulich und bautechnisch unbefriedigend.
Erstens, weil die Freifläche auf der Tiefgarage wertvolle
Nutzungsmöglichkeiten verschenkt und toten Raum mitten in der
Stadt schafft, zweitens, weil die Tiefgarage ohne die statisch
notwendige Auflast im Grundwasser nur schwer beherrschbarem
Auftrieb ausgesetzt ist.
Eine
Meinung müssen sich die Kaiserslauterer auch darüber bilden, ob
die Pfalzarena eine direkte Konkurrenz zu bestehenden
kulturellen Einrichtungen wie Pfalztheater, Fruchthalle und
Kulturzentrum Kammgarn darstellt, wie das die Initiatoren des
Bürgerbegehrens befürchten, oder eine vielseitig nutzbare
Ergänzung dazu, wie die Befürworter der Halle argumentieren.
Die
Meinungen über das Projekt gehen quer durch die Wählerschaft der
politischen Parteien. Bei einer repräsentativen Meinungsumfrage
der RHEINPFALZ Mitte Dezember stellten sich 46 Prozent der
Befragten, die bei der Stadtratswahl im Juni CDU wählen wollen,
hinter das Vorhaben, 33 Prozent der CDU-Wähler lehnten es jedoch
ab. Etwas deutlicher fiel der Trend gegen die Pfalzarena bei den
Bürgern aus, die im Juni ihr Kreuzchen hinter der SPD machen
wollen. 58 Prozent der SPD-Wähler erklärten, sie seien gegen die
Pfalzarena, 28 Prozent waren aber immer noch dafür. Bei der
Umfrage erklärten 52 Prozent der Befragten, sie wollten beim
Bürgerentscheid gegen das Projekt stimmen. 24 Prozent wollten am
18. Januar hingegen das Vorhaben unterstützen. Eine größere Zahl
von Bürgern gab sich noch unentschlosen. Nach der
Gemeindeordnung müssen mindestens 30 Prozent der
Wahlberechtigten, in Kaiserslautern wären das 22.500, beim
Bürgerentscheid gegen die Pfalz-arena-Pläne stimmen, um das
Projekt zu Fall zu bringen. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.1
Datum: Freitag, den 02. Januar 2004
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 31.12.2003 : Heiße Phase läuft jetzt an
Heiße Phase läuft jetzt an
Pfalzarena sorgt für Gesprächsstoff
Richtig zur Sache ging es in Sachen
Pfalzarena, wobei die
heiße Phase erst jetzt noch anläuft. Mit dem Bürgerentscheid am
18. Januar fallen die Würfel über den Neubau am Pfalztheater
endgültig. Bis dahin werden die Befürworter und Gegner weiterhin
die Klingen kreuzen.
Während die Pro-Seite mit Oberbürgermeister Bernhard Deubig auf
die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der
Multifunktionshalle für eine lebendige Stadt hinweist, vertritt
die Contra-Seite die Meinung, dass das Projekt mit einem
städtischen Betriebskostenzuschuss von 1,3 Millionen Euro pro
Jahr finanziell nicht machbar ist. Die Halle verschandele
darüber hinaus die Innenstadt.
Einen
Teilerfolg errangen die Gegner, als ihnen das Koblenzer
Oberverwaltungsgericht Mitte Oktober in zweiter Instanz Recht
gab und das Bauvorhaben im Eilverfahren stoppte. Außerdem
befanden die Richter, dass ein Bürgerentscheid, den der Stadtrat
abgelehnt hatte, in Ordnung ginge. Nach diesem Urteil
befürwortete auch die CDU einen Bürgerentscheid. (ita)
DUERNBG / DUERNBG
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.302
Datum: Mittwoch, den 31. Dezember 2003
Seite: Nr.20
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Rheinpfalz - 27.12.2003 : Bürgerbegehren-Initiatoren ziehen
positive Bilanz
Bürgerbegehren-Initiatoren ziehen positive
Bilanz
Eine
positive Bilanz ihres Wahlkampfs haben die Initiatoren des
Bürgerbegehrens gegen die Pfalzarena, Friedrich Hartmeyer ( FDP),
Christine Szakun-Hoch (SPD) und Gilda Klein-Kocksch (Grüne), an
Weihnachten gezogen. ¸¸Mit bislang 18 Informationsständen in der
Fußgängerzone zur Pfalzarena haben wir unsere Argumente sowohl mit
Befürwortern als auch Gegnern ausgetauscht", so
Hartmeyer. ¸¸Die
meisten Bürger, sowohl aus der Stadt als auch aus dem Umland,
wollen keine Pfalzarena und schon gar nicht an diesem Ort",
erklärte er. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sähen sich
bislang durch die große Zustimmung der Bürger in ihrem Vorhaben,
den Bau der Pfalzarena zu verhindern, bestätigt, so
Hartmeyer. Dem
Sprecher der neuen ¸¸Initiative pro Pfalzarena", Walfried Weber,
hielt Hartmeyer vor, in seiner Argumentation pro Pfalzarena
lediglich die von Oberbürgermeister Bernhard Deubig vorgetragenen
Argumente zu wiederholen und dabei Sachverhalte zu vertauschen. So
sei zwar vom Stadtrat einst der Bau einer Kongresshalle
beschlossen worden, die habe jedoch mit dem Plan der Pfalzarena
nichts mehr gemein. Hartmeyer forderte im Namen der Initiatoren
des Bürgerbegehrens Weber auf darzulegen, wie sich die hoch
verschuldete Stadt 30 Jahre lang einen Betriebskostenzuschuss von
rund 1,3 Millionen Euro leisten solle und könne. ¸¸Das Geld wird
für wichtigere Projekte benötigt, statt es für eine Arena
auszugeben, die keiner braucht", so Hartmeyer. (red) Stadtgespräch
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.299
Datum: Samstag, den 27. Dezember 2003
Seite: Nr.15
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Kaffeekännchen online - 27.12.2003 : Die Befürworterinitiative ist
bisher eine Luftnummer
Facetten der Pfalzarena-Diskussion:
Die
Befürworter-initiative ist bisher eine Luftnummer
Kurz vor Weihnachten präsentierte
die "Rheinpfalz" in ihrem Leitartikel im Lokalteil eine
"Initiative für die Pfalzarena". In dem ausführlichen
Zweispalter stellte die Tageszeitung einen Notar aus
Kaiserslautern vor, der angeblich diese Initiative anführe, der
ein eifriger Befürworter des Projekts der Pfalzarena ist. Im
gleichen Zeitungsbeitrag erfährt aber der Zeitungsleser ebenso,
daß sich die Initiative noch gar nicht konstituiert hat. Und daß
der Notar zugleich das erste und einzige Mitglied der Initiative
sei. Man kann sich nur über die Rheinpfalz wundern, daß
neuerdings ein einzelner privater Befürworter der Pfalzarena den
Lokalteil dominieren darf. Wir wollen von der Initiative erst
wieder lesen, wenn sie aktiv geworden ist und Veranstaltungen
absolviert hat, sehr geehrte Rheinpfalz. Die Gegner der
Pfalarena haben immerhin schon dokumentiert, daß 10.000
Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift gegen das Projekt
stehen, wogegen die Befürworter bisher keinerlei Massenwirkung
entfaltet haben außer in den Umfragen, wo sie bisher
unterliegen. Eine politische Initiative vorzustellen, die nur
aus einem Privatbürger besteht, ist ein Witz. Warten wir doch
erst einmal ab, was die Initiative im neuen Jahr auf die Beine
stellt. Mit ihr jetzt schon die Zeitungsspalten auf Seite eins
des Lokalteils zu füllen, ist eine Frechheit und einseitige
Werbung für die Pfalzarena.
Kaffeekännchen online - 27.12.2003
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Kaffeekännchen online - 27.12.2003 Die Befürworter leugnen den
Konkurrenzeffekt der Arena
Facetten der
Pfalzarena-Diskussion: Die Befürworter leugnen den
Konkurrenzeffekt der Arena
Jedem
Kaiserslauterer ist klar, daß die neue Pfalzarena eine
Konkurrenzsituation im städtischen Kulturbereich mit sich
bringen wird, unter der bisherige Veranstalter zu leiden haben.
Eine ausgemachte Lüge der Befürworter der Pfalzarena ist nun, zu
leugnen, daß die Pfalzarena eine Konkurrenz bringen würde. Es
ist aber nun klar, daß die Stadt nicht den geringsten Einfluß
auf das Programm der Pfalzarena haben wird. Früher
schwadronierte Oberbürgermeister Deubig von großen Rockkonzerten
bis zum Heavy Metal, wurde hervorgehoben, daß auch große
Klassikereignisse in dem Saal stattfinden würden. Die Rede war
davon, daß Termine, die zwei mal in der Fruchthalle gespielt
würden, in Zukunft an einem Tag gespielt werden können, weil die
Pfalzarena mehr Zuschauerplätze aufweise. In einem Rundbrief an
die CDU-Mitglieder vom Dezember betonte nun der CDU-Vorsitzende,
es gebe keine Konkurrenzsituation durch die Pfalzarena. Was kaum
glaubhaft erscheint. Allein wer einmal 30 Euro für eine
Veranstaltung in der Pfalzarena bezahlt hat, kann nicht für das
selbe Geld in der Fruchthalle ein Konzert besuchen und in der
Kammgarn, oder noch ins Kino gehen. Geschickt redet der
CDU-Vorsitzende nun in seiner Aufzählung der Veranstaltungsarten
nur noch von solchen Veranstaltungsarten für die Pfalzarena, die
in der Fruchthalle und der Kammgarn gewöhnlich nicht vorkommen,
bis hin zur riesengroßen Kinderbelustigung. Keine Rede mehr von
Klassik, Jazz und Rock in der Pfalzarena. Obwohl wir auch solche
Konzerte für die Pfalzarena erwarten müssen. Der
Veranstaltungsbetrieb der Pfalzarena wird zwangsläufig sich
zulasten des Theaters, der Fruchthalle und der Kammgarn sowie
der Kinos und Discotheken auswirken. Das zu leugnen wie die CDU
ist albern. Zumal sie kein Wörtchen mitzureden hat beim
Veranstaltungskalender des späteren Pfalzarenabetriebs.
Kaffeekännchen online - 27.12.2003
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Rheinpfalz - 18.12.2003 : Zum Projekt Pfalzarena in Kaiserslautern
¸¸Immer mehr schrumpfen"
Zum Projekt
Pfalzarena in
Kaiserslautern.
Durch
steigende Abnahme der Kindergeburten in Deutschland werden
Festspielhallen in naher Zukunft nur noch bis zur Hälfte besetzt
sein. Dies gilt auch für Kaiserslautern in Bezug Fruchthalle,
Pfalztheater, Barbarossahalle und so weiter. Auch das
Fritz-Walter-Stadion nach den Weltmeisterschaftsspielen. Städte
und Länder Deutschlands werden immer mehr schrumpfen. Wenn die
Hallen nur noch halb besetzt sind, werden auch die Eintrittspreise
automatisch erhöht, um nicht in die Verlustzone und Insolvenz zu
geraten. Durch Kürzungen und höhere Zuzahlungen in vielen
Bereichen können sich die meisten Bürger keine hohen
Eintrittspreise mehr leisten. Wozu dann noch eine
Pfalzarena in unserer
Stadt, die bald keine Großstadt mehr sein wird.
Kurt
Röder, Kaiserslautern
EBRRECK / EBRRECK
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.293
Datum: Donnerstag, den 18. Dezember 2003
Seite: Nr.23
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Rheinpfalz - 13.12.2003 : Der gute Wille und das Wählen
Der gute Wille und das Wählen
Ein Bürgerentscheid mobilisiert Gegner
Das
Stimmungsbarometer der repräsentativen RHEINPFALZ-Umfrage schlägt
zurzeit noch deutlich zugunsten der
Pfalzarena-Gegner aus. 52
Prozent wollen beim Bürgerentscheid gegen die Halle votieren. Im
Mai waren es bei einer RHEINPFALZ-Umfrage noch 65 Prozent, die
gegen die Multifunktionshalle opponierten. Bröckelt die
Ablehnungsfront? Oder war der politische Druck seinerzeit einfach
größer, den die Kritiker mit ihrer Unterschriftensammlung gemacht
haben? Jeder wird das seine in das Umfrageergebnis
hineininterpretieren - je nach Standpunkt. Eine Mehrheit gegen den
Bau der Pfalzarena
zeichnet sich nach dem neuesten Umfrageergebnis für den
Bürgerentscheid ab - das ist realistisch und nicht überraschend.
Denn: Ein Bürgerentscheid mobilisiert zuerst jene, die gegen ein
Vorhaben eingestellt sind. Die entscheidende Frage lautet freilich
ganz anders: Können die Gegner der
Pfalzarena 30 Prozent der
Wahlberechtigten in Kaiserslautern davon überzeugen, dass die
Pfalz-arena an dieser Stelle und mit dieser Finanzierung nicht
tragbar ist? Hier setzen der Optimismus der Hallenbefürworter, die
Befürchtung der Hallengegner und die Skepsis der politischen
Beobachter an. Es ist nicht davon auszugehen, dass jeder, der in
der RHEINPFALZ-Umfrage erklärte, er würde an der Abstimmung
teilnehmen, dies am 18. Januar auch tut. Zwischen dem guten Willen
am Telefon und dem tatsächlichen Weg ins Wahllokal liegen
Wetterunwägbarkeiten, Bequemlichkeit und andere Verpflichtungen.
Es bleibt abzuwarten.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.289
Datum: Samstag, den 13. Dezember 2003
Seite: Nr.18
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Rheinpfalz - 13.12.2003 : Stimmung weiter mehrheitlich gegen die
Pfalzarena
Stimmung weiter mehrheitlich gegen
die Pfalzarena
Repräsentative RHEINPFALZ-Umfrage
vor dem Bürgerentscheid
Die
Stimmung in der Kaiserslauterer Bevölkerung ist nach wie vor
mehrheitlich gegen den Bau einer Pfalzarena am Pfalztheater. Bei
einer repräsentativen Meinungsumfrage, die das Mannheimer
Meinungs-forschungsinstitut CMR diese Woche im Auftrag der
RHEINPFALZ unter 500 Lauterer Wahlberechtigten vornahm,
erklärten 52 Prozent, sie wollten beim Bürgerentscheid am 18.
Januar gegen den Bau der Multifunktionshalle stimmen.
24
Prozent der Befragten wollen nach dem Umfrageergebnis für den
Bau der Halle auf dem Dach der Tiefgarage des Pfalztheaters
votieren. 20 Prozent der Befragten haben sich noch nicht auf
eine Meinung zu dem umstrittenen Vorhaben festgelegt.
Die
größte Zustimmung erfährt die Pfalzarena in den Kreisen der
CDU-Wählerschaft. 46 Prozent der Befragten, die bei der so
genannten Sonntagsfrage angaben, sie würden sich für die CDU
entscheiden, wenn am kommenden Sonntag die Stadtratswahl
anstünde, stellten sich hinter das Projekt. Von den SPD-Wählern
waren es dagegen nur 28 Prozent, von den Grünen- und den
FDP-Wählern sogar nur
jeweils zehn Prozent.
Auf
klare Ablehnung stößt das Projekt, das vom Stadtrat beschlossen
wurde und gegen das SPD, Grüne und
FDP erfolgreich ein
Bürgerbegehren in Gang gesetzt haben, bei der Wählerschaft der
Opposition. 58 Prozent der Befragten, die sich bei der
Sonntagsfrage für die SPD auf dem Wahlzettel entschieden, sind
gegen den Bau der Halle. 68 Prozent der Grünen- und 87 Prozent
der FDP-Wähler
beabsichtigen nach dem Umfrageergebnis ebenfalls, beim
Bürgerentscheid dagegen zu stimmen. Auch 33 Prozent der
CDU-Wähler finden den Bau der Pfalzarena nicht gut.
Für
einen aus Sicht der Antragsteller erfolgreichen Bürgerentscheid
müssen sich 30 Prozent der Wahlberechtigten in Kaiserslautern
gegen das Vorhaben aussprechen, das von einem Investor mit
Finanzhilfe der Stadt - einem jährlichen Betriebskostenzuschuss
von 1,28 Millionen Euro über 30 Jahre - umgesetzt werden soll.
Bei 75.000 Wahlberechtigten müssen somit 22.500 das Projekt
ablehnen.
45
Wahllokale werden am 18. Januar für den Urnengang in
Kaiserslautern von der Stadt eingerichtet. Die
Wahlbenachrichtigungen sollen voraussichtlich diese Woche im
Postkasten sein. Unterlagen für die briefliche Abstimmung sollen
vermutlich ab dem 19. Dezember angefordert werden können. (rdz)
Stadtgespräch
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.289
Datum: Samstag, den 13. Dezember 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 20.11.2003 : Zentrale Frage der Glaubwürdigkeit
¸¸Zentrale Frage der Glaubwürdigkeit"
Zu
¸¸Bürgerentscheid wohl am 18. Januar" und ¸¸Stadtgespräch" in der
Ausgabe vom 8. November. Wir berichteten über terminliche
Überlegungen für einen Bürgerentscheid zur Pfalzarena in
Kaiserslautern.
Das
Projekt ¸¸Pfalzarena" bringt immer wieder Überraschungen. Nach dem
¸¸sensationellen Sinneswandel" im CDU-Lager geht es nun darum, wie
unser deutsches Kommunalrecht in der Stadtpolitik anzuwenden ist.
OB Bernhard Deubig
stellte ausdrücklich fest, ¸¸dass der Entschluss, nunmehr einen
Bürgerentscheid über die Pfalzarena zuzulassen, keine Kehrtwendung
darstelle. Sie (!?) sei vielmehr eine Reaktion in rechtlich
gebotener Weise auf die im Eilverfahren ausgesprochene Würdigung
des Oberverwaltungs-gerichts." Die Entscheidung (des Stadtrats)
sei ¸¸nicht nur vertretbar, sondern auch richtig gewesen. Danach
habe der Stadtrat das Bürgerbegehren nicht zulassen dürfen." Der
erstaunte Bürger fragt sich: Was ist denn nun Recht?
Was ist
mit dem vormaligen Richter und seit vier Jahren amtierenden
Oberbürgermeister eigentlich los? Er pocht, wie bisher gehabt, auf
die Rich-tigkeit der mit der absoluten CDU-Mehrheit getroffenen
Stadtratsent-scheidung und lässt nunmehr den Bürgerentscheid
dennoch zu. Warum bleibt der selbstbewusste Jurist nicht weiter
bei dem aus seiner Sicht einzig richtigen Standpunkt? Warum scheut
er einen Prozess, der diesen Standpunkt doch nur - nach seiner
Überzeugung - bestätigen müsste? Warum verzichtet er darauf, als
großer Sieger in den Kommunalwahlkampf 2004 zu ziehen?
Fragen
über Fragen! Sie addieren sich zur zentralen Frage der
Glaubwürdigkeit des Oberbürgermeisters Bernhard J.
Deubig und der von ihm
befehligten Lauterer CDU.
Lothar
Schwartz, Kaiserslautern
EBRRECK
/ EBRRECK
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.269
Datum: Donnerstag, den 20. November 2003
Seite: Nr.23
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18.11.2003 Presseerklärung zu „Bürgerentscheid über Pfalzarena am
18.01.2004“
Presseerklärung zu „Bürgerentscheid über Pfalzarena am 18.01.2004“
„Ich freue mich,
dass der Oberbürgermeister und die CDU die Bürger über die
Pfalzarena entscheiden lassen“, kommentierte die
FDP-Kreisvorsitzende Barbara Jörg den gestrigen Stadtrats-beschluss. Das war schließlich die zentrale Forderung
der Liberalen im März diesen Jahres. „Der plötzliche
Gesinnungswandel und die Wahl des Termins für den Bürgerentscheid
lassen allerdings schon die Vermutung zu, dass politisches Kalkül
mit im Spiel ist“, merkte Jörg an.
Die
Liberalen
stehen aber nach wie vor zu der Forderung, keine Pfalzarena vor
dem Theater zu errichten. Ebenso halten wir die Finanzbeteiligung
der Stadt für nicht darstellbar, sagte Jörg. Wir werden das den
Bürgern – genauso wie bei der Unterschriftensammlung zum
Bürgerbegehren – erklären und setzen darauf, dass möglichst viele
Lauterer am 18. Januar ihre Stimme gegen das Projekt abgeben.
Dafür stellen wir uns auch wieder in die Fuß-gängerzone, rundete
der FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer das Statement
ab.
(v.i.S.d.P.
Dr. Barbara Jörg, Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Kaiserslautern |
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Rheinpfalz - 18.11.2003 : Der
Wähler ist am Zug
Der Wähler ist am Zug
Bernhard Deubig kann es drehen und wenden, wie er will: Im
Rechtsstreit mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die
Pfalzarena hat er eine empfindliche Schlappe erlitten.
Rechtstaatlich erkämpft haben sich die Kläger die Zulässigkeit
ihres Bürgerbegehrens und damit den Bürgerentscheid am 18.
Januar nächsten Jahres.
Wer
hätte das gedacht, als die drei Oppositionsparteien loszogen,
ihre Unterschriften gegen die Pfalzarena zu sammeln. Wohl sie
selbst nicht. Ihr vorrangiges Ziel war es damals, Stimmung gegen
die Pfalzarena zu machen - in der Hoffnung, der OB und die CDU
könnten von sich aus das Prestige-Projekt zurückziehen.
Jetzt
werden sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Sie
müssen die Wähler mobilisieren. 30 Prozent der Wahlberechtigten
müssen gegen das Vorhaben stimmen. Die Initiatoren des
Bürgerbegehrens stehen vor einem schweren Wahlkampf. Sie müssen
überzeugen, die Befürworter der Pfalzarena auch.
Wichtig ist, fair miteinander umzugehen. Dazu gehört auch, dass
man den Initiatoren des Bürgerbegehrens die Möglichkeit
einräumt, ihre Position in der öffentlichen Bekanntmachung
sachlich begründen zu können. In der Form, in der es gestern der
Stadtrat tun durfte. Und nicht etwa irgendwelche Sperenzchen zu
machen, wie sich das gestern andeutete. Und ihnen als Text nur
die Ausführungen auf den Unterschriftslisten zu gestatten.
Die
Entscheidung über die Pfalzarena liegt nun beim Wähler. Es ist
zu wünschen, dass sich (trotz Januar) viele Bürger an der
Abstimmung beteiligen. Im Interesse beider Lager. Je höher die
Wahlbeteiligung ist, desto ausdrucksstärker wird das Votum.
Egal, in welche Richtung das Pendel dann ausschlägt.
Von
Hans-Joachim Redzimski
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.267
Datum: Dienstag, den 18. November 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 18.11.2003 :
Pfalzarena: Bürger gehen am 18. Januar an die Urnen
Pfalzarena: Bürger gehen am 18.
Januar an die Urnen
Stadtrat beschließt einstimmig die
Zulässigkeit des Bürgerbegehrens und legt den Termin für den
Bürgerentscheid fest
Der
Bürgerentscheid über die Pfalzarena wird, wie von der Verwaltung
vorgeschlagen, am 18. Januar stattfinden. Der Stadtrat hat
gestern in seiner Sitzung die Weichen dafür gestellt. Er
erklärte das Bürgerbegehren gegen das Projekt einstimmig für
zulässig und korrigierte die Entscheidung vom 14. Juli. Ein
Antrag, den Bürgerentscheid zusammen mit den Kommunalwahlen am
13. Juni abzuhalten, wurde mehrheitlich abgelehnt.
Großen Raum in der Stadtratssitzung nahm die Begründung ein,
warum der Stadtrat das Bürgerbegehren nunmehr für zulässig
erachtet, dies vor wenigen Monaten aber nicht getan hat.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig führte dazu den Beschluss des
Oberverwaltungsgerichts an, der den Klägern im einstweiligen
Rechtsschutzverfahren die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens in
Aussicht stellte. Deubig machte deutlich, dass der Stadtrat
angesichts neuer Umstände erheblichen Anlass habe, nun anders
als im Juli zu entscheiden.
Nichtsdestotrotz stellte sich der Oberbürgermeister erneut
hinter die Empfehlung des städtischen Rechtsreferats, die damals
dem Stadtrat die Grundlage gab, das Bürgerbegehren abzulehnen.
¸¸Ich präferiere nach wie vor die Rechtsauffassung des
Rechtsreferats", sagte Deubig. Jetzt den Spruch der Koblenzer
Richter hinzunehmen, begründete Deubig mit der Erwartung, dass
sich die Meinung der Richter im Hauptsacheverfahren bestätigen
würde und überdies eine Möglichkeit, das
Bundesverwaltungsgericht anzurufen, nicht gegeben sei.
Der
CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Weisenstein plädierte dafür, den
Bürgerentscheid nunmehr ¸¸ohne Verzögerung zum nächstmöglichen
Zeitpunkt" durchzuführen. Er unterstrich, dass der Stadtrat nach
der Vorlage des städtischen Rechtsreferats im Juli ¸¸keine
andere Wahl" gehabt habe, als die Zulässigkeit des
Bürgerbegehrens abzulehnen. Nach dem Beschluss des
Oberverwaltungsgerichts bestehe jetzt die Möglichkeit, das
Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid zu erheben.
Nachdrücklich trat Weisenstein auch für den 18. Januar als
Termin für den Bürgerentscheid ein. ¸¸Wir wollen möglichst
schnell eine Entscheidung. Die Bürger haben nun einen Anspruch
darauf, gehört zu werden." Der CDU-Fraktionsvorsitzende betonte
die Bedeutung der Pfalzarena für die Entwicklung der Stadt.
¸¸Wir brauchen die Pfalzarena, wir brauchen sie in der
Innenstadt", formulierte Weisenstein. Optimistisch äußerte er
sich zum Ausgang des Bürgerentscheids, ¸¸weil wir der Auffassung
sind, dass die Bürger hinter der Stadt stehen und sie
voranbringen wollen".
Vergeblich versuchte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Franz
Schermer dafür einzusetzen, den Beschluss zur Verwirklichung der
Pfalzarena vom 14. Juli fallen zu lassen. Er plädierte abermals
dafür, die Pfalzarena mit öffentlicher Förderung des Landes
statt mit einem Investorenmodell zu verwirklichen und auch nicht
an dem geplanten Standort am Pfalztheater.
Schermer sprach sich dafür aus, vor dem Urnengang der Bürger
erst die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
einzuschalten, um zu prüfen, in wieweit das finanzielle
Engagement der Stadt für die Pfalzarena überhaupt mitgetragen
werde. Er sah ¸¸wenig Sinn" darin, einen Bürgerentscheid zu
veranstalten, ¸¸ohne zu wissen, ob es überhaupt geht".
Entschieden gegen ein solches Verfahren wandte sich der
Oberbürgermeister. Deubig: ¸¸Wenn wir das erste Recht auf
Entscheidung nach Trier vergeben, dann brauchen wir diesen
Ratssaal nicht mehr." Wer dafür sei, stelle die
Kommunalverfassung von Grund auf in Frage.
Die
Fraktionssprecherin der Grünen und Mitinitiatorin des
Bürgerbegehrens, Gilda Klein-Kocksch, begrüßte den Koblenzer
Richterspruch. Er habe den OB und die CDU-Fraktion zum Handeln
bewogen. Sie freute sich darüber, dass das Gericht den Klägern
Recht gegeben habe, dass es sich bei der projektierten
Pfalzarena um eine öffentliche Einrichtung handele.
Günther Weber (FDP) maß dem Bürgerentscheid große Bedeutung bei.
Eine wichtige Entscheidung liege nun allein in den Händen der
Bürger. Auch wenn das Quorum sehr hoch sei, das es für die
Antragsteller zu erreichen gelte, es gebe keinen Grund, den
Bürgerentscheid für lächerlich oder kostenverschwenderisch zu
halten. (rdz)
Einwurf, Im Wortlaut Lokalseite 3
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.267
Datum: Dienstag, den 18. November 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 18.11.2003 : Auch
Richter machen Fehler
ZITIERT ¸¸Auch Richter machen
Fehler."
OB
und Ex-Richter Bernhard Deubig im Zusammenhang mit dem
Richterspruch des Oberverwaltungsgerichts zur Pfalz arena.
(rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.267
Datum: Dienstag, den 18. November 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 18.11.2003 : Im
WORTLAUT
Im WORTLAUT
¸¸Die
Errichtung der Pfalzarena ist für die nachhaltige Stärkung des
Oberzentrums Kaiserslautern unverzichtbar. Sie ermöglicht ein
bisher in Kaiserslautern nicht darstellbares Angebot im Bereich
von Kultur, Unterhaltung, Sport und Tagungswesen.
Das
zugrunde gelegte Finanzierungs- und Betriebskonzept, das heißt
Einbeziehung privater Investitionen, Gewährung fester Zuschüsse,
Übernahme der Betriebsverantwortung durch eine
Betreibergesellschaft, trägt in besonderer Weise der Lage des
städtischen Haushalts Rechnung. In städtebaulicher Hinsicht
entspricht das Vorhaben der geltenden Bauleitplanung.
Da
das Vorhaben wesentlich auch zu einer Belebung und Förderung der
innerstädtischen Bereiche beitragen soll, wäre ein Standort
außerhalb der Innenstadt verfehlt. In Folge der neuen Pfalzarena
entstehender Parkplatzbedarf ist durch dadurch initiierte
private Investitionen gedeckt. Zugleich ergibt sich daraus ein
Deckungsbeitrag von rund einem Drittel des jährlichen
Zuschussbedarfs.
Die
neuen Parkflächen (Tiefgarage unter dem Platz des Alten Theaters
und Parkhaus Ecke Benzinoring/Ludwigstraße) werden auch
außerhalb des Bedarfs der Pfalzarena die Parkmöglichkeiten in
der Innenstadt positiv bereichern. Des Weiteren besteht die
erprobte Möglichkeit der Einrichtung eines Park & Ride-Verkehrs
an Veranstaltungstagen.
Von
besonderer Bedeutung ist die Auswirkung der Pfalzarena auf die
gesamtstädtische Wirtschaftsentwicklung und auf dem
Arbeitsmarkt."
Diesen Text verabschiedete gestern Nachmittag der Stadtrat mit
den Stimmen der CDU als seine Stellungnahme für den
Bürgerentscheid. Sie wird Gegenstand der öffentlichen
Bekanntmachung sein, die im Vorfeld des Urnengangs am 18. Januar
erscheint. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.267
Datum: Dienstag, den 18. November 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 15.11.2003 : Punkt 3
im Stadtrat: Bürgerbegehren
Punkt 3 im Stadtrat: Bürgerbegehren
Färber plädiert für Bürgerentscheid
erst am 13. Juni
Bürgerbegehren/Bürgerentscheid Pfalzarena lautet Punkt 3 in der
Stadt-ratssitzung am Montag um 15 Uhr. Darin soll beschlossen
werden, dass der Bürgerentscheid am Sonntag, 18. Januar,
stattfinden soll. Grünen-Parteivorsitzender Joachim Färber
kündigte gestern an, dass die Grünen-Fraktion als Termin für den
Bürgerentscheid den Kommunalwahltermin am 13. Juni vorschlagen
werde.
Nach
dem Beschlussvorschlag, der am Montag auf dem Tisch liegt, soll
dafür votiert werden, dass das Bürgerbegehren zulässig ist.
Folgende Fragestellung für den Bürgerentscheid soll beschlossen
werden: ¸¸Sind Sie gegen das Projekt Pfalzarena auf dem Dach der
Tiefgarage vor dem Pfalztheater sowie gegen dafür vorgesehene
Betriebskostenzuschüsse durch die Stadt Kaiserslautern, wie der
Oberbürgermeister dies in der Stadtratssitzung vom 14. November
2002 vorgeschlagen hat?" Schließlich soll beschlossen werden,
dass die Kosten für den Bürgerentscheid von 55.000 Euro
außerplanmäßig bereit gestellt werden.
Mit
dem Beschlussvorschlag beruft sich die Stadtverwaltung auf das
Oberverwaltungsgericht in Koblenz, das, anders als die
Neustadter Verwaltungsrichter, davon ausgeht, dass die
Ratsbeschlüsse aus den Jahren 2000 und 2002 es nicht
rechtfertigten, das Bürgerbegehren als verfristet anzusehen.
Angesichts der ¸¸verfestigten Betrachtungsweise des
Oberverwaltungsgerichts" stehe nicht zu erwarten, dass die
Neustadter Richter im noch zu entscheidenden Hauptsacheverfahren
¸¸zu einer abweichenden Bewertung der Sach- und Rechtslage"
kommen könnten.
Der
Termin 18. Januar für den Bürgerentscheid, den die Stadt in
dieser Woche vorgeschlagen hat (wir berichteten), folge ¸¸im
Wesentlichen" der sich aus der Kommunalwahlordnung ergebenden
Zeitschiene, heißt es in der Vorlage weiter.
Der
Parteivorsitzende der Grünen vertritt die Auffassung, wenn der
Stadtrat am Montag beschließe, dass der Bürgerentscheid zulässig
ist, gebe es keinen juristischen Automatismus, dass er am 18.
Januar stattfindet. Die Grünen würden den 13. Juni vorschlagen,
auf den auch die Kommunalwahlen terminiert sind. Wenn man die
Bürger über die Pfalzarena entscheiden lassen wolle, müsse man
auch eine große Beteiligung wollen. Zudem könnten bei einem
Termin für beide Angelegenheiten die Kosten für den
Bürgerentscheid wesentlich gesenkt werden, stellte Färber fest.
(ita)
MUELLEH / MUELLEH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.265
Datum: Samstag, den 15. November 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 05.11.2003 :
CDU-Fraktion plädiert für Pfalzarena-Abstimmung
Alles spricht für Bürgerentscheid
CDU-Fraktion plädiert für
Pfalzarena-Abstimmung
Alles
spricht dafür, dass es in Kaiserslautern möglicherweise noch in
diesem Jahr einen Bürgerentscheid über das Projekt Pfalzarena
geben wird. Einstimmig hat sich gestern Abend die
CDU-Stadtratsfraktion dafür ausgesprochen, ¸¸ohne Verzögerung
zum nächstmöglichen Zeitpunkt" einen Bürgerentscheid über die
Pfalzarena durchzuführen. Das erklärte der stellvertretende
CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Deubig. Oberbürgermeister Bernhard
Deubig kündigte daraufhin an, die Entscheidung darüber auf die
Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am 17. November zu
setzen.
Für
die CDU-Fraktion erklärte Jan Deubig, die pauschale Wertung des
Oberverwaltungsgerichts, dass das Bürgerbegehren einer
Initiative aus SPD, FDP und Grünen gegen die Pfalzarena im
Hauptsacheverfahren eine Chance haben könnte, für zulässig
erklärt zu werden, eröffne nunmehr eine rechtlich vertretbare
Möglichkeit, im Stadtrat den Weg für einen Bürgerentscheid frei
zu machen.
Der
stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende erinnerte daran, dass
der Stadtrat am 14. Juli nach der eindeutigen Position des
städtischen Rechtsreferats keinen Ermessensspielraum besessen
habe, keine Wahl gehabt habe, als die Zulässigkeit des
Bürgerbegehrens abzulehnen. Die Argumentation des Rechtsreferats
gegen die Zulässigkeit des Bürgerentscheids sei nicht
willkürlich, sie sei nachvollziehbar und vertretbar gewesen.
¸¸Wir
sollten jetzt die rechtlich vorgegebene Möglichkeit nutzen,
einen Bürgerentscheid durchzuführen", erklärte der
CDU-Politiker. Das sollte im Sinne aller Beteiligten sein. Mit
dem Votum für den Bürgerentscheid wolle man auch den
gerichtlichen Instanzenweg vermeiden, nicht unnötig Zeit ins
Land gehen lassen. Man wolle auch zeigen, dass man der Sache
nicht aus dem Weg gehen wolle.
Jan
Deubig äußerte sich optimistisch zum Ausgang des
Bürgerentscheids. Er ging davon aus, mit Argumenten die Bürger
von der Notwendigkeit der Pfalzarena überzeugen zu können. Er
erhoffte sich auch positive Äußerungen zugunsten des Projekts
aus einem unpolitischen Umfeld. Er hoffte, dass die
Vorbereitungszeit für den Bürgerentscheid ¸¸sachlich und ruhig"
ablaufe und sich nicht zu einem Vorwahlkampf entwickele.
Oberbürgermeister Deubig unterstrich, die rechtliche Aussage des
Oberverwaltungsgerichts biete dem Stadtrat nun die Möglichkeit,
das Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid zu erheben. Die
Verwaltung werde dem Stadtrat empfehlen, die bisherigen
rechtlichen Bedenken fallen zu lassen. ¸¸Mein Petitum war schon
immer, möglichst schnell eine Entscheidung herbeizuführen."
Inhaltlich stellte sich Deubig hinter die Auffassung des
Rechtsreferats. ¸¸Ich halte die Argumentation des
Oberverwaltungsgerichts für nicht sehr überzeugend, aber sie ist
nun mal da." (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.256
Datum: Mittwoch, den 05. November 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 18.10.2003 : Koblenzer stoppen Pfalzarena-Projekt
Koblenzer stoppen Pfalzarena-Projekt
Oberverwaltungsgericht gibt den
Gegnern Recht - Oberbürgermeister: Wir warten weiter
Sieg
auf der ganzen Linie für die Gegner der Pfalzarena: Gestern hat
das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz das Projekt vorläufig
gestoppt. Oberbürgermeister Bernhard Deubig darf nach dem Willen
der Koblenzer Richter keine Verträge zum Bau der
Multifunktionshalle abschließen. Während die Initiatoren des
Bürgerbegehrens - FDP, SPD und Grüne - die Entscheidung aus
Koblenz feierten, erklärte Oberbürgermeister Bernhard Deubig,
für ihn sei eine Entscheidung für oder gegen ein Bürgerbegehren
nicht schlimm. Wichtig sei, dass die Entscheidung, ob es
zulässig sei oder nicht, schnell falle, appellierte er an die
Neustadter Richter des Verwaltungsgerichts, die nun über die
Klage der Gegner im Hauptverfahren zu entscheiden haben.
¸¸Ich
freue mich, dass wir Recht bekommen haben", sagte gestern der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer.
Er gab sich ¸¸sehr optimistisch", dass es nun auch einen
Bürgerentscheid über das Projekt geben werde. Es sei richtig
gewesen, in die nächste Instanz zu gehen, beurteilte
Hartmeyer
den Schritt ans Koblenzer Oberverwaltungsgericht. Zwar müsse die
Entscheidung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens nun
wieder in Neustadt getroffen werden, doch hätten die Koblenzer
schon signalisiert, dass sie das Bürgerbegehren für zulässig
hielten. Das Oberverwaltungsgericht habe den Initiatoren des
Bürgerbegehrens jedoch nicht nur darin zugestimmt, sondern gehe
auch mit ihnen konform, dass die Pfalzarena eine öffentliche
Einrichtung sei.
Eine
Verfristung - mit der Begründung hatte Neustadt das
Bürgerbegehren in erster Instanz abgelehnt - sahen die
Oberverwaltungsrichter ebenfalls als nicht gegeben an. Sie
stimmten den Gegnern zu, die den endgültigen Beschluss in der
Stadtratssitzung vom 14. Juli 2003 gefasst sahen.
Hartmeyer:
¸¸Alles vorher waren wiederholende Beschlüsse." Der
FDP-Politiker
interpretierte die Entscheidung aus Koblenz auch so, dass die
CDU-Mehrheitsfraktion im Stadtrat dem Oberbürgermeister nicht
immer bedingungslos folgen sollte, sondern mehr den Willen des
Bürgers im Blick haben müsste. Denn die Wähler hätten der CDU
den Auftrag gegeben, sie in ihrem Namen zu vertreten.
Die
SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christine Szakun-Hoch maß dem
Beschluss aus Koblenz Signalwirkung bei für das Hauptverfahren
in Neustadt: ¸¸Mit übergroßer Wahrscheinlichkeit hat die Sache
auch dort Erfolg. Das Bürgerbegehren wird zulässig sein." Die
Entscheidung sei ein Erfolg für Kaiserslautern, ein Sieg der
Vernunft und gut für die Zukunft der Stadt. Szakun-Hoch: ¸¸Ich
freue mich, dass die Unterschriften und damit der dokumentierte
Wille von 10.000 Bürgern, die sich gegen das Projekt gewandt
haben, zum Stopp des größenwahnsinnigen Unternehmens geführt
haben." Das sei nur möglich gewesen, weil alle
Oppositionsparteien gemeinsam mit Bürgern an einem Strang
gezogen hätten. Damit habe sich gezeigt, ¸¸dass durch
bürgerschaftliches Engagement auch in einer durch CDU-Mehrheit
regierten Stadt wahnwitzige Projekte gestoppt werden können".
Sie betonte, die Stadt brauche ihr Geld für wichtigere Dinge,
etwa die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes oder die Sanierung
des Willy-Brandt-Platzes. Szakun-Hoch forderte Deubig auf,
¸¸vernünftig zu werden und auf das unsinnige Projekt zu
verzichten".
¸¸Es
war richtig, dass wir in die zweite Instanz gegangen sind",
erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gilda Klein-Kocksch,
die glaubt, dass es sich das Verwaltungsgericht Neustadt mit
seiner Ablehnung des Bürgerbegehrens wegen einer Verfristung zu
leicht gemacht habe. Die Entscheidung habe alle Punkte
bestätigt, die die Pfalzarena-Gegner als Begründung angeführt
hätten. Am besten an der Entscheidung gefiel ihr, dass Koblenz
die Pfalzarena als öffentliche Einrichtung wertete. Denn aus
diesem Grund dürfe die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion
in Trier das Projekt ¸¸nie und nimmer" genehmigen. Auch die
Grünen-Politikerin sprach sich dafür aus, dass Deubig von dem
Projekt ablassen und die tatsächlichen Probleme der Stadt
angehen sollte.
¸¸Ich
habe mit einem Bürgerbegehren kein Problem", konstatierte
gestern der Oberbürgermeister. Es sei nur nicht gut, wenn sich
die Entscheidung, ob es zulässig sei oder nicht, zu lange
hinziehe, sagte Deubig mit Blick auf die WM 2006. Dass Koblenz
nun das Abschließen von Verträgen untersage, stellt für ihn kein
Problem dar, weil die Stadt ¸¸mit Rücksicht auf das schwebende
Verfahren die ganze Zeit schon nichts unternommen hat". Auch mit
der ADD habe er deshalb noch nicht gesprochen, betonte Deubig.
Die Entscheidung, dass Koblenz die Pfalzarena als öffentliche
Einrichtung ansehe, respektiere er, doch ¸¸unser Rechtsamt sieht
das richtig". Sein Fazit: ¸¸Wir warten weiter." (ita) Einwurf,
Politik
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.242
Datum: Samstag, den 18. Oktober 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 18.10.2003 : Tiefschlag für Deubig
Tiefschlag für Deubig
Die
Pfalzarena-Gegner, die sich ihrer Sache so sicher waren und in
der nächsten Instanz weiterkämpften, haben einen Sieg nach allen
Regeln der Kunst errungen. Denn die Entscheidung des Koblenzer
Oberverwaltungsgerichts gab ihnen nicht nur in allen Punkten
Recht, sie hat zudem den Neustadter Verwaltungsrichtern, die
jetzt wieder am Zug sind, bereits die Richtung vorgegeben.
In
einem hat der Oberbürgermeister dennoch Recht: Die Neustadter
sollten schnell entscheiden. Weder Deubig noch den Bau-Gegnern
ist gedient, wenn zu viel Zeit ins Land geht, denn die Stadt
muss wissen, auf welche Projekte sie ihre Kräfte bündeln kann.
Mit
der Entscheidung fügten die Koblenzer dem Oberbürgermeister, der
gestern zu einem zehntägigen Partnerschaftsbesuch nach Japan
aufbrach, noch einen Tiefschlag zu. Nachdem ihm die ADD in Trier
vor wenigen Tagen seinen Haushalt mehr oder weniger heftig um
die Ohren geschlagen hat, machten die Koblenzer gestern seinem
Lieblingsprojekt Pfalzarena eventuell ganz und gar den Garaus.
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.242
Datum: Samstag, den 18. Oktober 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 18.10.2003 : Jetzt ist Neustadt wieder am Zug
Jetzt ist Neustadt wieder am Zug
Verwaltungsgericht muss über die
Frage entscheiden: Ist das Bürger-begehren zulässig?
Das
Oberverwaltungsgericht in Koblenz vertritt die Meinung, dass das
Bürgerbegehren gegen die geplante Pfalzarena ¸¸voraussichtlich
zulässig" sein wird. Es widerspricht damit dem
Verwaltungsgericht Neustadt, das im August das Bürgerbegehren
zurückgewiesen hatte. Die Kammer in Neustadt muss nun in einem
Hauptverfahren erneut über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens
entscheiden.
Die
Initiatoren des Bürgerbegehrens Pfalzarena hatten gegen den
Neustadter Beschluss Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht
(OVG) in Koblenz eingelegt. In einem Eilverfahren hat das OVG
gestern entschieden, dass Oberbürgermeister Bernhard Deubig
keine Verträge zum Bau der Pfalzarena abschließen dürfe.
Damit
sei das Eilverfahren über die Beschwerde aus Kaiserslautern
gegen den Beschluss der Neustadter Kammer abgeschlossen,
erläuterte gestern OVG-Pressesprecher Manfred Stamm. Jetzt sei
das Verwaltungsgericht in Neustadt wieder am Zug. Es müsse nun
¸¸in der Hauptsache", also über die Frage entscheiden, ob das
Bürgerbegehren gegen die Pfalzarena zulässig ist. Falls das
Verwaltungsgericht diese Frage mit ja beantwortet, könne die
Stadt Rechtsmittel einlegen. Würde die Kammer in Neustadt das
Bürgerbegehren erneut zurückweisen, so hätten die Initiatoren
die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung in Berufung zu gehen.
Falls
die Entscheidung am Ende dieses Rechtsstreits zugunsten des
Bürgerbegehrens ausfallen sollte, wäre der Stadtrat wieder
gefragt. Er könnte dann das Bürgerbegehren akzeptieren - also
der Forderung der Initiatoren nachkommen, die Pfalzarena nicht
zu bauen. Dann wäre das Verfahren beendet.
Der
Stadtrat könnte aber auch entscheiden, dem Bürgerbegehren nicht
nachzukommen. Dann käme es zum Bürgerentscheid, also zur
¸¸Volksabstimmung" darüber, ob die Pfalzarena gebaut werden soll
oder nicht. (hwm)
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.242
Datum: Samstag, den 18. Oktober 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 18.10.2003 : Aus für Deubig-Projekt Pfalzarena?
Aus für Deubig-Projekt Pfalzarena?
Oberverwaltungsgericht stoppt
Kaiserslauterer Vorhaben vorläufig
KAISERSLAUTERN (ita). Für den Bau der Pfalzarena dürfen keine
Verträge abgeschlossen werden. Mit diesem Beschluss hat das
Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz gestern
das Vorhaben der Stadt Kaiserslautern in einem Eilverfahren
vorläufig gestoppt.
Die
Stadt wollte mit dem Bau noch 2003 beginnen und beim Betrieb der
3250 Sitzplätze umfassenden Multifunktionshalle mit einer
Betreibergesellschaft zusammenarbeiten. Gegen den Bau, der neben
dem Pfalztheater errichtet werden soll, wandten sich die
Oppositionsparteien von SPD, FDP und Grünen im Stadtrat. Sie
streben ein Bürgerbegehren an und sammelten dafür knapp 10.000
Unterschriften. Das Bürgerbegehren wurde vom Stadtrat mit seiner
CDU-Mehrheit für unzulässig erklärt.
Daraufhin zogen die Gegner vor das Verwaltungsgericht Neustadt,
das ein Bürgerbegehren aber aus formalen Gründen zurückwies: Es
sei zu spät eingereicht worden. Dem schlossen sich die Koblenzer
Richter nicht an: Das Bürgerbegehren sei voraussichtlich
zulässig, eine Fristüberschreitung überdies nicht gegeben. Daher
müsse nun verhindert werden, dass die Stadt vor einem
Bürgerbegehren vollendetete Tatsachen, etwa durch Verträge,
schaffe. Über die Zulässigkeit muss jetzt wieder Neustadt
entscheiden.
Die
Koblenzer widersprachen darüber hinaus Oberbürgermeister
Bernhard Deubig (CDU), der die Pfalzarena als private
Einrichtung deklariert und auch deshalb nicht für ein
Bürgerbegehren als zulässig erachtet hatte. Der Bau sei kein
privates Projekt, weil er im Wesentlichen von der Stadt
finanziert werde, so das OVG. Zudem solle die Halle nach 30
Jahren ins Eigentum der Stadt übergehen und als Stadthalle
genutzt werden.
Damit
könnte die Pfalzarena gestorben sein, zumal unabhängig davon
noch die Entscheidung der Trierer Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion (ADD) aussteht, die dem Projekt aus
haushaltsrechtlicher Sicht zustimmen muss. Dafür sieht die
Opposition schwarz, da die ADD den städtischen Etat vor kurzem
nur mit größeren Auflagen und Forderungen abgesegnet hatte.
SCHWARB / SCHWARB
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.242
Datum: Samstag, den 18. Oktober 2003
Seite: Nr.1
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17.10.2003 - Pressemitteilung des OVG Nr. 47/2003 : OVG stoppt im
Eilverfahren Verträge über Pfalzarena
Pressemitteilung Nr. 47/2003 -
Oberverwaltungsgericht stoppt im Eilverfahren Verträge über
Pfalzarena
Der
Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern darf vorläufig keine
Verträge zur Errichtung der Pfalzarena abschließen. So entschied
das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (Koblenz) in einem
heute veröffentlichten Beschluss.
Bei
der Pfalzarena handelt es sich um den 2. Bauabschnitt des sog.
Kulturzentrums Kaiserslautern, dessen 1. Abschnitt in Gestalt des
Theaters bereits errichtet ist. Nach einem Stadtratsbeschluss aus
dem Jahre 2000 sollte eine Gesellschaft mit städtischer
Beteiligung gegen Zahlung von jährlichen Raten in Höhe von ca. 2,5
Millionen DM als Leasingnehmer für die Pfalzarena fungieren. Mit
Beschluss vom 14. November 2002 beauftragte der Stadtrat die
Verwaltung mit der Ausarbeitung eines vom Oberbürgermeister
vorgestellten neuen Konzepts. Danach beabsichtigte die Stadt
Kaiserslautern im Jahr 2003 mit dem Bau der Pfalzarena
Kaiserslautern zu beginnen und im Rahmen des Betriebs mit einer
Betreibergesellschaft zusammenzuarbeiten.
Aus
Kreisen der Oppositionsparteien im Stadtrat bildete sich eine
Initiative zur Einleitung eines Bürgerbegehrens zur Ablehnung des
Projekts. Die erforderlichen Unterschriften wurden am 5. Juli 2003
eingereicht. In seiner Sitzung vom 14. Juli 2003 beauftragte der
Stadtrat die Verwaltung, Verträge abzuschließen, nach denen die
Errichtung der Pfalzarena durch Gesellschaften erfolgen soll, an
denen die Stadt nicht beteiligt ist. Weiterhin soll sich die Stadt
vertraglich verpflichten, einen jährlichen Betriebskostenzuschuss
in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro für einen Zeitraum von 30
Jahren an die Betreibergesellschaft zu zahlen. Anschließend sollte
die Pfalzarena auf die Stadt übergehen. Das Bürgerbegehren
erklärte der Stadtrat für unzulässig.
Den
hiergegen gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen
Anordnung zur Sicherung der Rechte des Bürgerbegehrens lehnte das
Verwaltungsgericht Neustadt/Wstr. ab. Dem ist das
Oberverwaltungsgericht nicht gefolgt. Es ist der Auffassung, dass
das Bürgerbegehren voraussichtlich zulässig sein werde. Deshalb
müsse im gerichtlichen Eilverfahren verhindert werden, dass vor
der Durchführung des Bürgerbegehrens vollende Tatsachen, etwa
durch den Abschluss der Verträge mit Dritten, geschaffen würden.
Zwar
könne die Bürgerschaft nach den Vorschriften der Gemeindeordnung
durch Bürgerbegehren u. a. nur über die Errichtung einer
"öffentlichen Einrichtung" entscheiden. Jedoch handele es sich bei
der geplanten Pfalzarena um eine solche Einrichtung, da sie
wirtschaftlich von der Stadt Kaiserslautern getragen werde. Dafür
spreche die Übernahme der wesentlichen Finanzierung durch die
Stadt, der vorgesehene Übergang der Einrichtung nach 30 Jahren an
die Kommune sowie die beabsichtigte Nutzung der Pfalzarena als
Stadthalle. Bei dieser Schwerpunktsetzung handele es sich nicht
mehr bloß um Wirtschaftsförderung für ein privates Projekt,
sondern der Sache nach um die Schaffung einer öffentlichen
Einrichtung.
Auch
die Zweimonatsfrist, innerhalb der ein Bürgerbegehren einzureichen
sei, sei hier nicht versäumt worden. An den Beschluss aus dem
Jahre 2000 könne nicht mehr angeknüpft werden, da der Rat selbst
hieran nicht mehr festgehalten habe. Der Beschluss vom 14.
November 2002 habe nur dazu gedient, den endgültigen Beschluss mit
dem maßgeblichen Auftrag an die Verwaltung vorzubereiten.
Beschluss vom 10. Oktober 2003,
Aktenzeichen: 7 B 11392/03.OVG
http://cms.justiz.rlp.de/justiz/broker?uMen=7047a075-9880-11d4-a735-0050045687ab&uTem=de360ceb-a68c-16fd-35a3-11bb63b81ce4 |
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17.10.2003 - SWR
NACHRICHTEN AUS RHEINLAND-PFALZ :
Gericht stoppt vorerst Pfalzarena
Kaiserslautern:
Gericht stoppt vorerst Pfalzarena
Das
Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorerst die weiteren Planungen
über den Bau der so genannten Pfalzarena gestoppt. Danach darf die
Stadt bis auf weiteres keine Verträge zur Errichtung der
Veranstaltungshalle abschließen.
Nach dem
OVG-Beschluss (Az.: 7 B 11392/03.OVG) muss die Stadtspitze
zunächst abwarten, bis gerichtlich über die Zulässigkeit eines
Bürgerbegehrens gegen das Projekt entschieden ist. Bei der
Pfalzarena handelt es sich um eine Stadthalle, die als zweiter
Bauabschnitt des Kulturzentrums Kaiserslautern geplant ist. Der 1.
Abschnitt, ein Theater, ist bereits errichtet. Eine
Bürgerinitiative will mit einem Bürgerbegehren gegen die Pläne
vorgehen und hat die nötigen Unterschriften gesammelt. Der
Stadtrat hält das Bürgerbegehren für unzulässig.
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17.10.2003 - NACHRICHTEN AUS DEM SWR-STUDIO KAISERSLAUTERN: Keine
Verträge zur Pfalzarena
Koblenz
Keine Verträge zur Pfalzarena
Der
Kaiserslauterer Oberbürgermeister Bernhard Deubig darf vorerst
keine Verträge zum Bau der Pfalzarena abschließen. Diesen
Beschluss hat das Oberverwaltungsgericht in Koblenz heute
veröffentlicht.
Mit dem
Verbot will das Gericht verhindern, dass Oberbürgermeister Deubig
vollendete Tatsachen schafft.
Das
Gericht widersprach auch einer Entscheidung des
Verwaltungsgerichts Neustadt: Entgegen der Meinung der Neustadter
Richter sei die Pfalzarena eine öffentliche Einrichtung, so das
Oberverwaltungsgericht. Bürgerbegehren sind damit zulässig.
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Rheinpfalz -
15.10.2003 : Geheimnistuerei
¸¸Geheimnistuerei"
¸¸Diese
Geheimnistuerei ist mir unverständlich." Mit diesen Worten
reagierte Reiner Marz, kommunalpolitischer Sprecher der Grünen
im Landtag, auf die Antwort des Innenministers auf eine Kleine
Anfrage der Grünen zur Pfalzarena. ¸¸Der für die Stadt
Kaiserslautern zuständigen Aufsichtsbehörde, der Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion (ADD), wurden von der Kommune bislang
keine Verträge, Vertragsentwürfe oder sonstige Unterlagen zu dem
Vorhaben vorgelegt", hatte Innenminister Walter Zuber erklärt.
Deshalb könnten die in der Kleinen Anfrage aufgeworfenen Fragen
gegenwärtig nicht beantwortet werden. ¸¸Im Juli hat der Stadtrat
dem Projekt zugestimmt. Der Baubeginn war für August
angekündigt. Und noch immer liegen keine Verträge vor", so Marz.
Die Grünen hatten unter anderem wissen wollen, warum der Bau der
Pfalzarena nicht ausgeschrieben werden muss und ob andere
Hallenbetreiber auch Anspruch auf Bezuschussung durch die Stadt
hätten. (red)
MUELLEH / MUELLEH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.239
Datum: Mittwoch, den 15. Oktober 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 16.09.2003 : Noch keine Unterlagen bei der ADD
Pfalzarena: Deubig wartet
Verhandlungen ab
Noch keine Unterlagen bei der ADD
Mit
der Vorlage von Unterlagen zu dem von der Stadt geplanten
Projekt Pfalzarena bei der Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier wartet Oberbürgermeister
Bernhard Deubig noch ab. Dies erklärte er gestern im Stadtrat
auf eine Anfrage des Grünen-Fraktionssprechers Achim Brötz.
Deubig verwies zur Begründung darauf, dass Teil der Finanzierung
des städtischen Betriebskostenzuschusses von 1,28 Millionen Euro
jährlich die Bestellung von Erbbaurechten an bestimmten
städtischen Grundstücken sei. Die Verhandlungen dafür stünden
kurz vor dem Abschluss. Deubig: ¸¸Vorher machen wir nichts."
Wie
berichtet, hat er zur teilweisen Gegenfinanzierung des
Betriebskostenzuschusses Erbpachterlöse eingeplant, die aus dem
projektbedingten Bau von Parkgaragen auf städtischen
Liegenschaften resultieren. Das finanzielle Engagement der Stadt
für die Pfalzarena steht unter Vorbehalt der ADD.
Gestern lief die Frist ab zur Begründung der Beschwerde beim
Oberverwaltungsgericht (OVG) gegen das Urteil des
Verwaltungsgerichts, das das Bürgerbegehren gegen die Pfalzarena
für unzulässig, weil verfristet angesehen hatte. Ebenfalls ging
die Frist für den Fall zu Ende, dass die Gegner des
Pfalzarena-Projekts ein neues Bürgerbegehren gegen den jüngsten
Beschluss des Stadtrats vom 14. Juli zur Pfalzarena hätten in
Gang setzen wollen.
Der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer erklärte auf Anfrage, dass die
Beschwerdeführer ihre Eingabe beim OVG fristgerecht begründet
haben. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.215
Datum: Dienstag, den 16. September 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz
-19.08.2003 : Es bleibt spannend
Es bleibt spannend
Es
ist das gute Recht der Initiatoren des Bürgerbegehrens Pfalz arena,
gegen den Beschluss der Neustadter Kammer Beschwerde einzulegen.
Mit fast 9000 Unterschriften auf ihren Listen kann man den
Schritt sicher auch als Pflicht bezeichnen. Zumal es so
aussieht, als ob man - wie so oft in der Rechtsprechung - die
Bewertung des Bürgerbegehrens auch von einem anderen Standpunkt
aus sehen kann. Als nächstes müssen die Beschwerdeführer die
Begründung zu ihrer Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in
Koblenz nachreichen. Es ist damit zu rechnen, dass die Koblenzer
in sechs bis acht Wochen über die Beschwerde entschieden haben.
Dann zeigt der Kalender Ende September/Anfang Oktober an. Es
bleibt spannend, zumal die ADD auch noch über die alles
entscheidende Frage befinden muss.
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.191
Datum: Dienstag, den 19. August 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz -19.08.2003 : Bürgerbegehren Pfalzarena: Beschwerde in
Koblenz eingelegt
Bürgerbegehren Pfalzarena:
Beschwerde in Koblenz eingelegt
Initiatoren akzeptieren Neustadter
Beschluss nicht - Kritik an Deubig
In
dem Verwaltungsrechtsstreit zum Bürgerbegehren Pfalz arena
haben die drei Initiatoren gestern Beschwerde gegen den
Beschluss des Verwaltungsgerichts Neustadt eingereicht. Die
Neustadter Kammer hatte das Bürgerbegehren zurückgewiesen, weil
es die Zwei-Monatsfrist überschritten habe (wir berichteten am
Samstag). Das sehen Friedrich Hartmeyer (FDP), Gilda
Klein-Kocksch (Grüne) und Christine Szakun-Hoch (SPD) anders.
Sie wenden sich nun mit ihrer Beschwerde ans
Oberverwaltungsgericht in Koblenz.
¸¸Wir
sind immer noch der Meinung, dass wir ein initiierendes
Bürgerbegehren gemacht haben", begründete der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende die eingereichte Beschwerde. Das
Bürgerbegehren beziehe sich nicht auf den Stadtratsbeschluss vom
14. November 2002, sondern auf den endgültigen Beschluss am 14.
Juli 2003. ¸¸Wir haben die Unterschriftenaktion gestartet, um
die Unterschriften für die Ratssitzung am 14. Juli zu haben",
sagte Hartmeyer. Am 4. Juli seien die Listen abgegeben worden.
Die Neustadter Kammer beziehe sich mit ihrer Entscheidung nur
auf den Schluss der Fragestellung im Bürgerbegehren, in dem der
14. November genannt sei. Nichtsdestotrotz bezieht sich das
Bürgerbegehren nach den Worten Hartmeyers auf den endgültigen
Stadtratsbeschluss am 14. Juli und sei als initiierendes
Bürgerbegehren zu werten. Deshalb könne von einer Verfristung
nicht die Rede sein.
Gilda
Klein-Kocksch erklärte gegenüber der RHEINPFALZ, für die
Begründung der Beschwerde habe man zwei Wochen Zeit. Bei dem
Neustadter Beschluss, so ihre Meinung, hätten sich die Richter
¸¸keine große Mühe gegeben". Die Verfristung sei der einfache
Weg gewesen. ¸¸Wir interpretieren das anders." Was die
Beschwerde in Koblenz angehe, ¸¸sind wir ganz positiv
eingestellt".
Darüber hinaus warf die Grünen-Politikerin dem Oberbürgermeister
vor, seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Bernhard Deubig
habe in dem RHEINPFALZ-Artikel vom Samstag gesagt, die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier habe die
Unterlagen noch nicht auf dem Tisch, weil das Neustadter
Verfahren anhängig sei. Der Anstand gebiete, dass die Stadt so
lange warte, bis der Beschluss gefallen war. Diese Begründung
sei ¸¸unverfroren", so Klein-Kocksch. Denn bereits im Januar
habe Innenminister Walter Zuber den Grünen auf eine Kleine
Anfrage geantwortet, dass sich die Stadt außerstande sehe, die
erforderlichen Stellungnahmen abzugeben. Damals sei vom
Bürgerbegehren noch keine Rede gewesen. Im Übrigen sei auch das
Hauptverfahren in Neustadt noch anhängig, fügte Klein-Kocksch
an. Wenn es der Anstand gebiete zu warten, dann müsse die Stadt
auch das Ende des Hauptverfahrens noch abwarten.
Die
Neustadter Kammer habe das Bürgerbegehren aus formaljuristischen
Gründen abgelehnt. ¸¸Das sehen wir anders", konstatierte die
SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christine Szakun-Hoch gestern. Die
Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz ¸¸sind wir den
Bürgern schuldig, die die Pfalzarena
nicht wollen". Auch sie rechnet sich in Koblenz gute Chancen
aus, denn das Bürgerbegehren richte sich nicht gegen den
Stadtratsbeschluss zum Bau der Pfalzarena,
sondern gegen den Bau der Halle.
Dass
die ADD in Trier noch nicht die erforderlichen Unterlagen zum
Prüfen des Bauprojekts vorliegen habe, sei keine Frage des
Anstands, sondern ¸¸zeigt, dass Deubig nicht in der Lage ist,
Sachen vom Schreibtisch zu bringen". In diesem Zusammenhang
fragt Szakun-Hoch, warum die Stadtverwaltung die Verträge mit
der Vermietungs- und Betreibergesellschaft vorbereite, wenn es
sich bei dem Vorhaben um ein privates Projekt handle. Auch fragt
sich die SPD-Politikerin, wieso Deubig 10.000 Euro für eine
Hochglanz-Werbebroschüre für die Pfalzarena
aus dem Stadtetat bezahle, wenn die Pfalzarena
kein städtisches Bauprojekt sei. (ita) Einwurf
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.191
Datum: Dienstag, den 19. August 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz
-16.08.2003 : Eine Lektion
Eine Lektion
Die
Entscheidung des Neustadter Verwaltungsgerichts zur Pfalzarena
ist hoch interessant. Die Richter sagen in ihrer Begründung,
dass sich das Bürgerbegehren seinem Wortlaut nach nicht
ausdrücklich gegen einen Beschluss des Stadtrats zum Bau der
Multifunktionshalle richtet. Denn die Bürger haben auf der
Unterschriftenliste ihren Namen unter die Formulierung gesetzt:
¸¸Ja, ich bin gegen das Projekt Pfalzarena auf dem Dach der
Tiefgarage vor dem Pfalztheater sowie gegen dafür vorgesehene
Betriebskostenzuschüsse durch die Stadt Kaiserslautern, wie der
Oberbürgermeister dies in der Stadtratssitzung am 14. 11. 2002
vorgestellt hat." Inhaltlich beziehe sich das Bürgerbegehren
jedoch sehr wohl auf diesen Stadtratsbeschluss, werten die
Richter. Denn der Stadtrat habe bereits am 30. Januar 2000 die
Verwaltung beauftragt, für die Realisierung des Projekts die
notwendigen Verträge abzuschließen. Dieser Grundsatzbeschluss
sei in der Sitzung vom 14. November 2002 bestätigt worden, indem
die Verwaltung beauftragt wurde, unter Berücksichtigung der
Konzeptänderung Entscheidungsvorlagen für den Stadtrat zu
erarbeiten. Und mit seiner Fragestellung wende sich das
Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss vom 14. November und
ziele auf eine Korrektur ab.
Somit
differenziert das Gericht in seiner Begründung sehr wohl
zwischen kassierendem und initiierendem Bürgerbegehren, obwohl
diese Unterscheidung in der Gemeindeordnung nicht ausdrücklich
existiert. Damit erteilt es den Initiatoren des Bürgerbegehrens
eine Lektion. Deshalb sollten sie spätestens jetzt ihre
Hausaufgaben ganz sorgfältig machen, bevor sie sich auf weitere
juristische Wege begeben.
DUERNBG / DUERNBG
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.189
Datum: Samstag, den 16. August 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz -16.08.2003 : Pfalzarena geht in die nächste Runde
Pfalzarena geht in die nächste Runde
Neustadter Verwaltungsgericht
erklärt Bürgerbegehren für unzulässig
Das
Bürgerbegehren Pfalzarena ist unzulässig. Das hat das
Verwaltungsgericht Neustadt entschieden. Begründung: Die
vorgeschriebene Zwei-Monatsfrist nach der Beschlussfassung des
Stadtrats wurde nicht eingehalten. Während sich die Initiatoren
des Bürgerbegehrens übers Wochenende überlegen wollen, ob sie
Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen, begrüßte
Oberbürgermeister Bernhard Deubig den Beschluss: ¸¸Damit besteht
Klarheit."
Das
Bürgerbegehren sei zu Recht von der Stadtverwaltung als
unzulässig behandelt worden, denn es habe sich gegen den
Beschluss des Stadtrats vom 14. November 2002 gewendet, erklärte
das Gericht. In der Sitzung hatte sich das städtische Gremium
erneut für den Bau der Pfalzarena ausgesprochen. Das
Bürgerbegehren hätte nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung
(§ 17 a Abs. 3 S. 1 Halbsatz 2) innerhalb von zwei Monaten nach
der Beschlussfassung eingereicht werden müssen. FDP, SPD und
Grüne hatten ihre Initiative gegen das Projekt im März gestartet
und die Unterstützerunterschriften am 4. Juli eingereicht. Damit
sei die gesetzliche Vorschrift nicht eingehalten worden, so die
Neustadter Richter. Deshalb habe das Gericht auf weitere
Rechtsfragen der Beteiligten nicht mehr eingehen müssen.
Mit
dieser Ablehnung des Antrags auf Erlass einer einstweiligen
Anordnung sei noch nicht in der Hauptsache entschieden worden,
so eine Sprecherin des Gerichts gestern. Dabei handelt es sich
um eine Klage mit der selben Rechtsfrage. Die Entscheidung
darüber soll bis Ende des Jahres fallen.
Gegen
den Gerichtsbeschluss kann innerhalb von zwei Monaten Beschwerde
eingelegt werden. Diesen Schritt schloss Friedrich Hartmeyer,
FDP-Stadtverbandsvorsitzender und Mitinitiator des
Bürgerbegehrens, nicht aus. Übers Wochenende wolle man sich über
die weitere Vorgehensweise beraten. Zu der Verfristung erklärte
Hartmeyer, man habe das Bürgerbegehren als initiiertes
Bürgerbegehren angesehen, das sich gegen einen noch zu
erwartenden Stadtratsbeschluss richte. Das kassierende
Bürgerbegehren müsse die Zwei-Monatsfrist einhalten. Diese
Differenzierung sei zwar nicht in der Gemeindeordnung verankert,
doch habe sie sich aus der Rechtsprechung anderer Bundesländer
so ergeben. Hartmeyer schloss auch die Möglichkeit eines zweiten
Bürgerbegehrens nicht aus, das sich gegen den endgültigen
Stadtratsbeschluss für die Pfalzarena vom 14. Juli dieses Jahres
richte. Dafür sei die Zeit allerdings knapp, denn in den
verbleibenden vier Wochen müsste eine neue
Unterschriftensammlung gestartet werden.
Deubig erklärte: ¸¸Ich bin froh, dass das Verwaltungsgericht in
dieser Klarheit entschieden hat." Das Bürgerbegehren sei
unzulässig, weil verfristet. Damit habe das Gericht die anderen
Punkte gar nicht behandeln müssen. Deubig gibt einer Anfechtung
des Gerichtsbeschlusses keine Chance. Er zog das Fazit: ¸¸Wenn
man ein Bürgerbegehren gegen eine verfristete Entscheidung
anzettelt, hat man die politische Verantwortung zu tragen."
Der
Oberbürgermeister widersprach dem Vorwurf, dass die Verwaltung
das Bürgerbegehren wissentlich ins Leere habe laufen lassen.
Selbst wenn sich die Stadt während der Laufzeit des
Bürgerbegehrens geäußert hätte, hätte jeder gesagt, man wolle
die Initiative beeinflussen.
Das
Projekt sei durch einen mehrheitlichen Beschluss des Stadtrats
entschieden worden, so Deubig. Im Mai 1982 sei der erste
städtebauliche Ideenwettbewerb gelaufen, danach sei der
Architektenwettbewerb ausgelobt worden. Als Nächstes habe das
Bebauungsplanverfahren stattgefunden.
Der
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier habe man bisher
keine Unterlagen zur Prüfung des Projekts vorgelegt, weil das
Gerichtsverfahren anhängig gewesen sei. Dabei handele es sich
zwar nicht um eine rechtliche Verpflichtung, doch sei es ¸¸ein
Gebot des Anstands unter Behörden, dem Ding keinen Fortgang zu
geben, bevor das Gericht nicht entschieden hat."
DUERNBG / DUERNBG
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.189
Datum: Samstag, den 16. August 2003
Seite: Nr.15
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
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Rheinpfalz - 16.08.2003 : Verwaltungsgericht Neustadt schmettert
Initiative ab - Frist versäumt
Nein zu Bürgerbegehren Pfalzarena
Verwaltungsgericht Neustadt
schmettert Initiative ab - Frist versäumt
KAISERSLAUTERN / NEUSTADT (ita). Das Verwaltungsgericht Neustadt
hat entschieden, dass das Bürgerbegehren ¸¸Pfalzarena" von der
Stadtverwaltung Kaiserslautern zu Recht als unzulässig behandelt
wurde.
Mit
dem Bürgerbegehren sollte der Bau einer Multifunktionshalle mit
3250 Sitzplätzen auf dem Gelände des Pfalztheaters verhindert
werden. Das Verwaltungsgericht begründet seinen Beschluss damit,
dass das Bürgerbegehren verfristet ist. Denn es wende sich gegen
den Stadtratsbeschluss vom 14. November 2002, mit dem sich der
Stadtrat erneut zugunsten der Pfalzarena ausgesprochen hat. Doch
nach den Bestimmungen der Gemeindeordung Rheinland-Pfalz hätte
das Bürgerbegehren innerhalb von zwei Monaten nach der
Beschlussfassung eingereicht werden müssen.
Initiiert wurde das Bürgerbegehren im März 2003 als
Gemeinschaftsaktion von FDP, SPD und Grünen. Die 8840
Unterstützerunterschriften wurden der Stadtverwaltung am 4. Juli
übergeben. Damit sei die gesetzliche Frist nicht eingehalten
worden, so die Neustadter Richter.
Als
nächster Schritt in dem Verfahren muss die Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier das Bauvorhaben
genehmigen. Dazu wolle die Stadt in den nächsten zwei Wochen die
Unterlagen einreichen, erklärte Oberbürgermeister Bernhard
Deubig (CDU), der sich
gestern froh darüber zeigte, dass das Gericht die Unzulässigkeit
des Bürgerbegehrens in der Klarheit festgestellt habe.
HERBERA / HERBERA
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.189
Datum: Samstag, den 16. August 2003
Seite: Nr.14
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Rheinpfalz -
07.08.2003 : Keine Auskunft
Keine Auskunft
Der
Oberbürgermeister hat Urlaub. Das sei ihm gegönnt. Derweil
warten sie bei der ADD in Trier auf die Unterlagen zur Prüfung
des Vorhabens Pfalzarena. Nicht, dass die Trierer es eilig
hätten, die haben sicher auch ohne den Papierwust aus
Kaiserslautern genug Arbeit. Aber eigentlich hatte es die Stadt
ja eilig, wollte sie doch noch im August mit dem Bauvorhaben
beginnen. Sei"s drum.
Was
wesentlich bedenklicher stimmt: Im Rathaus gibt es zurzeit
offenbar niemand, der Auskunft zu dem Millionenprojekt am
Pfalztheater geben kann. Wie ist der momentane Stand? Wann sind
die Unterlagen für die ADD fertig? Sind die Verträge schon
endgültig ausgehandelt? Keiner weiß es. Nur der OB.
Arne
Oeckinghaus, der - wie bekannt - Bürgermeister und
Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist und überdies das
Rechtsreferat unter sich hat, kann keine Auskunft geben.
Doch
die Öffentlichkeit ist interessiert. Und hat auch ein Recht auf
Information. Das mag mancher im Rathaus anders sehen, deshalb
ist es trotzdem so.
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.181
Datum: Donnerstag, den 07. August 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz -07.08.2003 : Unterlagen noch nicht in Trier
Unterlagen noch nicht in Trier
Pfalzarena: Gericht entscheidet
nächste Woche
Bei
der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier liegt
bisher weder der Stadtratsbeschluss zum Bau der Pfalz arena
noch liegen die Verträge im Zusammenhang mit dem Projekt vor.
Beim Verwaltungsgericht in Neustadt soll spätestens in der
nächsten Woche die Entscheidung über die Klage der Initiatoren
des Bürgerbegehrens fallen. Das erklärten beide Behörden auf
RHEINPFALZ-Anfrage.
¸¸Voller gespannter Erwartung" ist Ulrich Radmer, Referatsleiter
Kommunalaufsicht bei der ADD. Doch bisher hat er von der
Stadtverwaltung noch nichts gehört. All sein Wissen über das
Bauvorhaben beziehe er aus der RHEINPFALZ. Die ADD benötigt
neben dem Stadtratsbeschluss auch die Verträge. Der Beschluss
sei genehmigungspflichtig, auch den Verträgen müsse seine
Behörde zustimmen, erklärte Radmer gestern. Zwar könne die
Stadtverwaltung die Verträge schon unterzeichnen, aber bis zur
Genehmigung durch die ADD seien sie ¸¸schwebend unwirksam".
Versage die ADD ihre Zustimmung, seien die Verträge ¸¸eh
hinfällig".
Über
den Antrag auf Einstweilige Anordnung der Initiatoren des
Bürgerbegehrens gegen die Pfalz arena
hat das Neustadter Verwaltungsgericht noch nicht entschieden.
Die Akten und Unterlagen der Stadt, die zur Entscheidung
benötigt würden, lägen inzwischen vor, sagte ein Sprecher des
Gerichts; die Entscheidung sei noch völlig offen.
Der
Antrag auf Einstweilige Anordnung sei ein vorläufiger
Rechtsschutz bis zur endgültigen Entscheidung und gewährleiste,
dass nichts passiert, bis über die Zulässigkeit entschieden ist.
Wenn der Antrag auf Einstweilige Anordnung abgelehnt werde, dann
sei es schwieriger, das Bürgerbegehren durchzubringen. Das
Bürgerbegehren selbst habe keine aufschiebende Wirkung.
Derjenige, der verliert, habe anschließend die Möglichkeit, beim
Oberverwaltungsgericht einen Beschwerdezulassungsantrag zu
stellen. Damit werde ebenfalls noch etwas Zeit gewonnen.
Bürgermeister Arne Oeckinghaus konnte gestern nicht sagen, warum
Trier noch keine Unterlagen vorliegen habe. ¸¸Ich kann dazu
nichts sagen, der Vorgang liegt beim OB." Bernhard Deubig mache
momentan Urlaub: ¸¸Nächste Woche ist er wieder da." (ita)
GIESM / GIESM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.181
Datum: Donnerstag, den 07. August 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 29.07.2003 : Kann der OB nicht rechnen?
¸¸Kann der OB nicht rechnen?"
Zur Diskussion um den Bau der
Pfalzarena in Kaiserslautern.
Ungeachtet der Frage, ob für Kaiserslautern die Notwendigkeit
einer multifunktionalen Veranstaltungshalle besteht und wie der in
Rede stehende Standort bewertet wird, wirft das Thema einige
Fragen auf.
So muss
man sich vor allem wundern, welche Possen Herr Deubig nun reitet,
der selbsternannte, pardon urgewählte, Ober(bürger?)meister
unserer oft so provinziellen Metropole. (...)
10.000
Stimmen von Menschen in einer Angelegenheit gesammelt und von
denen mit innerer Überzeugung abgegeben, entsprechen fast exakt
jener Anzahl, aus denen noch vor wenigen Jahren (...) seine bis
heute immer wieder reklamierte Mehrheit urwählerisch gezimmert
wurde. In eben dieser Größenordnung wurde Herrn Deubig von den
Stadtbürgern sein Amt anvertraut. Damals hat er um sie geworben -
heute wird die gleiche Zahl von ihm formal und inhaltlich
disqualifiziert !
Und da
wundert es schon, wenn er in der RHEINPFALZ sein Bedauern zitieren
lässt: ¸¸Das mit der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens habe er auch
nicht drehen können." Ehrlich gesagt, erwartet niemand von einem
Oberbürgermeister, dass er Dinge ¸¸dreht". Er soll keine Wunder
vollbringen oder gar für alles und jeden (Investor) gleich
mitdenken. (...)
Vielmehr soll ein Oberbürgermeister einfach klar strukturiert
arbeiten, weder mauscheln, halb oder gar nicht informieren und
schon gar nicht ¸¸überdrehen". Vor allem sollte er ein gutes
Gespür haben, ob und inwieweit eine Stimmensammlung von 10.000
Unterschriften - ob nun formal zulässig oder nicht - Gewicht haben
kann. Das einfach formal abzutun, disqualifiziert politischen
Instinkt und gute Umgangsformen.
Auch
wundert es, dass von Herrn Deubig eine wenig aussagekräftige
¸¸Jubelbroschüre" zur Pfalzarena punktgenau zur Podiumsdiskussion
unters Volk gebracht und als ¸¸Stadtinformation" verkauft wird.
(...) Bei der Pfalzarena handelt es sich nach seinen Angaben um
eine Immobilienentwicklung, die privater Natur und demzufolge
einem Bürgerbegehren entzogen ist. Es gibt wohl nicht wenige
Immobilienbesitzer in Kaiserslautern, die auch gerne so eine
Imagebroschüre auf Kosten der Allgemeinheit hätten. Ob da wohl
jemand nachfasst, hinsichtlich der Zulässigkeit solcher Art aus
Steuergeldern bezahlter Projektvermarktung?
(...)
Wohl wahr ist allerdings, dass es sich mit der Pfalzarena und dem
ganzen Drumherum um eine überaus vielschichtige und vielleicht
auch bewusst kompliziert arrangierte Angelegenheit handelt. Wer
mag da noch durchsehen durch alle jene Beteiligungs-, Besitz-,
Management- und sonstigen Gesellschaften, die munter konstruiert
werden?
Am Ende
wird auch dem Einfachen klar: Die Stadt gibt ein Grundstück im
(begünstigten?) Erbbaurecht in bester Lage und eine nicht
unbedeutende jährliche Zuwendung von 1,28 Mio Euro her.
(...)
Eins ist von Herrn Deubig mit seinem Husarenstück in jedem Fall
zur Strecke gebracht worden: Das Vertrauen vieler Mitbürger in
eine offene Amtsführung unseres Spitzenmannes. Schließlich und
endlich wird es jetzt, wie die Podiumsdiskussion gezeigt hat,
wirklich Zeit für eine fachliche Debatte und ernsthafte Prüfung
auf Zulässigkeit der gesamten Pfalzarenaunternehmung. Vermutlich
sind da in der Stadtverwaltung noch allerhand Hausaufgaben zu
machen.
Peter
Wollenweber, Kaiserslautern
DICKR / DICKR
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.173
Datum: Dienstag, den 29. Juli 2003
Seite: Nr.18
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Rheinpfalz -
24.07.2003 : Leserbriefe
Leserbriefe: Zu dem städtischen Prospekt über
die in Kaiserslautern geplante Pfalzarena.
¸¸Hoffentlich keine Steuergelder"
Wie auf
der ersten Seite der Broschüre dargestellt, ist das Bauvorhaben
der ¸¸Knaller". Ein weiteres Zuschuss-Objekt, das direkt dahinter
platziert ist (das Theater). Eigentlich hat unser Theater eine
sehr schöne Frontansicht, die nicht verdeckt werden muss. Dieses
hat den Steuerzahler ja auch eine gehörige Stange Geld gekostet
und kostet auch für den Betrieb weiterhin jede Menge Geld.
Die
Beschreibung einer exzellenten Parkplatzsituation ist der
Höhepunkt des Feuerwerks. Bisher war ich der Meinung, Silvester
ist am 31. Dezember - wohl gefehlt!
Kurzum,
die Broschüre kann mich nicht überzeugen und wandert in Ablage
¸¸P" (Papierkorb). Hoffentlich wurden für dieses Schriftstück
keine Steuergelder verschwendet.
Norbert
Söhn, Kaiserslautern
¸¸D steht für deubokratisch"
Zu
¸¸Stadtrat gibt grünes Licht für Pfalzarena-Verwirklichung" in der
Ausgabe vom 15. Juli.
Mit
Bestürzen, Entsetzen und einer ins Unermessliche reichenden Wut
habe ich die Stadtratssitzung vom 14. Juli bis einschließlich des
Tagesordnungspunktes 3 verfolgt. Hiermit konstatiere ich, dass dem
¸¸D" in der Lauterer ¸¸CDU", welches bislang für ¸¸demokratische"
stand, ganz klammheimlich eine neue Bedeutung zuteil wurde.
Interessant dürfte für den wahlberechtigten Kaiserslauterer Bürger
folgende Aussage unseres Oberbürgermeisters gewesen sein: ¸¸Selbst
wenn ich gewollt hätte, ich konnte an der Sache nichts drehen."
Na, wenn er das in anderen Fällen also kann, warum hat er dann
nicht mal daran gedreht, dass die Oppositionsfraktionen die
überaus relevante Beschlussvorlage nicht erst 15 Minuten vor
Sitzungsbeginn in den Händen hielten?
Ach,
fast hätte ich"s vergessen: ¸¸Das ¸¸D" steht offensichtlich für ¸¸deubokratische".
Petra
Harz, Kaiserslautern
¸¸Warum erst jetzt aus Hut gezaubert?"
Zu
¸¸Rechtsreferatsleiter: Pfalzarena keine öffentliche Einrichtung"
in der Ausgabe vom 12. Juli.
Als
einer von 10 000, die im guten Glauben an ein ehrliches
Mitspracherecht ihre Unterschrift zum möglichen ¸¸Bürgerbegehren"
gaben, fühle ich mich nachträglich vera...... Entschuldigen Sie
diese Ausdrucksweise, aber sie ist die bestmöglichste.
Warum
hat der Rechtsreferatsleiter, Herr Huth, seine in der
Samstags-Ausgabe unserer RHEINPFALZ vom 12. Juli gewiss
großartigen Erläuterungen zum Rechtsstreit erst jetzt aus seinem
Hut gezaubert und nicht schon zum Beginn dieser Aktion? Daran
sieht man doch, dass man uns auflaufen lassen wollte.
Dies
erinnert an die Kinderzeit, wo dann einer im Hintergrund stand und
sagte ¸¸ätsch". Laut Huth ist die geplante Pfalzarena also keine
öffentliche Einrichtung und somit wäre ein Bürgerbegehren dagegen
nicht statthaft. Also besitzt unsere Stadt nicht einmal das
Nutzungsrecht. Wofür werden dann eigentlich jährlich 1,28
Millionen Euro bezahlt?
Wenn
ich dann lese, dass diese so genannte ¸¸Multifunktionshalle" von
einer Objektgesellschaft errichtet wird, die diese einer
Betreibergesellschaft überlasse, die sich zur Vermarktung wiederum
einer Managementgesellschaft bediene, was ist dann, wenn eine
dieser Gesellschaften zwischendrin den Geist aufgibt? - siehe
Stiftsplatz.
Mit
einem pompösen Informationsprospekt wollte man uns Bürger
anscheinend, wie es jetzt im Sprachgebrauch üblich ist, ¸¸geil"
auf diese Halle machen. Tut sich die Frage auf, was dieses tolle
Druckwerk gekostet hat? Aber wir habens ja --- nötig.
Jeder
Bauherr muss sich an den umliegenden Baustil halten, aber dieses
Glasungeheuer passt gewiss nicht zu seinen Nachbargebäuden. Und
wann werden schon einmal 3200 Besucher in der Halle sein, die,
laut im Prospekt geplantem Ablauf, im Dezember 2004 fertiggestellt
ist. Auf dieses Christkind bin ich gespannt.
Nach
Lage der Dinge sind wir Bürger nur zur Stimmabgabe bei Wahlen
aufgefordert, sonst haben wir nichts zu sagen. Aber mit dem Wort
¸¸Demokratie", das im Lexikon mit ¸¸Volksherrschaft"
niedergeschrieben ist, hat dies wenig bis gar nichts zu tun.
Mancher, der sich also die Zeit zur Stimmabgabe für das
Bürgerbegehren genommen hatte, wird sich diese vermutlich bei der
nächsten Stadtrats- und später bei der Oberbürgermeisterwahl
wieder zurückholen.
Hans
Zodet, Kaiserslautern
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.169
Datum: Donnerstag, den 24. Juli 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 22.07.2003 : ADD mit Pfalz arena noch nicht befasst
ADD mit Pfalzarena
noch nicht befasst
Die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) beschäftigt
das Projekt Pfalzarena
offiziell bisher noch nicht. Ulrich Radmer, Referatsleiter
Kommunalaufsicht bei der ADD, erklärte gestern auf
RHEINPFALZ-Anfrage, die Aufsichtsbehörde sei von der Stadt noch
nicht konkret mit dem Stadtratsbeschluss zur Verwirklichung der
Pfalzarena konfrontiert
worden. Es habe bisher nur allgemeine Vorinformationen zu dem
Vorhaben seitens der Stadt gegeben, so im Januar und im Juni.
¸¸Wir haben weder Verträge noch sonst etwas", sagte der
Referatsleiter. Die Aufsichtsbehörde werde, wenn die Unterlagen
aus Kaiserslautern eingehen, zu prüfen haben, ob
genehmigungspflichtige Tatbestände vorlägen und in wie weit die
vorgesehenen Verpflichtungen der Stadt mit der Leistungsfähigkeit
des städtischen Haushalts im Einklang stünden. Der
Stadtratsbeschluss zur Realisierung der Pfalzarena
steht unter dem Vorbehalt, ¸¸dass von der Aufsichtsbehörde keine
oder nur ausräumbare rechtsverbindliche Bedenken erhoben werden".
Das Finanzierungskonzept für den Bau und Betrieb der Halle sieht
einen jährlichen Betriebskostenzuschuss der Stadt von 1,278
Millionen Euro über 30 Jahre vor. (rdz)
HERBERA
/ HERBERA
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.167
Datum: Dienstag, den 22. Juli 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz -19.07.2003 : Von einem Gewinner und einem Verlierer
STADTGESPRÄCH
Von einem Gewinner und einem Verlierer
Die letzte Rate im Jahr 2034
Wir schreiben das
Jahr 2034. Es ist der 19. Juli. Ein älterer Herr klopft an der
Tür von SMG/Bobach Nachf.. Auf dem Rücken einen dicken
Finanzsäckel, in der Hand einen Stock. ¸¸So, das ist sie nun,
die letzte Rate", sagt er erleichtert. ¸¸30 Jahre sind rum",
schnauft er unter der Last der 1,278 Millionen Euro, die er
treuhändlerisch für seinen Nachfolger überbringt. Der Mann an
der Tür empfängt ihn fürsorglich, stützt ihn auf dem Weg zur
Kasse. ¸¸Dann wollen wir mal gleich nachzählen, dass Sie nicht
zu lange warten müssen", sagt er und verzieht sich in den
Hintergrund. Der ältere Herr erklärt, dass er nicht so lange
Zeit hat. Er muss zu seinem Nachfolger ins Rathaus, will mit ihm
über die anstehende Sanierung der Pfalzarena sprechen. Er hat da
so eine Idee...
Eine lange Etappe für die Stadt
Es ist eine kleine
zugegebenermaßen fiktive Episode, die freilich vor Augen führt,
auf welchen Zeitraum sich der Stadtrat am Montag eingelassen
hat, als er die jährliche Zuwendung von 1,278 Millionen Euro
über 30 Jahre an die Betreibergesellschaft der geplanten
Pfalzarena absegnete. Es ist schon eine lange Etappe, für die
sich der Stadtrat finanziell gebunden hat. Wenn im nächsten Jahr
die erste Rate fällig wird, dann wird die letzte im Jahr 2034
überwiesen werden müssen. Oberbürgermeister Bernhard Deubig, der
Mann, der die Pfalzarena zu seinem politischen Credo gemacht
hat, wäre dann genau 86 Jahre alt...
Viele Scherben hinterlassen
Der
Stadtratsbeschluss zugunsten der Pfalzarena ist gefallen, jetzt
sind das Verwaltungsgericht und die Aufsichtsbehörde dran.
Zufrieden kann man mit dem politischen Entscheidungsprozess
nicht sein. Egal, ob man glühender Befürworter der Pfalzarena
ist oder vernichtender Kritiker der selben. Oberbürgermeister
Bernhard Deubig hat es nicht geschafft, das Pfalzarena-Projekt
im Konsens mit den Bürgern zu verwirklichen. Er hat sich auch
nicht darum bemüht. Nicht wirklich jedenfalls. Obwohl es gute
Gründe für die Halle und sogar auch für diesen Standort gibt.
Der Entscheidungsprozess hat viele Scherben hinterlassen.
Oberbürgermeister Deubig hat zwar mit Hilfe der CDU-Mehrheit die
Auseinandersetzung über die Pfalzarena gewonnen, gleichzeitig
hat er auch verloren. Verloren hat er beim Bürger. An Ansehen
und an Vertrauen. Und das wiegt schwer...
Als erster Bürger geben
Der frühere
städtische Beigeordnete Horst Bitzer hatte diese Woche Recht,
als er bemerkte, dass eine bürgerfreundliche Verwaltung die
Zulässigkeit des Bürgerbegehrens hätte sofort prüfen müssen.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig ließ das Bürgerbegehren ins
Ungewisse und dann ins Leere laufen. Als erster Bürger der Stadt
hätte er sich anders geben müssen. Er hätte die Initiatoren
gegebenenfalls auf die Haken und Ösen ihrer Aktion aufmerksam
machen müssen. Er hätte die Tatsache, dass es politische
Oppositionsgruppen sind, die das Bürgerbegehren in Gang gesetzt
haben, hintanstellen müssen. Er hätte die Bürger im Auge haben
müssen, die sich in die Liste eintragen. Er darf sich nun nicht
wundern, wenn die Leute ihn zum Heuchler stempeln, wenn er
erklärt, er bedauere, dass es nicht zum Bürgerentscheid komme.
Spekulation nicht so einfach aus der Welt zu schaffen
Auch wenn er es
dementiert: Oberbürgermeister Bernhard Deubig wird die
Spekulation nicht so einfach aus der Welt schaffen können, dass
ein Verzicht auf eine Beteiligung der Stadt an der
Betreibergesellschaft der geplanten Pfalzarena etwas mit dem
Bürgerbegehren zu tun haben könnte. Eine Woche vor der
Stadtratsentscheidung über die Pfalz arena
sprach er noch wie selbstverständlich auf dem Podium des
RHEINPFALZ-Forums davon, dass die Stadt analog dem Beispiel des
Monte-mare-Bads an der Betreibergesellschaft beteiligt sein
würde. Was hat die Verwaltung jetzt veranlasst, das nicht mehr
sein zu wollen? Das hat der Oberbürgermeister bisher (noch)
nicht gesagt...
Bürger nicht so dumm und naiv
Der
CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Weisenstein, ein Sprachrohr
seines Herrn: Im Stadtrat unterstrich er diese Woche, dass bei
der Unterschriftenaktion gegen die Pfalzarena die Informationen
gar nicht vorlagen, die jetzt Entscheidungsgrundlage seien. Das
ist doch Geschichtsklitterung, bitteschön! Seit dem
Grundsatzbeschluss im Januar 2000 hat sich am Grundkonzept für
die Realisierung der Halle nichts verändert. Und der Bürger ist
nicht so dumm und naiv, wie Politiker manchmal meinen, um nicht
zu verstehen, worum es geht...
Hans-Joachim Redzimski
DUERNBG / DUERNBG
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.165
Datum: Samstag, den 19. Juli 2003
Seite: Nr.18
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Rheinpfalz -18.07.2003 : Pfalzarena: Entscheidung über Eilantrag
Anfang August
Pfalzarena: Entscheidung über Eilantrag Anfang August
Über den Antrag
auf Einstweilige Anordnung der Initiatoren des Bürgerbegehrens
gegen die geplante Pfalzarena beim Neustadter Verwaltungsgericht
wird die zuständige Kammer wahrscheinlich Anfang August
entscheiden. Dies erklärte gestern eine Sprecherin des Gerichts
auf RHEINPFALZ-Anfrage. Stadt und Stadtrat sei eine Frist bis
zum 28. Juli zur Stellungnahme und Vorlage der Akten eingeräumt
worden. Danach müsse geprüft werden, ob den Antragstellern noch
einmal Gelegenheit zur Erwiderung gegeben werden müsse. Mit dem
Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz wollen die Initiatoren des
vom Stadtrat nicht zugelassenen Bürgerbegehrens erreichen, dass
der Beschluss des Stadtrats zur Verwirklichung der Pfalzarena
vorläufig ausgesetzt wird. Bis das Verwaltungsgericht über ihre
Klage entschieden hat, dass die Entscheidung des Stadtrats, ihr
Bürgerbegehren sei unzulässig, rechtswidrig ist. Die Sprecherin
des Verwaltungsgerichts ging gestern davon aus, dass mit einer
Entscheidung im Hauptsacheverfahren etwa in einem halben Jahr
gerechnet werden kann. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.164
Datum: Freitag, den 18. Juli 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz -17.07.2003 : Schritte auf dem Weg zur Pfalzarena
DER HINTERGRUND - Schritte auf dem Weg zur
Pfalzarena
Wie das Konstrukt für die Verwirklichung der
Halle aussieht und wer was macht
Im August soll"s
losgehen. Mit dem Bau der Pfalzarena, deren Verwirklichung der
Stadtrat beschloss. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann,
wird sich zeigen. Abhängig ist dies von der Zustimmung der
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier und von der
Reaktion des Verwaltungsgerichts, das mit Blick auf eine Klage
der Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den
Unzulässigkeits-Beschluss des Stadtrats über einen vorläufigen
Rechtsschutz zu befinden hat.
Interessant ist
ein Blick auf das organisatorische Konstrukt, das den Bau der
Multifunktionshalle mit 3250 Sitzplätzen am Pfalztheater
ermöglichen soll. Dreh- und Angelpunkt ist eine bankeigene
Vermietungsgesellschaft, die sich über einen Darlehensvertrag
(Commerzbank) das notwendige Geld beschafft, um den 21 Millionen
Euro teuren Bau zu errichten, und von der Stadt das
erforderliche Baugelände im Wege des Erbbaurechts auf die Dauer
von 30 Jahren bekommt.
Mit dem Bau der
Halle, die eine Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung,
Köln, plant, beauftragt die Vermietungsgesellschaft eine
Arbeitsgemeinschaft aus den Firmen Züblin, Imtech und Bobach.
Züblin gehört zu den großen deutschen Bauunternehmen. Imtech
zählt bundesweit zu den größten Gebäudeausrüstern. Und Bobach
Steuerungstechnik gehört hierzulande zu den Marktführern im
Bereich der Bühnentechnik. Züblin und Bobach waren bereits am
Bau des Pfalztheaters beteiligt. Sie haben ihre Sache dort gut
gemacht, wie Oberbürgermeister Bernhard Deubig in der
Beschlussvorlage für den Stadtrat ausdrücklich feststellte.
Die
Arbeitsgemeinschaft bekommt nach dem Konzept die Aufgabe, die
neue Halle als Generalübernehmerin zu errichten. Sie ist somit
für die Aufträge an Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen
zuständig. Muss dafür sorgen, dass, wie geplant, die Halle bis
Dezember 2004 fertiggestellt ist, so dass sie im Februar 2005
öffnen kann.
Die
Vermietungsgesellschaft, später verantwortlich für die laufende
Unterhaltung der Halle, setzt durch einen
Immobilien-Leasing-Vertrag die Betreibergesellschaft SMG/Bobach
für die Halle ein. Diese schließt einen Managementvertrag mit
der SMG, die als renommierte Veranstaltungshallenbetreiberin
weltweit über 160 Arenen, Stadien und Kongresszentren
vermarktet. In Deutschland führt sie die König-Pilsener- Arena
(13.000 Sitzplätze) und das Musical-Theater Stardome (1700
Sitzplätze), beide in Oberhausen.
Pläne der Stadt,
sich wie bei dem Modell des Monte-Mare-Freizeitbads an der
Betreibergesellschaft zu beteiligen, von denen der
Oberbürgermeister noch beim RHEINPFALZ-Forum zur Pfalzarena
sprach, wurden wieder aufgegeben. Die Kritiker der Pfalzarena
vermuten dahinter Absicht, um das Bürgerbegehren auszuhebeln.
Deubig widerspricht dem entschieden. An der Nicht-Zulässigkeit
des Bürgerbegehrens würde sich dadurch nichts ändern, so der
Rathauschef.
Die
Betreibergesellschaft empfängt über 30 Jahre eine jährliche
Zuwendung in Höhe von 1,278 Millionen Euro von der Stadt. Die
erste Rate wird bereits in der Bauzeit fällig, soll im Haushalt
2004 eingestellt werden. Damit wird deutlich, dass der
Betriebskostenzuschuss in Wahrheit ein Baukostenzuschuss ist.
Teilweise gegenfinanziert soll der Obolus der Stadt über
Erbpachterlöse werden, die die Stadt einnimmt am Standort der
Halle selbst und durch den Bau von projektierten Parkgaragen im
Umfeld der neuen Arena,
an der Ecke Benzinoring/Ludwigstraße, am Alten Theater, an der
Meuthstraße.
SCHNEIC / SCHNEIC
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.163
Datum: Donnerstag, den 17. Juli 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz -15.07.2003 : Das Geld wird rausgeschmissen
¸¸Das Geld wird rausgeschmissen"
Zu unserer Berichterstattung über die
Verwirklichung der Pfalzarena in Kaiserslautern.
Als ich in der
RHEINPFALZ lesen durfte, dass Herr Deubig die Auffassung
vertritt, 10.000 Unterschriften unter einem Bürgerbegehren kein
Gewicht beimessen zu müssen, indem er darauf hinweist, dass dies
nicht der prozentualen Mehrheit der Bevölkerung entspricht, hat
es mir fast die Sprache verschlagen. Wo leben wir denn
eigentlich? Hat dieser wie ein Provinzfürst agierende Mensch
eigentlich schon vergessen, wie er zu seinem Amt gekommen ist?
Soweit ich mich erinnere, lag bei der Oberbürgermeisterwahl die
Wahlbeteiligung unterhalb von 50 Prozent. Und von diesen Wählern
haben Herrn Deubig etwas mehr als die Hälfte ihre Stimme
gegeben. Daraus ziehe ich den Schluss, dass die Wahl von Deubig
zum OB dieser Stadt ebenfalls nicht der prozentualen Mehrheit
der Bevölkerung entspricht. Das hindert ihn jedoch nicht daran,
selbstherrlich alle Kritiker seiner ¸¸großmannsüchtigen" Pläne
zu ignorieren. Hat er bei der Stiftsplatz-Umgestaltung schon
rücksichtslos seine Vorstellungen durchgezogen, versucht er es
trotz der dabei gemachten negativen Erfahrungen mit der
Pfalzarena aufs Neue. Hauptsache, die Denkmäler sind erst einmal
gesetzt. Das Geld wird mit vollen Händen rausgeschmissen, wie
auch die Erstellung und Verteilung der Pfalzarena-Broschüre
zeigt. ¸¸Nach mir die Sintflut" scheint die Devise unseres Herrn
OB zu sein. Darauf können wir verzichten !
Günther Müller,
Kaiserslautern
¸¸Diktat statt Dialog ist Deubokratie"
Aus dem
OB-Wahlkampf von 1999 ist mir die auf die Herzen der Wahlbürger
zielende Beteuerung des Kandidaten Bernhard J. Deubig in
Erinnerung: ¸¸Ich liebe diese Stadt!" Jetzt erleben wir, dass er
daraus das Recht ableitet, rund 10.000 Lauterer Bürger auch zu
züchtigen, weil sie an Sinn und Seriosität einer Pfalzarena am
Pfalztheater massive Zweifel haben. Das erklärt sich für mich
aus einem mit Selbstüberschätzung und Selbstherrlichkeit
gepaarten Sendungsbewusstsein des urgewählten Rathaus-Chefs. Dem
Forum der RHEINPFALZ zu diesem ebenso umstrittenen wie
unkalkulierbaren Projekt verdanke ich die endgültig gesicherte
Erkenntnis: Diktat statt Dialog - das ist Deubokratie! Und die
dafür gleichermaßen verantwortliche CDU-Stadtratsfraktion steht
offenbar weiterhin geschlossen stramm. Mein Zuruf an sie: Ihr
seid mir schon schöne Demokraten!
Lothar Schwartz,
Kaiserslautern
¸¸Baut Betzenberg zur Arena
aus"
Da habe ich mich
doch fast an meinem Kaffee verschluckt. Was die Bürger wollen,
interessiert unsere Stadt scheinbar überhaupt nicht. Was dieses
enorm wichtige Bauvorhaben für unsere Stadt angeht, scheint sich
unser Oberbürgermeister ein Denkmal setzen zu wollen. Was mich
jedoch aus dem Sessel gehauen hat, ist die Tatsache, dass die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) für die
Genehmigung zuständig ist. Diese Dienststelle ist auch für die
Zuteilung von Lehrkräften zuständig. Da unser Oberbürgermeister
ja im Moment mit so wichtigen Entscheidungen beschäftigt ist,
ist ihm wahrscheinlich entgangen, dass sich 54,73 Meter von
seinem Wohnhaus entfernt eine Schule befindet, in der die
jetzige erste Klasse für das nächste Schuljahr noch keinen
Lehrer hat. Man beachte, dass in knapp zwei Wochen die
Sommerferien beginnen.
Man muss eben
Prioritäten setzen. Na ja, was ist schon das Lehrerproblem von
Grundschülern gegen ein so enorm wichtiges Gebäude? Die
Pisa-Studie ist ja sowieso schlecht ausgefallen. Schade, dass
man als kleiner Bürger so wenig Einfluss auf Entscheidungen der
Stadt und die Ausbildung der Kinder hat.
Ein Vorschlag
einer naiven Mutter: Baut doch den Betzenberg zur Veranstaltungsarena
aus! Das hat in anderen Städten wundervoll funktioniert, und die
Stadt ist ja eh beteiligt. Und vom gesparten Geld könnte man
vielleicht einen Grundschullehrer für eine zweite Klasse
einstellen. Wär doch prima, oder???
Stefanie
Stutzenberger, Kaiserslautern
¸¸Wir brauchen keinen Spiegelbau!"
Die Stadt muss
sich entwickeln! Leben heißt auch Veränderung und Anpassung an
zukünftige Umstände. Was wiederum nicht bedeutet, dass eine
Entwicklung oder Veränderung zwangsläufig zu einer Verstümmelung
des gesamten Stadtbildes führen muss. Die Stadtoberen, allen
voran unser Oberbürgermeister Bernhard Deubig, scheinen dies
aber allem Anschein nach anders zu sehen. Auf dem
RHEINPFALZ-Forum wurde dies wieder nachdrücklich klar. Ein
Glasbau soll es sein, ein moderner Kontrast zu den umliegenden
Sandsteingebäuden, in dem sich die Fruchthalle sogar ein zweites
Mal erkennen lässt (Originalton CDU-Vorsitzender Werner
Weisenstein). Ein sehr witziger Einwurf, Herr Weisenstein! ...
Vielleicht spiegeln sich in dem Glasgebäude auch all die
Bausünden und Versäumnisse dieser Stadt! Angefangen bei dem
hässlichen Plattenbau Stiftsplatz 5, übergehend auf das
mittlerweile leer stehende Hamburg-Mannheimer-Gebäude (...). Der
zum asphaltierten Parkplatz verkommene ehemalige Pfalztheaterbau
und (...) Parklandschaften, die nicht zum erholsamen Verweilen,
eher zum Meiden animieren, wie zum Beispiel im Stadtpark.
Wenn das Gebäude
erst mal steht und den schönen, sich zu einem Wahrzeichen von
Kaiserslautern und seiner Theaterkultur etablierten
Eingangsbereich des Pfalztheaters verdeckt, die Strasse zwischen
Fruchthalle und Theater zu einer schattigen, eiskalten Schlucht
verunstaltet hat, den freien Raum mit messerscharfem Spiegelglas
zerschnitten hat, wird sich darin auch die Fehlentscheidung
dieses Projektes widerspiegeln. Mir sei die Erwähnung einer
Gestaltungsweisheit erlaubt, die besagt, dass oft der Verzicht
repräsentativer ist (...) und nach wie vor zutrifft: Weniger ist
mehr! Und zudem finanzierbarer!
Der Bau wird zu
einem weiteren Mahnmal von Fehlentwicklungen und
Fehlentscheidungen in dieser Stadt, von denen wir nun doch, weiß
Gott, schon genügend haben.
Es gäbe genügend
andere Projekte zu realisieren, die (...) einem positiven
Stadtbild und der Förderung der Kultur zugute kämen. Außerdem:
Was für einen Eindruck bekommen die Leute, wenn sie aus der so
progressiven Pfalzarena
in eine unfertige Innenstadt stolpern, vorbei an Bauruinen und
unfertigen Tiefgaragen, ganz zu schweigen von den Tiefgaragen,
die noch zu errichten wären, um dem ¸¸Publikumsansturm" auf die
neue Arena gerecht zu
werden? Bei dem Gedanken kann einem nur schwindelig werden.
Vielleicht ist auch das Vertrauen in Stadtplanung und den
¸¸oberen" Bürgermeister schon hin, der sich rücksichtslos über
des Bürgers Stimme und die leeren Kassen der Kommunen
hinwegsetzt.
Wir brauchen
keinen Spiegelbau! (...) Man kann auch flexibel sein und von
Plänen abrücken, wenn auch der Bebauungsplan das Gebäude ehemals
eben an dieser Stelle vorsah. (...)
Joachim König,
Kaiserslautern
EBRRECK / EBRRECK
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.21
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Rheinpfalz -15.07.2003 : Demokratie mit den Füßen getreten
¸¸Das grenzt an Feudalherrschaft"
Viele Bürger verfolgen
Ratsentscheidung zur Pfalzarena
- Unverständnis über Aus für Bürgerentscheid
Herbert Leyendecker schimpfte wie ein Rohrspatz: ¸¸Das ist ein
Kasperletheater. Da wird Demokratie mit den Füßen getreten."
Leyendecker hatte gestern Nachmittag auf der Zuschauertribüne im
Ratssaal mitverfolgt, wie die CDU-Mehrheitsfraktion das Projekt
Pfalzarena gegen den
Willen der Opposition absegnete und das Bürgerbegehren
abgeschmettert wurde. Und er war nicht der einzige, der nach der
Abstimmung frustriert das Rathaus verließ. Die meisten Gäste auf
der voll besetzten Tribüne im Ratssaal wollten und konnten nicht
fassen, dass 10.000 Unterschriften gegen das Projekt einfach
nicht gelten sollen.
¸¸Das
ist doch ein abgekartetes Spiel mit dem Rechtsamt", vermutete
eine Frau, die an etlichen Samstagen mitgeholfen hatte,
Unterschriften gegen die Multifunktionshalle am Pfalztheater zu
sammeln. ¸¸Ich habe doch gehört, wie die Bürger bei uns am Stand
gegen die Halle geschimpft haben - und jetzt kommt sie doch." Es
sei eine Frechheit, wie mit der Bürgermeinung umgegangen werde.
Mit Entsetzen hatten die Leute auch zur Kenntnis genommen, dass
die Beschlussvorlagen zu der wichtigen Abstimmung den Fraktionen
offenbar erst eine Viertelstunde vor Sitzungsbeginn vorlagen.
Immer
wieder wurde gestern von Bürgern die Auffassung vertreten, die
Verantwortlichen hätten das Bürgerbegehren bewusst ins Leere
laufen lassen. So gab es denn auch großen Applaus von den
Zuhörern, als der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Friedrich Hartmeyer, der das Bürgerbegehren mitinitiiert hatte, vorm Rat
ausführte, es liege die Vermutung nahe, dass die Stadt frühere
Absichten, sich an der Betreibergesellschaft der Pfalzarena
zu beteiligen, bewusst aufgegeben habe, mit der Absicht, einen
Bürgerentscheid zu verhindern. ¸¸Dass ein privater Bau nicht
Gegenstand eines Bürgerbegehren sein kann, ist unstrittig", so
Hartmeyer weiter. Aber die finanzielle Beteiligung der Stadt mit
jährlich 1,3 Millionen Euro zur Finanzierung der Pfalzarena
sei für die Initiatoren des Bürgerbegehrens ein wichtiger Faktor
in der Beurteilung gewesen, ob es sich um eine öffentliche
Einrichtung handele. ¸¸Wenn das nicht so ist, kann ja künftig
jedes Unternehmen Gelder von der Stadt verlangen und sagen, ich
will mein Geschäft finanziert haben", sagte ein Pfalzarena-Gegner.
¸¸Die haben beim Stadtrechtsamt so lange in den Krümeln gesucht,
bis sie was in der Hand hatten", mutmaßte ein anderer Bürger.
Der frühere Beigeordnete Horst Bitzer ging sogar soweit zu
behaupten, eine bürgerfreundliche Verwaltung hätte gleich zu
Beginn der Unterschriftensammlung prüfen müssen, ob so eine
Aktion Aussicht auf Erfolg hat. Wenn tatsächlich die Beteiligung
in der Betreibergesellschaft aufgeben worden sei, um das
Bürgerbegehren zu kippen, grenze das an ¸¸Feudalherrschaft".
Gelächter kam während der Sitzung auf der Tribüne auf, als
Deubig die Beschlussvorlage korrigieren musste. Statt mit einem
Millionenbetrag war die städtische Zuwendung an die
Betreibergesellschaft nur mit 1,278 Tausend Euro jährlich
angegeben worden. ¸¸Als wenn es darauf noch ankommen würde",
meinte eine Zuhörerin.
SCHNEIC / SCHNEIC
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz
-15.07.2003 : Klarheit schaffen
Klarheit schaffen
Es
ist gut und richtig, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens
vor Gericht ziehen, nachdem der Stadtrat gestern die
Zulässigkeit ihrer Eingabe erwartungsgemäß abgelehnt hat. Das
Gericht wird entscheiden, welche Rechtsauffassung die
zutreffende ist. Nur so lässt sich dauerhaft für den Bürger
Klarheit schaffen. Ansonsten bleiben Ressentiments, die einem
guten, in letzter Zeit aber von Oberbürgermeister Bernhard
Deubig sehr strapazierten Vertrauensverhältnis zwischen Bürgern
und Verwaltung entgegenstehen.
Fürs
Klima in der Stadt wäre es wünschenswert, wenn das Gericht dem
Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Anordnung stattgeben
würde, so lange in der Hauptsache noch nicht entschieden ist, um
zu verhindern, dass Fakten am Pfalztheater geschaffen werden.
Allein dies liegt in der Abwägung der Kammer.
Mit
Spannung darf man auch auf die Entscheidung der ADD in Trier
warten. Sie hat keine leichte Aufgabe, zwischen dem Gebot der
Selbstverwaltung der Kommune, der aufsichtsrechtlichen
Verantwortung für das kommunale Finanzgebaren und - sie wird und
muss es sofort in Abrede stellen - auch parteipolitischen
Erwägungen zu befinden. Möglicherweise liegt in der ADD die
größte Gefahr für die Pfalzarena.
In
der optimistischen Kalkulation der Stadt, den jährlichen
Betriebskostenzuschuss für die Pfalzarena auf 742.000 Euro oder
noch tiefer herunterfahren zu können, mag man deutliche Signale
der Stadt erkennen, die Aufsichtsbehörde gnädig zu stimmen, ihr
entgegen zu kommen. Problem nicht nur für die Aufsichtsbehörde:
Wie realistisch diese Kalkulation der Stadt tatsächlich ist,
wird erst die Zukunft zeigen.
Der
Gang der Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Verwaltungsgericht
ist gut und richtig.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz -15.07.2003 : Stadtrat gibt grünes Licht für
Pfalzarena-Verwirklichung
Stadtrat gibt grünes Licht für
Pfalzarena-Verwirklichung
Bürgerbegehren für unzulässig
erklärt - Initiatoren klagen vor Gericht
Der
Stadtrat hat gestern Nachmittag grünes Licht für die
Verwirklichung der Pfalzarena am Pfalztheater gegeben.
Gleichzeitig hat er das Bürgerbegehren gegen das Projekt für
unzulässig erklärt. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens,
FDP,
SPD und Grüne, haben daraufhin eine Klage beim
Verwaltungsgericht eingereicht, die feststellen soll, dass die
Entscheidung des Stadtrats, das Bürgerbegehren nicht zuzulassen,
rechtswidrig ist. Weiterhin haben sie beim Verwaltungsgericht
einen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Anordnung gestellt,
die den Beschluss des Stadtrats zur Realisierung der Pfalzarena
vorläufig aussetzen soll.
Kurz
und bündig lief im Stadtrat gestern die Beschlussfassung über
die Verwirklichung der Pfalzarena, die im Februar 2005 eröffnet
werden soll. Der Stadtrat beauftragte mit den Stimmen der
CDU-Mehrheit die Verwaltung, alle Schritte zu unternehmen, die
notwendig sind, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die
Vertreter der SPD, der FDP und das unabhängige Ratsmitglied
Ernst-Christian Koch nahmen an der Abstimmung nicht teil,
verließen dazu den Saal. Die Grünen stimmten gegen das Vorhaben.
Der Stadtrat fasste den Beschluss unter dem Vorbehalt, dass die
Aufsichtsbehörde keine Einwände hat.
Die
Stadt beteiligt sich nach neuesten Angaben von Oberbürgermeister
Bernhard Deubig mit einem Betriebskostenzuschuss von 1,278
Millionen Euro jährlich über einen Zeitraum von 30 Jahren,
eingeschlossen die Bauzeit, an der Umsetzung des Projekts.
Projektbedingte Einnahmen, vornehmlich aus Erbpacht durch den
Bau von Parkgaragen im Umfeld der
Arena, sollen das
finanzielle Engagement der Stadt auf 742.000 Euro drücken,
eventuell sogar noch tiefer fallen lassen.
CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Weisenstein erklärte, das
Finanzierungsmodell, die Vertragsparteien, die vertraglichen
Vereinbarungen seien geeignet, das Bauvorhaben zu realisieren.
Die SPD plädierte für eine Vertagung des Beschlusses, konnte
sich damit aber nicht durchsetzen. Deubig mit Verweis auf den
Bauzeitenplan: ¸¸Die Sache duldet keine Vertagung."
Kontroverse Ansichten bestimmten die Debatte um die Zulässigkeit
des Bürgerbegehrens, das nach Angaben des Oberbürgermeisters mit
8840 gültigen Unterschriften die erforderliche Mindestzahl von
6000 Unterschriften erreichte. Während die CDU der
Rechtsauffassung der Verwaltung folgte, wonach das
Bürgerbegehren unzulässig ist, weil es sich nicht gegen eine
öffentliche Einrichtung wendet und zudem verfristet ist, stellte
sich die SPD auf den Standpunkt, dass es statthaft ist.
CDU-Fraktionschef Weisenstein warf in die Debatte ein, dass bei
der Unterschriftenaktion gegen die Halle die Informationen gar
nicht vorlagen, die jetzt Entscheidungsgrundlage seien. Viele
Menschen, die sich kritisch eingestellt zu dem Projekt an ihn
wandten, hätten nach einem Gespräch darüber die Sache in einem
anderen Licht gesehen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende
der SPD, Harald Brandstädter, verband die Auffassung, dass das
Bürgerbegehren zulässig sei, mit dem Hinweis auf den jährlichen
Betriebskostenzuschuss, der den Bau der Halle erst ermögliche.
Hinter der Entscheidung der Stadt, sich nicht mehr an der
Betreibergesellschaft der Pfalzarena zu beteiligen, vermutete
Brandstädter eine Maßnahme, dem Bürgerbegehren Grundlage zu
nehmen.
Oberbürgermeister Deubig unterstrich sein Bedauern darüber, dass
es nunmehr nicht zum Bürgerentscheid über die Pfalzarena kommen
könne. Es gebe keinen rechtlichen Ermessensspielraum, sagte
Deubig. ¸¸Selbst wenn ich gewollt hätte, ich konnte an der Sache
nichts drehen." Überzeugt äußerte er sich erneut, dass das
Bürgerbegehren keinen Erfolg gehabt hätte. Die notwendigen 30
Prozent der Stimmberechtigten gegen die Pfalzarena wären nicht
erreicht worden. Die angekündigte rechtliche Klärung über die
Zulässigkeit des Bürgerbegehrens begrüßte Deubig, ¸¸damit letzte
Zweifel beseitigt sind".
Rechtsdezernent Arne Oeckinghaus verwahrte sich gegen
Mutmaßungen in der Diskussion, das städtische Rechtsreferat habe
eine parteiische Rechtsposition eingenommen.
Grünen-Fraktionssprecher Achim Brötz nannte das Bedauern Deubigs,
dass es nicht zum Bürgerentscheid komme, ¸¸unerträglich". Seine
Fraktionskollegin Gilda Klein-Kocksch nannte es unfair, dass
sich Oberbürgermeister und CDU unter dem Deckmäntelchen des
Rechtsreferats versteckten. In einer flammenden Rede forderte
die frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Hildegard Rogel den
Oberbürgermeister auf, dem Bürgerbegehren eine Chance zu geben.
¸¸Herr Oberbürgermeister, verehrte CDU, lassen Sie die Bürger
entscheiden, klären Sie die Bürger auf, das ist eine saubere
demokratische Lösung", sagte Rogel.
Der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer, einer der
Träger des Bürgerbegehrens, versuchte in der Ratssitzung, die
Stellungnahme des städtischen Rechtsreferats zu erschüttern. Die
finanzielle Beteiligung der Stadt erklärte er zu einem
¸¸wichtigen Faktor" bei der Beurteilung der Frage, ob es sich
bei der Pfalzarena um eine öffentliche Einrichtung handele oder
nicht. Nicht nachvollziehen konnte er die von der Verwaltung
festgestellte Verfristung des Bürgerbegehrens. Richtig sei, dass
der Stadtrat bereits früher Beschlüsse zur Pfalzarena gefasst
habe, diese seien aber auf Grundlage anderer Fakten getroffen
worden. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 15.07.2003 : Das grenzt an Feudalherrschaft
¸¸Das grenzt an Feudalherrschaft"
Viele Bürger verfolgen
Ratsentscheidung zur Pfalzarena - Unverständnis über Aus für
Bürgerentscheid
Herbert Leyendecker schimpfte wie ein Rohrspatz: ¸¸Das ist ein
Kasperletheater. Da wird Demokratie mit den Füßen getreten."
Leyendecker hatte gestern Nachmittag auf der Zuschauertribüne im
Ratssaal mitverfolgt, wie die CDU-Mehrheitsfraktion das Projekt
Pfalzarena gegen den Willen der Opposition absegnete und das
Bürgerbegehren abgeschmettert wurde. Und er war nicht der
einzige, der nach der Abstimmung frustriert das Rathaus verließ.
Die meisten Gäste auf der voll besetzten Tribüne im Ratssaal
wollten und konnten nicht fassen, dass 10.000 Unterschriften
gegen das Projekt einfach nicht gelten sollen.
¸¸Das
ist doch ein abgekartetes Spiel mit dem Rechtsamt", vermutete
eine Frau, die an etlichen Samstagen mitgeholfen hatte,
Unterschriften gegen die Multifunktionshalle am Pfalztheater zu
sammeln. ¸¸Ich habe doch gehört, wie die Bürger bei uns am Stand
gegen die Halle geschimpft haben - und jetzt kommt sie doch." Es
sei eine Frechheit, wie mit der Bürgermeinung umgegangen werde.
Mit Entsetzen hatten die Leute auch zur Kenntnis genommen, dass
die Beschlussvorlagen zu der wichtigen Abstimmung den Fraktionen
offenbar erst eine Viertelstunde vor Sitzungsbeginn vorlagen.
Immer
wieder wurde gestern von Bürgern die Auffassung vertreten, die
Verantwortlichen hätten das Bürgerbegehren bewusst ins Leere
laufen lassen. So gab es denn auch großen Applaus von den
Zuhörern, als der FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer, der das Bürgerbegehren mitinitiiert hatte,
vorm Rat ausführte, es liege die Vermutung nahe, dass die Stadt
frühere Absichten, sich an der Betreibergesellschaft der
Pfalzarena zu beteiligen, bewusst aufgegeben habe, mit der
Absicht, einen Bürgerentscheid zu verhindern. ¸¸Dass ein
privater Bau nicht Gegenstand eines Bürgerbegehren sein kann,
ist unstrittig", so Hartmeyer weiter. Aber die finanzielle
Beteiligung der Stadt mit jährlich 1,3 Millionen Euro zur
Finanzierung der Pfalzarena sei für die Initiatoren des
Bürgerbegehrens ein wichtiger Faktor in der Beurteilung gewesen,
ob es sich um eine öffentliche Einrichtung handele. ¸¸Wenn das
nicht so ist, kann ja künftig jedes Unternehmen Gelder von der
Stadt verlangen und sagen, ich will mein Geschäft finanziert
haben", sagte ein Pfalzarena-Gegner. ¸¸Die haben beim
Stadtrechtsamt so lange in den Krümeln gesucht, bis sie was in
der Hand hatten", mutmaßte ein anderer Bürger. Der frühere
Beigeordnete Horst Bitzer ging sogar soweit zu behaupten, eine
bürgerfreundliche Verwaltung hätte gleich zu Beginn der
Unterschriftensammlung prüfen müssen, ob so eine Aktion Aussicht
auf Erfolg hat. Wenn tatsächlich die Beteiligung in der
Betreibergesellschaft aufgeben worden sei, um das Bürgerbegehren
zu kippen, grenze das an ¸¸Feudalherrschaft".
Gelächter kam während der Sitzung auf der Tribüne auf, als
Deubig die Beschlussvorlage korrigieren musste. Statt mit einem
Millionenbetrag war die städtische Zuwendung an die
Betreibergesellschaft nur mit 1,278 Tausend Euro jährlich
angegeben worden. ¸¸Als wenn es darauf noch ankommen würde",
meinte eine Zuhörerin.
SCHNEIC / SCHNEIC
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.17
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Rheinpfalz - 15.07.2003 : Rat beschließt die Pfalzarena
Rat beschließt die Pfalzarena
Gegner gehen vor Gericht
KAISERSLAUTERN (rdz). Grünes Licht hat der Stadtrat von
Kaiserslautern gestern mit den Stimmen der CDU-Mehrheit für den
Bau einer Pfalzarena
mit 3250 Sitzplätzen am Pfalztheater gegeben.
Gleichzeitig versagte der Stadtrat einem Bürgerbegehren dagegen
die Zulässigkeit. Die CDU-Mehrheit im Rat folgte der rechtlichen
Bewertung des städtischen Rechtsreferats, wonach die Pfalzarena
keine öffentliche Einrichtung und folglich kein Bürgerbegehren
gegen sie möglich sei. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens
verweisen demgegenüber auf die städtische Bezuschussung des
Projekts mit jährlich 1,278 Millionen Euro über 30 Jahre. Die
Initiatoren der Eingabe - FDP,
SPD und Grüne - suchen ihr Recht nun mit einem Gang zum
Verwaltungsgericht.
SCHLICR / SCHLICR
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.161
Datum: Dienstag, den 15. Juli 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz -
12.07.2003 : Stadtgespräch
Stadtgespräch - Von einer Walz und
Arenen aus der Pfalz
Die Pfalzarena
und das Begehren der Bürger
Pfalzarena ohne Ende. Podiumsdiskussion diese Woche,
Entscheidung im Stadtrat am Montag, Einstufung des
Bürgerbegehrens als unzulässig. Politiker reden, Politiker
entscheiden - aber was begehren eigentlich die Bürger? Aus Sicht
eines Bürgers darf man festhalten, dass Kaiserslautern nahezu
alles bietet, was man von einer (kleinen) Großstadt erwarten
darf: Einkaufs- und Freitzeitmöglichkeiten, es gibt ein Theater,
einen Bundesligaclub und ein Kulturzentrum. Eines allerdings
fehlt: Wer Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau mag, der geht
leer aus. Bands mit internationaler Klasse kommen nicht nach
Kaiserslautern, weil eine große Halle fehlt. Wer so was mag,
muss in (richtige) Großstädte fahren. Kaiserslautern kann da
nicht mithalten - und ist erst mit einer großen
Veranstaltungshalle eine Stadt, die alles bietet, was das
Bürgerherz begehren kann. Was den Standort einer solchen Halle
angeht, hat Stadtplaner Gerhard Steinebach bei der
Podiumsdiskussion eine Lanze für die City gebrochen. Mit
nachvollziehbaren Ausführungen. Denn es ist nicht
nachvollziehbar, dass Parteien Schutzzonen für großflächigen
Einzelhandel um die Kernstadt ausweisen, um die Innenstadt am
Leben zu erhalten, die gleichen Politiker dann aber eine große
Halle, die Leute und Kaufkraft in die City brächte, an den
Stadtrand verbannen wollen.
DUERNBG / DUERNBG
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.159
Datum: Samstag, den 12. Juli 2003
Seite: Nr.18
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Rheinpfalz - 12.07.2003 : Den Bürger hereingelegt?
Den Bürger hereingelegt?
Der
Bürger wird das Ganze nicht verstehen. Wenn die Pfalzarena keine
öffentliche Einrichtung ist, warum soll die Stadt dann 1,28
Millionen Euro jährlich für eine private Halle bezahlen?
Jetzt
wird klarer, warum Oberbürgermeister Bernhard Deubig sich in den
letzten Wochen im Sessel zurückgelehnt hat, wenn die Rede auf
das Bürgerbegehren gegen die Pfalzarena gekommen ist. Er wusste
wohl oder ahnte wenigstens, wie die Sache ausgehen würde.
Die
Vertragsgestaltung für die Realisierung der Multifunktionshalle
am Pfalztheater war so angelegt, dass sie nach dem geltenden
Recht keine öffentliche Einrichtung sein würde - und somit auch
nicht von einem Bürgerbegehren angegangen werden könnte.
Wasserdicht hat man die Sache gemacht, indem man den
ursprünglichen Plan wieder aufgegeben hat, dass sich die Stadt
an der Betreibergesellschaft beteiligt. Ansonsten wäre die Halle
womöglich wieder in Richtung öffentliche Einrichtung gerückt...
Der
Bürger wird das Ganze nicht verstehen. Wenn die Pfalzarena keine
öffentliche Einrichtung ist, warum soll die Stadt dann 1,28
Millionen Euro jährlich für eine private Halle bezahlen, in der
die Stadt nichts zu melden hat? 32 bis 36 Millionen Euro sind
das immerhin à la longue, bis die Stadt die Halle in ihr
Eigentum bekommt. In welchem Zustand auch immer.
Er
wird auch nicht verstehen, warum die öffentliche Hand so
nonchalant das Fundament für den Bau einer privaten Halle
bereitstellt und das Gelände im Erbbaurecht zu einem
symbolischen Preis. Und warum der Oberbürgermeister immer wieder
von einer public-private-partnership (einer Kooperation von
öffentlicher Hand und privater Wirtschaft) geschwärmt hatte.
Und
der Bürger wird sich fragen, ob er nicht reingelegt wurde, ob
die Stadtverwaltung ihn bei der Unterschriftenaktion hat
unterschreiben und unterschreiben und unterschreiben lassen
gegen die Pfalzarena - im sicheren Wissen, dass alles für den
Papierkorb ist...
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.159
Datum: Samstag, den 12. Juli 2003
Seite: Nr.17
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Pressereferat KL - 07.11.2002 : Stadt unterzeichnet
Absichtserklärung
Pfalzarena soll
schnellstmöglich gebaut werden
Stadt unterzeichnet
Absichtserklärung mit einem der weltweit größten Dienstleister im
privatwirtschaftlichen Betrieb von öffentlichen
Veranstaltungsstätten
TV-Shows live aus
Kaiserslautern, internationale Fachtagungen, Veranstaltungen für
die ganze Familie, Konzerte, Messen, Ausstellungen und weitere
hochkarätige Events aller Art könnten, wenn alles wie geplant
läuft, schon im Herbst 2004 in der so genannten "Pfalzarena"
stattfinden, die direkt neben dem Pfalztheater errichtet werden
soll. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2003 geplant. Eine
entsprechende Weichenstellung für das rund 21 Millionen Euro teure
Projekt wurde gestern vorgenommen mit der Unterzeichnung einer
verbindlichen Absichtserklärung zwischen der Stadt Kaiserslautern
und der Firma SMG, einem der weltweit größten Dienstleister im
privatwirtschaftlichen Betrieb öffentlicher Veranstaltungsstätten.
Die Pfalzarena soll
als zweiter Bauabschnitt im Rahmen des Konzeptes für das
Kulturzentrum Kaiserslautern verwirklicht werden. Der erste
Bauabschnitt besteht aus dem 1995 eröffneten Pfalztheater und der
benachbarten Tiefgarage. Damit die Investorengruppe,
zusammengesetzt aus einer deutschen Großbank, der Firma batalpha
Bobach GmbH und einem großen Bauunternehmen, das Gebäude errichten
kann, wird die Stadt das Erbbaurecht für den Platz über der
Tiefgarage am Pfalztheater zur Verfügung stellen. Wenn der Bau
steht, ist für die Pfalzarena voraussichtlich ein Konsortium, in
dem die Stadt Kaiserslautern, der Investor und der Betreiber
vertreten sein werden, zuständig. Die Stadt wird einen Zuschuss
leisten, aber nur solange sich der Betrieb noch nicht von selbst
rechnet, ansonsten profitiert die Stadt auch von den Gewinnen. Die
Pfalzarena, die über 3500 Sitzplätze verfügen soll, wird auch
Thema in den nächsten Sitzungen des Stadtrates am 14. November und
16. Dezember sein.
"Diese Kooperation
wird von sehr starken Partnern getragen", erklärte
Oberbürgermeister Deubig und betonte die Bedeutung des Projektes
für die Innenstadtentwicklung. Eine Konkurrenz der Pfalzarena zum
Pfalztheater, zur Fruchthalle und zum Kulturzentrum Kammgarn sehe
er nicht, unterstrich das Stadtoberhaupt. Vielmehr würden sich
Synergieeffekte ergeben. Die jetzige Parkplatzsituation werde
mittelfristig durch neue Parkplätze im Bereich des alten
Pfalztheaters, unter dem Stiftsplatz und an der Turnhalle des
Albert-Schweitzer-Gymnasiums verbessert. Außerdem werde die
geplante City-Bahn für eine bequeme Anreise sorgen.
Nicht nur
Oberbürgermeister Deubig, auch Max Günter Bobach von der batalpha
bobach GmbH, zeigte sich froh darüber, einen Betreiber gefunden zu
haben, der über die entsprechende Erfahrung verfüge, um eine Halle
wie die Pfalzarena erfolgreich zu führen.
Die Firma SMG, eine
jeweils 50-prozentige Tochtergesellschaft der Hyatt-Hotel-Kette
und der Aramark Cooperation, ist seit 20 Jahren auf dem
internationalen Veranstaltungsmarkt tätig und mit 24.000
Mitarbeitern für mehr als 160 Arenen, Stadien, Theaterhäuser,
Kongress- und Messezentren zuständig. In Deutschland betreibt das
Unternehmen nach eigenen Angaben mit der über 13.000 Sitzplätze
verfügenden König-Pilsener-Arena in Oberhausen eine der
wirtschaftlich erfolgreichsten Multifunktionsarenen des Landes.
Zur Unterzeichnung der Absichtserklärung war Wes Westley, der
Präsident der Firma SMG, die ihren Sitz in Philadelphia/ USA hat,
eigens nach Kaiserslautern angereist. Den Standort der Pfalzarena
mitten in der Innenstadt bezeichnete Westley als "sehr gut", da er
über die richtige Infrastruktur und eine hervorragende Anbindung
verfüge. Daher zeigte er sich überzeugt vom Erfolg des Projektes.
"Die amerikanischen und die deutschen Bedürfnisse werden von uns
zusammengebracht", wies Westley auf die reichhaltigen
internationalen Erfahrungen seines Unternehmens hin, das in
Kaiserslautern unter anderem auch Veranstaltungen und Angebote
präsentieren will, die gezielt auf die Wünsche der hier lebenden
Amerikaner zugeschnitten sind. Der deutsche Geschäftsführer von
SMG, Michael Brill, hält jährlich 75 bis 85 Veranstaltungen in der
Pfalzarena für realisierbar. Damit sei die Halle mit Gewinn zu
betreiben. Das Einzugsgebiet liege vor allem in Kaiserslautern und
Umgebung, bei größeren Events kämen auch Besucher aus einem
Umkreis von 30 bis 45 Autominuten. Brill unterstrich, dass sein
Unternehmen mit der Pfalzarena eine breite Öffentlichkeit
ansprechen wolle: "Die Veranstaltungshalle soll für jede
Zielgruppe verfügbar sein, auch für Vereine, Verbände und die
Kirchen."
Susanne Kraus -
Pressereferentin der Stadt KL
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