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Presse zum Haushalt
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zum Haushaltsentwurf von Oberbürgermeister Deubig und der "Ohrfeige" durch die ADD
Pressespiegel und Stellungnahme des
FDP-Stadtverbands zu den Artikeln "Kritik an Finanzgebaren der Stadt"
und "In Schranken gewiesen"
in der RHEINPFALZ vom 01. Oktober 2003.
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Rheinpfalz
- 16.12.2003 : FDP:
Investitionskraft sichern,
Notbremse ziehen
Investitionskraft sichern,
FDP:
Notbremse ziehen
Langjährige Forderungen der FDP
nach Privatisierung der Stadtgärtnerei, Rückführung der
Personalkosten und Überprüfung freiwilliger Leistungen seien im
Haushalt 2004 erneut nicht berücksichtigt worden, kritisierte
FDP-Ratsmitglied
Günther Weber. Bei Kassenkrediten von über 200 Millionen Euro
sei es wichtig, dass endlich gespart werde, dass die Notbremse
gezogen werde. Das zwinge auch zur Streichung von Bauprojekten
wie der Pfalzarena. Als wichtigstes Ziel müsse die nachhaltige
Sicherung der Investitionskraft gesehen werden.
Die
FDP lehnte den Haushalt
ab.
SCHNEIC / SCHNEIC
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.291
Datum: Dienstag, den 16. Dezember 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 16.12.2003 : Haushalt im Rat verabschiedet
An Gemeinsamkeit appelliert
Weisenstein formuliert Einladung an
SPD - Haushalt im Rat verabschiedet
Der
CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Werner Weisenstein, hat
gestern eine Einladung an die SPD ausgesprochen, gemeinsam an
den Zielen zu arbeiten, die Stadt voran zu bringen. ¸¸Steigen
Sie ein in das Boot, das Kurs auf Zukunftssicherung der Stadt
genommen hat", sagte Weisenstein bei der gestrigen
Verabschiedung des Haushalts 2004 der Stadt.
Weisenstein erklärte, dass er eine Gemeinsamkeit in der
Kaiserslauterer Politik vermisse, wenn es darum gehe, Weichen
für die Zukunftssicherung der Stadt zu stellen. Es mache keinen
Sinn, sich in den Schmollwinkel zu verziehen und nur dagegen zu
sein, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Aktuell verwies er
auf die Vermittlungsgespräche in Berlin. Er machte damit
deutlich, dass gemeinsames Bemühen zurzeit in die politische
Landschaft passe.
Weisenstein konfrontierte die SPD-Fraktion im Stadtrat mit den
Worten der früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Hildegard Rogel
aus dem Jahr 1996. ¸¸Ich meine, so schlimm die Nachrichten sind,
die uns täglich überrollen, wir müssen dennoch mit Mut und
Zuversicht gemeinsam die Dinge in der Stadt vorantreiben, die
wir vorantreiben können. Wir müssen auch den Bürgern vermitteln,
es geht weiter in der Stadt und es geht weiter nach vorne",
zitierte Weisenstein die einstige SPD-Fraktionschefin.
SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schermer entgegnete, der Appell
an die Gemeinsamkeit nutze nichts, wenn alle sinnvollen und
konstruktiven Anträge der SPD wie in der Vergangenheit geschehen
vom Tisch gewischt würden. Er hielt dem CDU-Fraktionschef vor,
er wolle mit dem Appell an die Gemeinsamkeit nur die Weichen für
die Zeit nach der Kommunalwahl stellen. Schermer erklärte, es
werde danach für die SPD aber noch andere Koalitionspartner
geben.
Überzeugt zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende darin, dass
nach der Stadtratswahl wieder eine demokratische Kultur in die
Stadtratspolitik Einzug halten werde. Er bezeichnete es als eine
Demütigung für den Stadtrat, dass wichtige Ziele der
Stadtpolitik im Kaiserslauterer Initiativ- und Creaktiv-Kreis
angesprochen und diskutiert würden und Ratsmitglieder dies aus
der Zeitung erführen. Weiter verwies er darauf, dass Vorlagen
für den Stadtrat sehr kurzfristig von der Verwaltung vorgelegt
würden. ¸¸Das zeigt, dass man im Grunde den Stadtrat nicht ernst
nimmt", sagte der SPD-Kommunalpolitiker. Schermer: ¸¸Das wird
sich nach dem Juni 2004 ändern."
Der
städtische Haushalt wurde mit den Stimmen der CDU, gegen die der
SPD, der Grünen, der FDP
und des parteilosen Ratsmitglieds Ernst-Christian Koch
verabschiedet. Der Haushalt weist im Verwaltungsteil einen
Fehlbedarf von 123,4 Millionen Euro auf, 45 Millionen Euro
entfallen davon auf das operative Geschäft 2004. Einnahmen von
175 Millionen Euro stehen Ausgaben von 298 Millionen Euro
gegenüber. Der Vermögenshaushalt weist ein Volumen von 85
Millionen Euro auf. Er sieht bei einer Darlehensaufnahme von 23
Millionen Euro planerisch eine Neuverschuldung von 14 Millionen
Euro vor.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig sprach im Stadtrat von einem
Haushalt, ¸¸der insgesamt akzeptable Ansätze enthält". Er
verwies in seinen Betrachtungen zum Verwaltungshaushalt darauf,
dass auf der Einnahmenseite Stagnation herrsche, die Ausgaben
auf der anderen Seite dagegen weiter stiegen, wenn auch moderat.
Deubig unterstrich seine Forderung nach einer Reform der
Gemeindefinanzen. ¸¸Aus eigener Kraft werden wir die
Finanzmisere nicht bewältigen können - wie die meisten anderen
Kommunen im Land auch", sagte der Oberbürgermeister. Die
kommunalen Haushalte bräuchten Hilfe von außen.
Für
den Vermögenshaushalt kündigte der Oberbürgermeister neue
Maßnahmen an, wie zum Beispiel die Sanierung des Rathauses Nord
- alte Justizgebäude an der Lauterstraße - , den Bau der
Integrierten Leitstelle bei der Feuerwehr oder den Neubau der
Turnhalle an der Schillerschule und die Generalsanierung der
Schule selbst. Für die Sanierung der früheren Justizgebäude
äußerte er die Erwartung, noch in dieser Woche die Zusage einer
Förderung des Landes aus dem Investitionsstock über rund fünf
Millionen Euro zu erhalten.
In
einem Exkurs über die Schulden des Vermögenshaushalts verwies
Deubig darauf, dass diese von Ende 1999 bis Ende 2003 nur um 1,1
Millionen Euro auf 126,8 Millionen Euro gestiegen seien. Im
gleichen Zeitraum seien aber 165 Millionen Euro investiert
worden. Möglich sei dies gewesen durch Veräußerungserlöse der
Stadt von mehr als 60 Millionen Euro.
Im
Zuge der Haushaltsverabschiedung lehnte der Stadtrat
mehrheitlich den SPD-Antrag ab, die auf 2005 verschobene
Sanierung des Rathausvorplatzes auf 2004 vorzuziehen.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.291
Datum: Dienstag, den 16. Dezember 2003
Seite: Nr.13
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Rheinpfalz - 20.11.2003 : Unstimmigkeit bei Beteiligungserlösen
Unstimmigkeit bei
Beteiligungserlösen
ADD
veröffentlicht Brief an Oberbürgermeister nach dem
Haushalts-gespräch vergangene Woche
Zwischen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in
Trier und Oberbürgermeister Bernhard
Deubig zeichnet sich
eine Unstimmigkeit über die künftige Verwendung von Erlösen der
Stadt aus dem Verkauf städtischer Beteiligungen ab. Nach einem
Brief der ADD an den Verwaltungschef, den die Aufsichtsbehörde
gestern veröffentlichte, gibt es zwischen ihr und dem
Oberbürgermeister unterschiedliche Auffassungen über das
Ergebnis des Haushaltsgesprächs vergangene Woche in diesem
Punkt.
Es
handelt sich dabei um das Schreiben, das bereits am Montag durch
den Stadtrat geisterte. SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schermer
hatte den Oberbürgermeister danach gefragt, er hatte
ausweichlich darauf geantwortet. Schermer hatte sich auf die
SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Leppla bezogen und davon berichtet,
dass dieses Schreiben die von Deubig
nach dem Haushaltsgespräch in Trier verlautbarten Ergebnisse
angeblich relativiere oder korrigiere.
Am
Montag war im Stadtrat noch von einem Brief des Präsidenten der
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Josef Peter Mertes, die
Rede. Gestern stellte sich dann heraus, dass der Verfasser des
Briefs der Referatsleiter Kommunalaufsicht bei der ADD, Ulrich
Radmer, war.
In
dem Schreiben hält der Referatsleiter als Gesprächsergebnis
fest, ¸¸dass die Stadt 100 Prozent der Erlöse aus dem
Beteiligungsvermögen dem Verwaltungshaushalt in der Zukunft
zuführen wird". Der Oberbürgermeister hatte nach dem Gespräch
berichtet, dass die Aufsichtsbehörde diese Auffassung zwar
vertreten habe, man sich aber im Verlauf des Gesprächs darauf
verständigt habe, dies im Einzelfall zu prüfen.
Deubig unterstrich
diese Aussage gestern gegenüber der RHEINPFALZ. Eine generelle
Abführung von Erlösen aus dem Verkauf städtischer Beteiligungen
habe man nicht vereinbart. Vielmehr habe man sich geeinigt, im
Einzelfall darüber zu reden. Eine andere Lösung hätte man auch
nicht akzeptiert. Man habe eine kulante Lösung für diesen Fall
gefunden. Dass die Aufsichtsbehörde nunmehr ein anderes Ergebnis
kommuniziert, der Oberbürgermeister vermutete gestern dahinter
politischen Druck.
Die
im Brief der ADD weiter aufgeführte Festlegung, dass alles, was
künftig über zehn Millionen Euro aus Grundstückserlösen in die
Kasse der Stadt fließt, automatisch in den Verwaltungshaushalt
zur Verringerung des Fehlbedarfs abzuführen ist, bestätigte
Deubig. Davon war in
seiner ersten Verlautbarung über das Haushaltsgespräch nicht die
Rede gewesen. ¸¸Das ist eine inhaltliche Bestimmung, die uns
nicht weh tut", sagte Deubig.
Er betonte, dass die Stadt nicht vorhabe, mehr als zehn
Millionen Euro aus Grundstückserlösen zu erzielen.
Deubig: ¸¸Das ist das,
was wir uns vornehmen. Mehr nicht. So steht"s auch im Haushalt."
Konkretisiert wird in dem ADD-Brief die Vereinbarung über die
Verwendung der Grundstückserlöse. Die Stadt wird danach jährlich
4,5 Millionen Euro aus Grundstückserlösen (bisher 3,5 Millionen
Euro) an den Verwaltungshaushalt abführen.
Deubig hatte seine
Aussage dazu zunächst nur auf das Jahr 2004 bezogen.
Der
Oberbürgermeister unterstrich gestern seine Zufriedenheit mit
dem Ergebnis in diesem Punkt. ¸¸Zwischen 4,5 und zehn Millionen
Euro führen wir an den Verwaltungshaushalt gar nichts ab", sagte
er. Grundsätzlich meldete Deubig
haushalts- und verfassungsrechtliche Bedenken an, was die
Verpflichtung zur Abführung an den Verwaltungshaushalt
anbetrifft. ¸¸Wenn wir uns nicht geeinigt hätten, wäre eine
Verfassungsklage der Stadt unumgänglich gewesen", sagte der
Oberbürgermeister.
Die
Anhebung auf 4,5 Millionen Euro bezeichnete
Deubig als Beitrag auf
kommunaler Seite, das Problem zu lösen, dass zurzeit weder das
Land noch die Kommunen hinreichend Geld hätten. (rdz) Einwurf
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.269
Datum: Donnerstag, den 20. November 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz -
20.11.2003 : Kein Kracher
Kein Kracher
Der
große Kracher ist das Schreiben der Aufsichts- und
Dienst-leistungsdirektion (ADD) in Trier nicht. Es bestätigt
weitgehend das, was der Oberbürgermeister nach dem
Haushaltsgespräch gesagt hat. So aufregend, wie sich das am Montag
im Stadtrat aus dem Mund des SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz
Schermer angehört hat, ist der Brief keinesfalls.
Es ist
ein Punkt, der Oberbürgermeister Bernhard
Deubig und die ADD
zurzeit teilt. Ein Punkt, der nicht zu unterschätzen ist. Es geht
um die Frage, wem die Beteiligungserlöse zufließen, wenn sie denn
fließen. Dem Verwaltungshaushalt oder dem Vermögenshaushalt? Der
Oberbürgermeister geht von einer Einzelfallprüfung aus, die ADD
von einer klaren Regelung zugunsten des Verwaltungsetats. Der
Schriftwechsel dazu ist programmiert.
Viel
Grund für Kaffeesatzleserei bietet ein anderer Satz, der in dem
ADD-Brief vorkommt. ¸¸Angesichts der sich abzeichnenden
weiterhin schwierigen Haushaltslage habe ich darauf aufmerksam
gemacht, dass neue freiwillige Projekte von mir als besonders
kritisch bewertet werden", schreibt der Referatsleiter
Kommunalaufsicht.
Unweigerlich fällt einem dabei das Thema Pfalzarena ein. Was
bedeutet das nun für das Projekt? Eine Vorentscheidung der ADD in
Sachen Multifunktionshalle? Oberbürgermeister Bernhard
Deubig reagierte gestern
in der ihm eigenen süffisanten Art darauf. Er betonte, dass
Projekte, die die Stadt beschließe, einer kritischen Betrachtung
standhalten können.
Warten
wir´s ab.
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.269
Datum: Donnerstag, den 20. November 2003
Seite: Nr.15
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Rheinpfalz - 04.10.2003 :
Opposition sieht sich bestätigt
Opposition sieht sich bestätigt
Kritik von Grünen und
FDP
nach Etatbeanstandung
Die Oppositionsparteien Grüne und
FDP
im Stadtrat sehen sich be-stätigt durch die erheblichen
Beanstandungen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
in Trier bei der Haushaltsgenehmi-gung.
Die
Grünen-Fraktionssprecherin Gilda Klein-Kocksch unterstrich ihre
Auffassung, wonach der Oberbürgermeister mit seiner CDU-Mehrheit
von einer soliden, verantwortbaren und seriösen Haushalts- und
Finanzpolitik weit entfernt sei und die Stadt finanziell am Rande
des Ruins stehe. ¸¸Geld, welches eigentlich nicht vorhanden ist,
wird mit vollen Händen ausgegeben, und der fortlaufende Verkauf
von Erbpachtgrundstücken kommt einem Ausverkauf des Tafelsilbers
gleich", sagte die Politikerin der Grünen gestern.
In der
Kritik der ADD am Finanzgebaren der Stadt zeigt sich nach den
Worten von Gilda Klein-Kocksch auch, dass sich das Bürgerbegehren
mit den 8000 Unterschriften gegen die Pfalz-arena im Recht
befinde, denn eines der Hauptargumente gegen das Projekt sei der
jährliche Betriebskostenzuschuss von 1,3 Millionen Euro und das
bei leeren Kassen gewesen.
Der
FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer
erklärte, die langjährigen Forderungen der
FDP
im Stadtrat nach der Privatisierung der Stadtgärtnerei, der
Rückführung der Personalkosten und der Überprüfung der
freiwilligen Leistungen seien bei der Verabschiedung des Haushalts
nicht berücksichtigt worden.
Hartmeyer
stellte sich hinter die Forderung der Aufsichtsbehörde, die Erlöse
aus Grundstücksverkäufen dazu zu verwenden, das Defizit im
Verwaltungshaushalt zu reduzieren, auch wenn das die
Investitionsmöglichkeiten der Stadt künftig stark einschränke.
FDP-Stadtratsmitglied
Günther Weber
reagierte auf die CDU-Mehrheit: ¸¸Sie muss sich jetzt fragen
lassen, warum sie die Stadt sehenden Auges in die Fänge des
Sparkommissars aus Trier hat laufen lassen." (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.230
Datum: Samstag, den 04. Oktober 2003
Seite: Nr.17
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Presseerklärung des FDP-Stadtverbands
vom 03.10.2003
zu
:
"Kritik an Finanzgebaren der Stadt"
und "In Schranken gewiesen",
v. i. S. d. P. Friedrich
Hartmeyer
„Die Kritik der ADD am Haushaltsgebaren der Stadt Kaiserslautern und die damit
verbundenen Auflagen kommen für mich nicht überraschend“,
kommentierte der FDP-Stadtverbandsvorsitzende
Friedrich Hartmeyer die
Haushaltsgenehmigung der Trierer Aufsichtsbehörde. „Wir hatten uns
im Vorfeld der Haushaltsaufstellung im Januar 2003 intensiv mit
dem Plan befasst und dabei eine Vielzahl kritischer Punkte
ausgemacht“. Die langjährigen Forderungen der
FDP im Lauterer Stadtrat nach der
Privatisierung der Stadtgärtnerei, der Rückführung der
Personalkosten und der Überprüfung der freiwilligen Leistungen
wurden bei der Verabschiedung des Haushaltes nicht berücksichtigt.
„Also konnten wir den Haushalt im Stadtrat nur ablehnen“, führte
Ratsmitglied Günther Weber
aus. Weber wertete die
Verstöße gegen die Vorschriften der ADD als „Missbrauch der
absoluten Mehrheit“ der CDU-Fraktion im Stadtrat. „Sie müsse sich
jetzt fragen lassen, warum sie die Stadt sehenden Auges in die
Fänge des Sparkommissars aus Trier habe laufen lassen.“
Für absolut
notwendig hält Hartmeyer die
Rückführung der Defizite im Verwaltungshaushalt. Die Erlöse aus
Grundstücksverkäufen müssen dazu verwendet werden, auch wenn das
die Investitionsmöglichkeiten der Stadt künftig stark einschränkt.
Unglücklich sei er allerdings über das Streichen der Förderung für
die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, insbesondere im Hinblick
auf die WM 2006. „Das Bahnhofsumfeld ist eine Visitenkarte, mit
der eine Stadt an Image gewinnen aber auch verlieren kann“,
unterstrich Hartmeyer seine
Forderung nach der Vollendung der Umgestaltung des Bahnhofsareals.
Auf den Prüfstand
gehören nach Ansicht Hartmeyers
die Intensität der Pflege der Städtepartnerschaften,
Hochglanzbroschüren der Stadtverwaltung sowie sämtliche
Marketingmaßnahmen. Hier müsse die Stadt den Gürtel enger
schnallen und sich auf das Wesentliche beschränken.
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Rheinpfalz - 01.10.2003 : HAUSHALT 2003 der STADT
HAUSHALT 2003 der STADT
Verwaltungshaushalt
Der
Verwaltungshaushalt der Stadt weist einen Fehlbedarf von 100
Millionen Euro aus. Einnahmen von 168 Millionen Euro stehen
Ausgaben von 268 Millionen Euro gegenüber. Im Fehlbedarf 2003
ist das Defizit 2001 von 54 Millionen Euro veranschlagt. Das
operative Defizit im laufenden
Haushaltsjahr beläuft sich somit auf 46 Millionen Euro.
Vermögenshaushalt
Der
Vermögenshaushalt der Stadt schließt in Einnahmen und Ausgaben
ausgeglichen mit einem Volumen von 80 Millionen Euro. Der
Kreditbedarf zur Finanzierung der Investitionen wurde auf 20
Millionen Euro festgelegt. (rdz)
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.228
Datum: Mittwoch, den 01. Oktober 2003
Seite: Nr.16
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Kritik an Finanzgebaren der Stadt
Mit welchen Konditionen die Aufsichtsbehörde die
Haushaltsgenehmigung 2003 verbunden hat
Deutliche Kritik
am Finanzgebaren der Stadt Kaiserslautern hat die Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion ( ADD)
in Trier bei der Genehmigung des städtischen
Haushalts für das
laufende Jahr geübt. Sie erinnerte die Verwaltung daran, ¸¸dass
defizitäre Verwaltungshaushalte in erster Linie durch verstärkte
Konsolidierungsmaßnahmen ausgeglichen werden müssen".
Vorwurf der
Aufsichtsbehörde: ¸¸Wesentliche Konsolidierungsvorhaben" nach
dem Haushaltssicherungskonzept
2002 wurden von der Stadt im Haushalt
2003 nicht umgesetzt. ¸¸Dies ist angesichts der defizitären
Haushalts- und
Finanzlage der Stadt Kaiserslautern nicht akzeptabel."
Die
Aufsichtsbehörde verweist darauf, dass sich der Anstieg der auf
das Jahr bezogenen Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2003 bei
sechs Prozent bewegt. Gegenüber der Vorgabe des
Haushaltssicherungskonzepts
2002 liegt er damit um fünf Prozent oder neun Millionen Euro
höher. Das Haushaltssicherungskonzept
sah einen Anstieg der Ausgaben von maximal einem Prozent vor.
Ein Thema auch die
Personalkosten der Stadtverwaltung. Hier moniert die
Aufsichtsbehörde, dass im Haushaltssicherungskonzept
Kosten von maximal 68 Millionen Euro festgeschrieben wurden. Die
Personalkosten sind im Haushalt
2003 dagegen 600.000 Euro höher ausgewiesen.
Weiterhin
beanstandet die Aufsichtsbehörde die Ausgaben für den so
genannten sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand. Im
Haushaltssicherungskonzept
mit maximal 33,7 Millionen Euro vorgegeben, bewegt er sich im
Haushalt 2003 der Stadt
bei 35,5 Millionen Euro. Ein Anstieg von 1,8 Millionen Euro.
Steigende Tendenz zeigen auch die Zuweisungen und Zuschüsse der
Stadt. Sie werden im Haushaltssicherungskonzept
auf höchstens 17,5 Millionen Euro beziffert. Im
Haushalt 2003 liegen
sie bei 18,5 Millionen Euro.
Eine deutliche
Steigerung hat die Aufsichtsbehörde beim Kreditbedarf der Stadt
ausgemacht, der notwendig ist, um die Investitionen des
laufenden Jahres zu finanzieren. Gibt das
Haushaltssicherungskonzept
hierfür 12,5 Millionen Euro vor, erreicht er im
Haushalt 2003 die Höhe
von 20 Millionen Euro.
Die Kritik der
ADD zeigt sich in einer
Reihe von Konditionen, die den städtischen
Haushalt auf die Basis
des Haushaltssicherungskonzepts
2002 zurückführen. So spricht die Aufsichtsbehörde für die
Ausgaben im Verwaltungshaushalt eine Begrenzung auf 259
Millionen Euro aus. Das Ausgabenvolumen liegt derzeit bei 268
Millionen Euro. Der Kreditbedarf der Stadt wurde von der
Aufsichtsbehörde auf 12,5 Millionen Euro runtergefahren. Eine
darüber hinausgehende Kreditgenehmigung hält die
Aufsichtsbehörde auch angesichts geplanter WM-2006-Investitionen
¸¸bei der bestehenden äußerst defizitären
Haushalts- und
Finanzlage der Stadt Kaiserslautern nicht für vertretbar".
Die
Aufsichtsbehörde hat auch den Rahmen der Ausgaben für die
Zukunft eng gezogen. Den Gesamtbetrag der
Verpflichtungsermächtigungen genehmigte sie nur unter der
Bedingung, dass der daraus resultierende Kreditbedarf 2004 nicht
sechs Millionen Euro und 2005 nicht 1,7 Millionen Euro
übersteigt.
Die
Aufsichtsbehörde verlangt von der Stadt höhere Zuführungen vom
Vermögens- an den Verwaltungshaushalt, um hier das enorme
Defizit zu verringern. Einnahmen aus der Veräußerung von
Grundstücken, die nicht zweckgebunden sind, müssen in voller
Höhe ebenso dem Verwaltungshaushalt zugute kommen wie nicht
zweckgebundene Einnahmen aus der Veräußerung von Beteiligungen
und Rückflüsse von Kapitaleinlagen. Beide Positionen zusammen
belaufen sich den Feststellungen der Aufsichtsbehörde zufolge im
Haushalt 2003 auf 14,1
Millionen Euro.
Die
Stadtverwaltung sieht im Haushalt
2003 mit 3,5 Millionen Euro eine vergleichsweise geringe
Zuführung zum Verwaltungshaushalt vor. Im Juni hat sie die
Aufsichtsbehörde noch gebeten, ¸¸derzeit von höheren Zuführungen
an den Verwaltungshaushalt abzusehen, insbesondere vor dem
Hintergrund, weil im Vermögenshaushalt 2003 gegenüber den
Vorjahren bereits eine um eine Million Euro höhere Abführung der
erwarteten Grundstücksveräußerungserlöse an den
Verwaltungshaushalt eingeplant ist und weitere nicht bereits
etatisierte Abführungen die Finanzierung wichtiger und dringend
notwendiger Maßnahmen des Vermögenshaushalts gefährden würden".
Die
Aufsichtsbehörde sieht dies freilich anders und stützt sich
dabei auf Aussagen der Stadtverwaltung selbst, im Nachtrag für
das laufende Jahr den Fehlbedarf des Verwaltungshaushalts
reduzieren und die festgesetzten Gesamtbeträge der Kredite und
Verpflichtungsermächtigungen deutlich zurückführen zu wollen.
Die Aufsichtsbehörde glaubt darin ein Indiz dafür zu haben,
¸¸dass es sich bei den im Vermögenshaushalt veranschlagten
Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen nicht
ausschließlich um sachlich und zeitlich unabweisbare Vorhaben
handelt, also um solche Vorhaben, deren Unterlassung im
laufenden Haushaltsjahr
zu schweren Schäden und Gefahren führen würde".
Die harte Hand der
Aufsichtsbehörde bekommt die neue Zoo-Gesellschaft
Kaiserslautern zu spüren. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt
für die Gesellschaft, im Haushalt
auf eine Million Euro festgesetzt, wird von der Aufsichtsbehörde
auf 700.000 Euro heruntergestrichen. Der
Eine-Million-Euro-Zuschuss wird aufgrund der Finanzlage der
Stadt als ¸¸in dieser Größenordnung nicht vertretbar"
eingestuft. Die Aufsichtsbehörde verbindet die Verringerung des
Zuschusses zusätzlich mit der Erwartung, dass in den kommenden
Jahren an Zuschüssen für die Zoo-Gesellschaft ¸¸weniger als
700.000 Euro" eingeplant werden.
Im gleichen
Atemzug wird der städtische Eigenanteil für die Erweiterung des
Zoos in Höhe von 330.000 Euro von der Aufsichtsbehörde
gestrichen. Belassen wird nur eine Landeszuweisung für den
Ausbau des Zoos in Höhe von 200.000 Euro, die über den
städtischen Haushalt
abgewickelt werden soll. Die Aufsichtsbehörde geht davon aus,
dass die Zoo-Gesellschaft im Rahmen eines Wirtschaftsplans die
Finanzierung ihrer eingeplanten Investitionen zunächst aus
eigenen Mitteln selbst sicherstellt.
Den Geldhahn ganz
zugedreht hat die Aufsichtsbehörde der Stadt für die
Neugestaltung von ¸¸Bahnhofsvorplatz/Zentraler Busbahnhof",
nachdem das Innenministerium der Stadt mitgeteilt hatte, dass
eine Förderung der geplanten Neugestaltung des
Bahnhofsvorplatzes aus Städtebaufördermitteln ¸¸nicht möglich
ist und im übrigen die Maßnahme für nachrangig und in dem
geplanten Umfang vor allem mit der
Haushaltssituation der
Stadt für nicht vereinbar gehalten wird". Die Aufsichtsbehörde
will aber noch mit sich reden lassen, wenn die Stadt an dem
Projekt festhalten will.
Begrüßt wird von
der Aufsichtsbehörde, dass das Citybahn-Projekt von der Stadt
zurückgestellt wird, wie das im
Haushaltssicherungskonzept 2002 ausgeführt wurde.
Aufgegriffen hat die Trierer Behörde die stille Einlage von drei
Millionen Euro zugunsten der Stadtsparkasse, die den
Geschäftsverlust des Geldinstituts im Jahr 2002 abdecken soll.
Hierzu möchte sie weitergehende Informationen.
Aufklärungsbedarf
besteht für die Aufsichtsbehörde noch beim Stellenplan der
Stadtverwaltung. Hierüber will sie erst zu einem späteren
Zeitpunkt entscheiden.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.228
Datum: Mittwoch, den 01. Oktober 2003
Seite: Nr.16
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In Schranken gewiesen
Von Hans-Joachim
Redzimski
Für
Deubig ist die
Haushaltsgenehmigung mit ihren Auflagen und Forderungen ein
Schlag ins Kontor.
Die
Haushaltsgenehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion
in Trier liegt auf dem Tisch. Und Oberbürgermeister Bernhard
Deubig hat ein großes
Problem damit. Er wird sich im Gespräch mit der ADD anstrengen
müssen, um das Beste für die Stadt und auch für sich als
Finanzdezernent daraus zu machen. Es wird nicht leicht...
In der kurzen
Stellungnahme, die der Finanzdezernent gestern dazu abgab,
vermied Deubig jegliche
Form von Schärfe gegenüber der Aufsichtsbehörde. Mit Sicherheit
nicht ohne Hintergedanken. Diplomatisch sprach er von
¸¸Besprechungsbedarf" mit der ADD. Mehr nicht.
Die
Haushaltsgenehmigung hat es in sich. Hat die Aufsichtsbehörde
die Stadt in den letzten Jahren mit Samtpfoten behandelt, als es
um den Haushalt ging, so zeigt sie in diesem Jahr ihre Krallen.
Die Aufsichtsbehörde wird im Vergleich zu früher ihrem Ruf als
Aufsicht gerecht. Die Annahme, dass auch Politik im Spiel ist,
lässt sich nicht ganz vom Tisch wischen. Sie bleibt aber pure
Spekulation.
Für
Deubig ist die
Haushaltsgenehmigung mit ihren Auflagen und Forderungen ein
Schlag ins Kontor. Besonders ein Punkt ist es, der an den
Grundfesten der Deubig"schen
Finanzpolitik rüttelt. Es ist die Forderung der ADD, nicht
zweckgebundene Grundstückserlöse in voller Höhe in den
Verwaltungshaushalt zur Verringerung des Fehlbedarfs zu
überführen. Damit wird der Politik
Deubigs, Vermögen
flüssig zu machen und somit Mittel für Investitionen zu
schaffen, die Grundlage entzogen. Die Stadt verliert somit ihren
finanziellen Spielraum, den sie sich selbst schafft. Es ist eine
interessante Frage für Juristen, inwieweit dies ein unzulässiger
Eingriff in die Selbstverwaltung der Stadt sein könnte.
Mit der
Haushaltsgenehmigung bläst Deubig
der Wind ins Gesicht. Unklar ist, ob die Aufsichtsbehörde in
allen Städten die Leine straffer gezogen hat oder nur in
Kaiserslautern. Deubig
hat in jedem Fall Wind mitgesät, indem er finanzpolitisch
geschaltet und gewaltet hat wie ein König und nicht wie ein
Bettelmann. Was der Attraktivität der Stadt und der
Beschäftigungssituation im Rathaus frommte, schadete der
Haushaltskonsolidierung. Deubig
hat mit seiner ungebremsten Ausgabenpolitik und seinen
¸¸Schattenhaushalten" die Aufsichtsbehörde herausgefordert, hat
sich mit seiner grundsätzlichen Verstocktheit ihr gegenüber
nicht unbedingt Freunde geschaffen.
Die
Aufsichtsbehörde hat den Oberbürgermeister finanzpolitisch in
seine Schranken gewiesen. Er wird zu dem Gespräch mit der ADD
neben guten Argumenten auch Kreide mitnehmen müssen... Nach dem
Grundtenor der Haushaltsgenehmigung wird die Finanzierung von
Deubigs Prestigeprojekt
¸¸Pfalzarena" aufsichtsrechtlich alles andere als ein leichter
Spaziergang. Lokalseite 2
MUELLEH / MUELLEH
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.228
Datum: Mittwoch, den 01. Oktober 2003
Seite: Nr.15
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