FDP Kaiserslautern

 

FDP Kaiserslautern                                                                                 Kreis / Rede_30.01.2004

 

 

 

 

 

 

 

 

Rede der Kreisvorsitzenden Dr. Jörg anlässlich des Kreisparteitags am 10.02.2004

 

 

 

Zur Situation der Partei:

Die FDP ist seit Mai 2003 im Stadtrat KL nur noch mit einem Mandat vertreten. Die Gründung des Stadtverbandes im März 2003 und die tatkräftige Unterstützung des Stadtrats Günther Weber durch Stadt- und Kreisverband erlaubte uns trotzdem eine offensive Politik. Unser Ziel ist, nach dem 13.06.2004 wieder gestärkt als Fraktion in den Stadtrat KL einzuziehen.

Im Kreistag ist die FDP seit 1994 nicht mehr vertreten, aber mit Mandats-trägern in der Stadt Landstuhl, in der Stadt und dem Verbandsgemeinderat Otterberg und im Gemeinde- und Verbandsgemeinderat Otterbach (in Otterbach stellt die FDP auch einen ehrenamtlichen Beigeordneten).

Die Stadtrats- und die Kreistagsliste sind aufgestellt. Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern und Parteilosen, die uns durch ihre Kandidatur unterstützen. Am 13.06.2004 wird uns die Rückkehr als Fraktion in den Stadtrat KL ebenso gelingen wie die Rückkehr in den Kreistag.

Voraussetzung für unseren Einzug in die Kommunalparlamente ist, dass wir dort, wo wir bereits Mandate haben, transparent und mit Engagement für die Bürger arbeiten. Wir haben es als kleine Partei, die nicht in allen Kommunal-parlamenten vertreten ist, viel schwerer, Politik mitzugestalten – aber es gelingt uns kontinuierlich!!

Mein Dank gilt an dieser Stelle den Medien – insbesondere der Rheinpfalz -, die die Politik der Stadt- und Kreis - FDP in den letzten beiden Jahren durch ihre Berichterstattung wohlwollend begleitet haben. In diesem Zusammen-hang möchte ich Sie auch auf unsere neu gestaltete Homepage hinweisen. Unter www.fdp-kl.de oder www.fdp-kaiserslautern.de finden Sie zu vielen Stadt- und Kreisthemen Presseerklärungen, Presseartikel und Statements des Kreisvorstandes.

 

 

Die wesentlichen politischen Ereignisse seit dem letzten Kreis-parteitag:

Dominant war zweifelsohne das Thema Pfalzarena. Ein von der FDP initiiertes Bürgerbegehren – das erste, das in dieser Stadt zum Bürgerent-scheid geführt hat! Den Bürgerentscheid haben wir nur knapp verloren. Wäre das Quorum nicht 30% sondern 25 % gewesen, hätten wir den Entscheid gewonnen! – Hier wollen wir für die Zukunft etwas ändern, zum Wohl der Bürger. Der Stadtverband hat hierzu einen Antrag zur Weiterleitung an den Landesparteitag vorbereitet.

Dauerhaft präsent war auch das Thema Umnutzung der JVA in ein Jugendhotel. Die im Juli 2002 reaktivierten Jungen Liberalen haben hier eine tolle Arbeit geleistet. Sogar eine kleine Marktstudie liegt inzwischen vor, eine Podiumsdiskussion wurde durchgeführt.

Weitere Ereignisse waren:

  • der Start des von Werner Kuhn auf den Weg gebrachten Hochbegabtengymnasiums (mit dem dazugehörigen Förderkreis),

  • die S-Bahn-Anbindung der Universität,

  • Duale Oberschule bzw. Neuorientierung der Hauptschulen in der Stadt KL,

  • Innenstadtentwicklung,

  • Musikschule, Erhalt von Altkleidercontainern, Städtepartnerschaften etc.

Im Landkreis haben wir einen Ortsbürgermeisterwahlkampf bestritten. Goswin Förster holte in Enkenbach-Alsenborn für die FDP beachtliche 8,7%. Für sein Engagement danken wir ihm.

Einige von der FDP auf den Weg gebrachte und vom Wirtschaftsministerium massiv unterstütze Verkehrsprojekte wurden fertig gestellt: die Ortsum-gehung Erfenbach, die L388 zwischen Katzweiler und Mehlbach, der Ausbau der L500 im Karlstal. Unser Dank gilt hier insbesondere Staatssekretär Günter Eymael und Werner Kuhn.

Der Kreisverband hat sich letztes Jahr für den Beginn der Ausbau-maßnahmen an der L382 (Otterberg-Grafenthalerhof) und den vorzeitigen Baubeginn der Otterbacher Hauptstraße, 2. Bauabschnitt eingesetzt. Ebenso haben wir uns im Bundestagswahlkampf massiv für die Realisierung der Ortsumgehungen entlang der B270 im Lautertal und in Enkenbach-Alsenborn ausgesprochen. Die Ortsumgehung Olsbrücken wurde ebenso wie die Ortsumgehung Enkenbach-Alsenborn in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, die Planfeststellung für die ersten zwei Bauabschnitte in Enkenbach ist bis Sommer abgeschlossen.

Thematisiert wurde vom Stadtverband Landstuhl die Anbindung Landstuhls an das S-Bahn-Netz Rhein-Neckar im Zuge der Verlängerung der S-Bahn-Strecke nach Homburg. Ein Zukunftsprojekt, an dem auch der Kreisverband dranbleibt.

Ein ganz klares Profil hat die FDP in Kaiserslautern beim Mittelstand zurück gewonnen. Mit Unternehmensbesuchen, den Kaiserslauterer Wirtschaftsge-sprächen und der Einrichtung eines regelmäßig tagenden Wirtschafts-stammtisches im Backhaus Klein haben wir insbesondere dem Mittelstand gezeigt, dass er einen kompetenten Interessensvertreter in KL hat.

Eine Veranstaltung zum Thema „soziale Sicherungssysteme“ im Herbst hat gezeigt, dass es außer Wirtschaft und Bildung weitere Betätigungsfelder für die FDP gibt, mit denen sie Wählerstimmen gewinnen kann. Hier müssen weitere Aktivitäten – auch zum Thema Gesundheitsreform -folgen.

 

 

Politische Ziele:

Die FDP in Stadt und Landkreis KL hat ein Ziel, an dem sie alle ihre Aktivitäten ausrichtet: der Einsatz für die Interessen der Bürger.

Dies ist ein langfristiges Ziel und nicht nur für ein Wahljahr bestimmt. Mit dem von der FDP initiierten Bürgerbegehren und dem Bürgerentscheid gegen die Pfalzarena in der Stadt Kaiserslautern haben wir schon gezeigt, dass wir dieses selbst gesteckte Ziel sehr ernst nehmen.

Und: Wir werden nur die Versprechen geben, die sich auch einlösen lassen.

DIE FDP IN KAISERSLAUTERN STEHT FÜR BÜRGERNÄHE UND FÜR DEN EHRLICHEN UMGANG MIT DEN BÜRGERN

Aus diesem Grund verurteilen wir die vor die Kommunalwahl gezogene Wahl des zweiten Kreisbeigeordneten. Hier werden Posten gesichert, und das von den Freien Wählern, die sonst immer betonen, den Bürgern besonders nahe zu stehen. Als „Wählerverdummung“ ist die Kandidatur der ersten Kreisbeigeordneten Gudrun Heß-Schmidt auf der Kreistagsliste der CDU anzusehen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sie als Beigeordnete zurücktritt, wenn sie in den Kreistag gewählt wird. Ihre Kandidatur dient einzig und allein der Strategie, mit namhaften Kandidaten auf den vorderen Listenplätzen der CDU im Landkreis zu einem Wahlsieg ähnlich dem der CDU in der Stadt bei der Kommunalwahl 1999 zu verhelfen. Zu welch arrogantem Umgang mit dem Bürger absolute Mehrheiten in einem Kommunalparlament führen können, lässt sich in der Stadt Kaiserslautern gut beobachten.

Helfen Sie mit am 13.06. absolute Mehrheiten zu brechen und zu ver-hindern!

Die FDP Kaiserslautern wird sich in Stadt und Landkreis KL weiterhin intensiv um die Themen Wirtschaft und Bildungspolitik sowie Verkehrs-infrastruktur kümmern. Das sind die „klassischen“ Themen der FDP. Um als kleine Partei zu wachsen, müssen wir uns aber künftig auch mit den Themen soziale Sicherungssysteme und Familien- und Seniorenpolitik beschäftigen. Familien- und Seniorenpolitik haben kommunale Facetten, die wir bearbeiten und für die wir Arbeitsschwerpunkte bilden.

 

 

Unsere zentrale Forderung:

Intensivierung der Kooperation zwischen Stadt und Landkreis und zwischen den Verbands- und Ortsgemeinden

Die Aktivitäten in Stadt und Kreis können nicht losgelöst voneinander gesehen werden. Die Kooperation zwischen Stadt und Kreis muss auf allen Ebenen intensiviert werden. Dafür werden wir uns einsetzen. So muss im Tourismus die Kooperation zwischen Stadt und Landkreis endlich anlaufen. Die Forderung liegt nun schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Tisch, die Realisierung lässt aber immer noch auf sich warten.

Kooperation ist auch in punkto Neuausrichtung der Messe „Pfälzer Land“ gefragt, die wir für dringend erforderlich halten. Die Region KL braucht eine Plattform für das regionale Handwerk und Gewerbe und keine „Feld-Wald-Wiesen-Messe“, für die sich bald nur noch Schuhputzer und Krims-Krams-Händler als Aussteller gewinnen lassen.

Von der engeren Zusammenarbeit im Bereich Jugend und Soziales, im Bereich der Volkshochschulen und der Musikschulen könnten beide Gebietskörperschaften profitieren. Warum leisten wir uns in einem Gebiet mit 200.000 Einwohnern 2 Volkshochschulen, 2 Musikschulen und je ein Jugendamt bei Stadt und Landkreis Kaiserslautern? Zu welch groteskem Verhalten Verwaltungen fähig sind, wenn keine Kooperation stattfindet, konnte man bei der Gebührenerhöhung um teilweise 600 Prozent für die Schüler aus dem Landkreis bei der städtischen Musikschule verfolgen. Hier sollten Verhandlungen zwischen Stadt und Kreis mit dem Ziel geführt werden, die Gebührenerhöhung durch Kooperation zurückzunehmen. Die FDP fragt, warum sich hier immer noch nichts getan hat! Auf der Verwaltungsebene sollten Stadt- und Kreisverwaltung ebenso wie die Verbands- und Ortsgemeindeverwaltungen Kooperationen verbessern und Synergieeffekte nutzen. „Schlankere Verwaltungen“ und die Einsparung von Haushaltsmitteln durch praktizierte Kooperation muss das Ziel sein. Ein Anfang könnte z.B. bei der Kfz-Zulassung gemacht werden. Warum benötigen wir zwei Zulassungsstellen in der Stadt Kaiserslautern, nämlich eine für die Stadt und einen für den Landkreis? Durch die Zusammenlegung ergäben sich nicht nur Einsparungen im Verwaltungshaushalt, sondern auch kürzere Wege für die Bürger, z.B. beim Umzug von der Stadt in den Landkreis und umgekehrt.

 

 

(Dr. Barbara Jörg, Kreisvorsitzende)
 

 


    

 

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                    letzte Aktualisierung am 05.03.2004.