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FDP –
Neujahresempfang am 19.01.2004
Rede der
Kreisvorsitzenden Dr. Barbara Jörg
Liebe
Parteifreundinnen und Parteifreunde,
werter Herr Dr. Gerhardt
meine verehrten Damen und Herren,
ich wünsche Ihnen
allen ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr – auch im Namen meiner
Kollegen im Kreisvorstand.
Der heutige Neujahrsempfang wird überschattet durch den tragischen
Unfalltod unserer Bundestagsabgeordneten Marita Sehn. Wir sind alle
tief betroffen. Noch am Samstag sind einige Delegierte aus
Kaiserslautern zusammen mit Frau Sehn beim Europaparteitag in
Saarbrücken gewesen, haben den ganzen Tag mit ihr verbracht. Es fällt
schwer, das Ereignis zu begreifen, geschweige denn zu verstehen. Mir
persönlich fällt es nicht leicht, zur Tagesordnung überzugehen.
Ich heiße unseren Gast, Herrn Dr. Wolfgang Gerhardt, den Vorsitzenden
der FDP-BT-Fraktion herzlich in KL willkommen.
Sie haben am 31.12.
Ihren 60. Geburtstag gefeiert. Dazu gratulieren wir Lauterer Ihnen
nachträglich ganz herzlich.
Ich begrüße den
Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags, Werner Kuhn (FDP),
den Landrat des Kreises Kaiserslautern, Rolf Künne, stellvertretend
für die Wirtschaft den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Heinz
Hoffmann, den Präsidenten der TU Kaiserslautern, Prof. Schmidt, den
Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen und rheinland-pfälzischen
Spitzenkandidaten für die Europawahl, Christoph Giesa und die
Vertreter der Presse.
Gestern war ein großer Tag für die Kaiserslauterer FDP.
Die Stadt erlebte den
ersten Bürgerentscheid in ihrer Geschichte, ausgehend von einem von
der FDP initiierten Bürgerbegehren.
Wir haben diesen
Entscheid auf den Weg gebracht, weil wir bei einem für die Stadt so
bedeutenden Bauvorhaben wie der Pfalzarena dem Bürger ein
Mitspracherecht einräumen wollten.
Unser Vorhaben wurde
in einer für die Stadt bisher beispiellosen Einigkeit von den anderen
Oppositionsparteien im Stadtrat, der SPD und den Grünen unterstützt.
Wenn Demokratie, wie
das hier in KL der Fall ist, nicht in den städtischen Gremien gelebt
werden kann, muss sie andere Wege einschlagen. Wenn eine
Mehrheitsfraktion im Stadtrat zusammen mit ihrem Oberbürgermeister die
Bürgerinteressen negiert, ist es die Pflicht der Opposition, den
Bürgern auf andere Art ein Mitspracherecht zu verschaffen.
Die Bürger von KL
haben dies honoriert. Rund 27.100 gingen zur Wahl. Dafür bedanken wir
uns, denn sie haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und damit
versucht, den Stadtratsbeschluss in ihrem Sinne zu korrigieren. 21.297
Lauterer haben gegen den Bau gestimmt, das sind 78 %. Zum Vergleich:
der KL OB wurde 1999 nur mit 17.202 Stimmen gewählt.
Der Oberbürgermeister
und die Mehrheitsfraktion im Stadtrat sind gut beraten, das klare
Ergebnis zu beherzigen und nicht formal auf der Einhaltung des Quorums
von 30 % zu bestehen. Es wurde gerade mal um etwas mehr als 1.100
Stimmen verfehlt.
Die FDP in Stadt und
Landkreis KL wird sich weiter für die Interessen der Bürger einsetzen.
Das werden wir nicht nur in einem Wahljahr tun. Wir werden auch nur
die Versprechen geben, die sich auch einlösen lassen.
Die Bürger müssen den
Glauben an die Politiker wieder zurückgewinnen und sich über die
Abgabe ihrer Stimme in den demokratischen Prozess einbringen. Dies
wird jedoch nur gelingen, wenn bereits auf der kommunalen Ebene
ehrlich mit den Bürgern umgegangen und der Klüngelwirtschaft ein Ende
bereitet wird.
Aus diesem Grund
verurteilt die FDP Kaiserslautern auch die vor die Kommunalwahl
gezogene Wahl des zweiten Kreisbeigeordneten. Die erfolgt offenbar aus
Angst vor dem Wähler, durch dessen Abstimmungsverhalten sich die
Mehrheitsverhältnisse im Kreistag ändern könnten. Es werden noch vor
der Wahl Posten gesichert, und das von den Freien Wählern, die sonst
immer betonen, den Bürgern besonders nahe zu stehen. Für
Postenschiebereien kann sich jedoch kaum ein Bürger begeistern, außer
er profitiert unmittelbar selbst davon.
Die Liberalen in Stadt
und Landkreis KL stellen sich gegen jegliche Missachtung von
Bürgerinteressen und gegen jegliche Pöstchenwirtschaft. Hier gilt es
in Zukunft Zeichen zu setzen, im Interesse unserer Gesellschaft.
Politiker – und ganz
besonders Kommunalpolitiker – müssen sich wieder ihrer Vorbildfunktion
bewusst werden. Ehrlichkeit, Offenheit und Fleiß, und nicht
Tricksereien und Durchmogeln müssen das Handeln der Volksvertreter
bestimmen. Die Bürger werden es honorieren, unsere Kinder werden sich
wieder an Werten orientieren.
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