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Wahlprogramm
der FDP zur Landtagswahl 2006
Protokollfassung, beschlossen vom
außerordentlichen Landesparteitag der FDP Rheinland-Pfalz am
12.11.2005 in Ransbach-Baumbach
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EUROPAPOLITIK
Für Bürgerrechte, Demokratie und Verfassung
Die Europäische Union ist für Liberale
Garant für eine dauerhafte, friedliche, demokratische,
marktwirtschaftliche, soziale, und kulturelle Entwicklung des
Kontinents. Die Europäische Union besitzt eine föderale Grundordnung,
in der Subsidiarität, Rechtsstaatlichkeit und die Grundfreiheiten
garantiert sind. Sie soll durch die Verfassung abgesichert werden.
Diese Ordnung muss im liberalen Geist gelebt und zur politischen Union
innerhalb der durch das Grundgesetz zulässigen Grenzen
weiterentwickelt werden. Wir sehen eine zukünftige Europäische
Verfassung (und somit auch den vorliegenden Entwurf) als notwendigen
Schritt zur Vertiefung der Europäischen Union
Für eine handlungsfähige Europäische Union
Wir wollen eine handlungsfähige Union der
Staaten in Europa, die im Rahmen der Europäischen Verfassung
zusammenleben wollen. Europäische Staaten, die dafür den Willen und
die Voraussetzungen mitbringen, haben die Möglichkeit, durch
Beitrittsverhandlungen mit der Union als Mitglied aufgenommen zu
werden. Als Alternative kommt eine „engen Partnerschaft“ im Rahmen der
europäischen Nachbarschaftspolitik in Betracht. Um die
Handlungsfähigkeit der Union zu erhalten und die weitere Vertiefung
der Gemeinschaft nicht zu verhindern, ist es erforderlich territoriale
Grenzen für die Europäische Union zu definieren.
Für Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und Währungsstabilität
Wir fordern eine stabilitätsorientierte
Wirtschafts- und Finanzpolitik und mehr Wettbewerb im europäischen
Binnenmarkt zur Weckung von Wachstumsreserven.
Der Dienstleistungsverkehr muss
liberalisiert werden. Darüber hinaus setzen sich die Liberalen für die
Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips sowie für eine größt mögliche
Freiheit und Eigenverantwortung ein, um dadurch die wirtschaftlichen
Möglichkeiten umfassend zu nutzen. Wir fordern Zustimmung zu einer
Dienstleistungsrichtlinie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und
eine Harmonisierung des Privatrechts zur Vereinfachung des
Rechtsverkehrs in der Union. Die Geldwertstabilität ist für Liberale
ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt. Mit Liberalen gibt es keine
Aufweichung des europäischen Stabilitätspaktes und keine politische
Einflussnahme auf die Europäische Zentralbank.
Für grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Das Land Rheinland-Pfalz hat die Chance
durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit seine Randlage zu überwinden
und seine vielfältige wirtschaftliche und kulturelle Nachbarschaft für
seine Bürgerinnen und Bürger fruchtbar zu machen. Das gilt sowohl für
die Zusammenarbeit mit dem Großherzogtum Luxemburg und den
französischen Regionen Lothringen und Elsass als auch für die
Zusammenarbeit mit den belgischen Grenzregionen. Die Zusammenarbeit in
den Großregionen Oberrheinregion, Saar-Lor-Lux und REGIO PAMINA soll
verstärkt werden. Wir fordern Absprachen mit Frankreich, dem
Großherzogtum Luxemburg und Belgien über die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit der Polizei nach dem Vorbild der
deutsch-niederländischen Vereinbarung über den wechselseitigen Einsatz
von Polizei in den Grenzgebieten.
Auch die seit 1956 gelebte Zusammenarbeit
zwischen Rheinland-Pfalz und der Region Burgund soll gefördert werden.
Über den Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz/Burgund hat das Land
Anteil am Austauschen und den Partnerschaften zwischen den Städten,
Kommunen, Vereinen, Kammern, Schulen, Gymnasien. Heute gibt es mehr
als 500 Partnerschaftskomitees in Rheinland-Pfalz und in Burgund, die
diese Partnerschaft lebendig und beispielhaft in Europa machen.
Der Freundschaftskreis
Rheinland-Pfalz-Oppeln soll ausgebaut werden.
Wir fordern, einen Bevollmächtigten des Landes für Europafragen der
die Interessen des Landes in Brüssel gegenüber dem Europäischen
Parlament, dem Rat und der Kommission unmittelbar zur Geltung bringt.
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