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Der Liberalismus begann seinen
historischen Weg als Philosophie der Freiheit und als politische
Bewegung für die Rechte des Einzelnen. Die Willkürherrschaft des
Absolutismus stand im Widerspruch zur Idee einer freiheitlichen
Gesellschaft. Mit dem Verfassungsstaat hat der Liberalismus den
Absolutismus überwunden.
Als erste politische Bewegung hat der
Liberalismus dem einzelnen Bürger, seiner menschlichen Würde und
seinen Menschenrechten der Freiheit und Gleichheit Vorrang vor der
Macht des Staates eingeräumt. Schritt für Schritt verwirklichten
Liberale den modernen Verfassungsstaat mit individuellen
Grundrechten, der freien Entfaltung der Persönlichkeit, dem Schutz
von Minderheiten, der Gewaltenteilung und der Rechtsbindung
staatlicher Gewalt.
Der Liberalismus hat als
Freiheitsbewegung nicht nur für die Gleichheit vor dem Gesetz
gekämpft, sondern auch für Chancengleichheit in der Gesellschaft.
Mit der Marktwirtschaft und ihrer sozialen Verpflichtung hat der
Liberalismus neue Chancen gegen Existenznot und konservative
Erstarrung der gesellschaftlichen Strukturen eröffnet.
Die liberale Verfassung unserer
Bundesrepublik Deutschland hat mehr demokratische Stabilität, mehr
allgemeinen Wohlstand, mehr soziale Gerechtigkeit und
Rechtsstaatlichkeit hervorgebracht, als dies je zuvor in der
Geschichte der Fall gewesen ist. Und dennoch ist die Idee der
Freiheit den schleichenden Gefahren der Gewöhnung und
Geringschätzung ausgesetzt. Weniger Teilhabe am demokratischen
Staat, weniger Chancen für ein selbst bestimmtes Leben durch
weniger Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, Entmündigungen
durch kollektive Zwangssysteme und bevormundende Bürokratie sind
neue Bedrohungen der Freiheit.
Liberale haben nach 1945 der Idee der
Freiheit zum erneuten Durchbruch verholfen. Die FDP war stets der
Motor für Reformen, wenn es um Richtungsentscheidungen zugunsten
der Freiheit ging. Nur durch die FDP konnte in den fünfziger
Jahren die Soziale Marktwirtschaft gegen die Sozialdemokraten und
Teile der Christdemokraten durchgesetzt werden. Nur durch die FDP
konnte sich in den siebziger Jahren mehr Bürgerfreiheit gegen
konservative Rechts- und Gesellschaftspolitik durchsetzen. Die
Liberalen waren Vorreiter für die Demokratisierung und
Liberalisierung der Gesellschaft, gegen obrigkeits- staatliche
Bevormundung und Engstirnigkeit. Unsere Politik der
marktwirtschaftlichen Erneuerung in den achtziger Jahren brachte
neue Arbeitsplätze und mehr Wohlstand für mehr Bürger.
Ein großer Teil des Widerstands gegen
das sozialistische Staatswesen erwuchs aus der Attraktivität des
freiheitlich-liberalen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Das
in den europäischen Integrationsprozess eingebettete, vereinte
Deutschland ist das freiheitlichste unserer Geschichte.
Die Anfänge:
Ein Gedanke wird zur Bewegung.
1807/1812
Erste liberale Reformen in Preußen: Abschaffung der
Leibeigenschaft, Gewerbefreiheit, Judenemanzipation, Heeres- und
Universitätsreformen (v. Stein, v. Hardenberg, v. Humboldt)
1832
Beim Hambacher Fest bekennen sich 25.000 Menschen zu den
Forderungen der Liberalen nach Freiheit und nationaler Einheit.
1847
Liberale beschließen in Heppenheim ein Programm, das die Einigung
Deutschlands und eine bessere Vertretung des Volkes fordert.
1848
Bürgerliche Revolution: Liberale
Reform-gesetze werden erlassen. Die Liberalen verfügen über die
absolute Mehrheit in der ersten Deutschen Nationalversammlung.
1861
Mitglieder des Nationalvereins und der Berliner Demokraten gründen
die erste moderne politische Vereinigung: die Deutsche
Fortschrittspartei.
1866
Erste Spaltung des organisierten deutschen Liberalismus in Links-
und Nationalliberale. Letztere unterstützen als stärkere Partei im
Reichstag Bismarcks Politik, zu der die Linksliberalen in
Opposition stehen.
1880-1900
Spaltung und Parteineugründung sowie politische Machtlosigkeit
kennzeich-nen den deutschen Liberalismus.
1896
Gründung des Nationalsozialen Vereins durch Friedrich Naumann. Er
fordert vom Staat die Übernahme sozialer Verpflichtungen und
plädiert für ein demokratisches Kaisertum.
In der
Weimarer Republik: Einsatz für Reformen.
1918
Gründung der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei mit
Friedrich Naumann und Max Weber sowie der nationalliberalen
Deutschen Volkspartei mit Gustav Stresemann.
1919
Annahme der Weimarer Reichsverfassung,
die im wesentlichen durch den liberalen Staatsrechtler und ersten
Innenminister der Weimarer Republik, Hugo Preuß, geprägt ist.
1922
Der liberale Außenminister Walter Rathenau schließt den
Rapallo-Vertrag mit der Sowjetunion und führt Deutschland damit
aus der internationalen Isolierung.
1923-1929
Ausgleich mit dem Westen und Deutschlands Aufnahme in den
Völkerbund durch die erfolgreiche Außenpolitik von Gustav
Stresemann.
1933-1945
Die katastrophale Wirtschaftslage und eine Fehleinschätzung des
Nationalsozialismus veranlassen auch liberale Abgeordnete, 1933
dem Ermächtigungsgesetz zuzustimmen. Die liberalen Parteien werden
verboten. Viele Liberale gehen in die Emigration oder werden für
ihre politische Überzeugung verfolgt. Manche kollaborieren mit dem
Nationalsozialismus.
Nach dem
Krieg: Stabilität und Dynamik.
1948
Bruch zwischen den Liberalen der
Westzonen und der LDPD in der Sowjetischen Besatzungszone.
Am 11./12. Dezember im Westen Gründung
der Freien Demokratischen Partei unter Vorsitz von Theodor Heuss.
1949
Das von Liberalen maßgeblich geprägte Grundgesetz wird verkündet.
Bei der ersten Bundestagswahl erhält die FDP 11,9 % der Stimmen.
Theodor Heuss wird zum ersten Bundespräsidenten gewählt.
1956
Wegen der Kritik des Fraktionsvorsitzenden Thomas Dehler an der
Außenpolitik der Bundesregierung treten 16 FDP-Abgeordnete
(darunter vier Minister) aus Fraktion und Partei aus. Nach Ende
der Koalition mit der CDU/CSU bleibt die FDP bis 1961 in der
Opposition. Erste deutschlandpolitische Gespräche mit
LDPD-Vertretern in der DDR.
1959
Der von der FDP verabschiedete Deutschlandplan sieht innerdeutsche
Verhandlungen und einen europäischen Sicherheitsvertrag vor.
1962
"Spiegel"-Affäre: Die FDP-Minister verlassen die Regierung und
zwingen damit Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) zum
Rücktritt.
1966
Wegen Ablehnung von Steuererhöhungen geht die FDP in die
Opposition. CDU/CSU und SPD bilden die "Große Koalition".
1968
Die FDP kämpft gegen die Notstandsgesetze der "Großen Koalition".
Liberale bereiten die später so erfolgreiche Ostpolitik vor.
1969
Die FDP bringt im Bundestag den Entwurf einen Generalvertrages mit
der DDR ein. Gustav Heinemann (SPD) wird mit den Stimmern der
Liberalen neuer Bundespräsident. Beginn der sozialliberalen
Koalition Brandt/Scheel.
1971
Die FDP beschließt die Freiburger Thesen für eine liberale
Gesellschafts-politik.
1972
Das konstruktive Misstrauensvotum von CDU/CSU scheitert. Bei der
Bundestagswahl wird die sozialliberale Koalition eindrucksvoll
bestätigt.
1974
Wahl Walter Scheels zum Bundespräsidenten. Sein Nachfolger als
Parteivorsitzender und Außenminister wird Hans-Dietrich Genscher.
1982/1983
Beendigung der SPD/FDP-Koalition wegen zunehmender Differenzen in
Haushalts-, Wirtschafts- und Abrüstungsfragen. CDU/CSU und FDP
wählen Helmut Kohl zum Bundeskanzler. Ein leidenschaftlicher
Bundesparteitag und vorgezogene Neuwahlen bestätigen die
Koalitionsentscheidung.
1985
Martin Bangemann wird Bundesvorsitzender. Der Bundesparteitag in
Saarbrücken verabschiedet das "Liberale Manifest für eine
Gesellschaft im Umbruch".
1988
Der Bundesparteitag wählt Otto Graf Lambsdorff zum
Bundesvorsitzenden.
Das vereinte
Deutschland: Herausforderungen für Liberale.
1989
Die in der DDR schwelende gesellschaftliche Krise bricht im
Oktober zu den Feierlichkeiten ihres 40. Jahrestages offen aus. Am
9. November öffnen sich in Berlin die Grenzübergänge.
1990
Neugründungen liberaler Parteien in der DDR: Deutsche Forumpartei
(DFP) und FDP der DDR, während sich die LDPD reformiert. Um die
Chancen der liberalen Parteien bei den ersten freien Wahlen zu
erhöhen, konstituiert sich der Bund Freier Demokraten (BFD), dem
später auch die NDPD beitritt. Am 11. August in Hannover
Vereinigung der Liberalen in Ost und West zur gesamtdeutschen FDP
Bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen gewinnt die FDP 11,0 % der
Stimmen.
1991
Der FDP Vorsitzende Otto Graf
Lambsdorff wird zum Präsidenten der Liberalen Internationale
gewählt.
1993
Klaus Kinkel wird auf dem Bundesparteitag in Münster zum
Bundes-vorsitzenden gewählt.
1994
Die FDP erreicht nach einem für sie schwierigen Wahljahr bei der
Bundestagswahl am 16. Oktober 6,9 %. Im Dezember wird Dr. Guido
Westerwelle zum neuen Generalsekretär der FDP gewählt.
1995
Der Bundesparteitag in Mainz wählt Dr. Wolfgang Gerhardt zum neuen
Bundesvorsitzenden der FDP Dr. Guido Westerwelle wird als
Generalsekretär bestätigt.
1996
Die FDP erzielt bei Landtagswahlen sehr gute Ergebnisse, die weit
über den Prognosen liegen. In Baden-Württemberg 9,6 %, in
Rheinland-Pfalz 8,9% und in Schleswig-Holstein 5,7 %.
1997
Der Bundesparteitag in Wiesbaden
beschließt das neue Grundsatzprogramm der FDP, die "Wiesbadener
Grundsätze - Für die liberale Bürgergesellschaft."
1998
Die FDP kann sich bei der Bundestagswahl am 27. September mit 6,2
% behaupten. Die CDU hat dramatische Verluste zu verzeichnen, so
dass SPD und Bündnis 90/Die Grünen eine neue Bundesregierung bilden
können. Die FDP nimmt nach 29 Jahren Regierungs-verantwortung eine
neue Aufgabe wahr: Sie wird Oppositionspartei.
2000
Nach dem unglücklichen Wahljahr 1999 meldet sich die FDP mit 7,6 %
in Schleswig-Holstein und 9,8 % in Nordrhein-Westfalen
eindrucksvoll zurück. Im Leitantrag "Mehr Demokratie wagen" des
Bundesparteitags in Nürnberg wird gefordert, eine Beteiligung am
politischen Willensbildungsprozess auch über das Internet zu
ermöglichen. Den neu gegründeten FDP-Landesverband Net können Sie
unter
http://www.fdp-lv-net.de/ erreichen.
2001
Die FDP zeigt sich erneut als Partei der Generation @: von Januar
bis August haben alle Bürger die Möglichkeit, an unserem nächsten
Bundestagswahlprogramm unter der Adresse
www.buergerprogramm2002.de mitzuschreiben. Auf dem Bundesparteitag
vom 4.-6. Mai in Düsseldorf werden Cornelia Pieper zur
Generalsekretärin und Dr. Guido Westerwelle zum Vorsitzenden
gewählt. Die FDP verabschiedet sich von den Pünktchen und gibt
sich ein neues Logo.
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