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Europawahlprogramm 2004
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Programm der
FDP
für die Europawahl am 13. Juni ´04
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beschlossen auf dem Europatag am 17.
Januar 2004 in Saarbrücken
(vorbehaltlich redaktioneller Änderungen)
Inhalt:
Wir können Europa besser
1. Die EU und ihre Nachbarn: Wie
geht es weiter?
2. Europas Verfassung: Wann darf
das Volk mitentscheiden?
3. Osterweiterung: Welche Chancen
bietet sie?
4. Finanztransfers in Europa: Wie
können wir die Lasten gerecht verteilen?
5. Der Euro und die Finanzen
Europas: Wie erhalten wir die Stabilität?
6. Europas Wirtschaft: Wie schaffen
wir mehr Arbeitsplätze?
7. Sozialpolitik: Wie schaffen wir
ein faires Europa?
8. Bildungspolitik: Wie bilden wir
Europa?
9. Bürokratie in Europa: Wie viel
ertragen wir?
10. Der Landwirt als Unternehmer:
Wie wird unsere Landwirtschaft wettbewerbsfähig?
11. Wie viel Verbraucherschutz
braucht Europa und wo bleibt der mündige Bürger?
12. Umwelt: Wie halten wir Europa
sauber?
13. Bürgerrechte und Innere
Sicherheit: Wie kann Europa beides gewährleisten?
14. Außenpolitik und
Entwicklungspolitik: Wie macht Europa die Welt sicherer und gerechter?
Europa von Generation zu Generation
Sie können Europa besser machen: Wählen Sie uns!
Wir können Europa besser!
Für ein freies und faires Europa
Die europäische Einigung ist ein Erfolgsmodell liberaler Politik. Sie
hat nach dem Zweiten Weltkrieg die Völker Europas miteinander
versöhnt, hat geholfen den Kalten Krieg zu beenden und die deutsche
Einheit ermöglicht. Freiheit war die Grundlage dieses Erfolges.
Individuelle Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, soziale
Marktwirtschaft und freier Handel sind die Fundamente des europäischen
Hauses. Die Bürger der Europäischen Union leben heute in einer
modernen, weltoffenen Gesellschaft. Leistungsorien-tierung, hohe
Bildungsstandards und offene Märkte haben den wirtschaftlichen Erfolg
ermöglicht. Soziale Absicherung, Chancengerechtig-keit und Toleranz
ermöglichen eine breite Teilhabe der Bürger an diesem Wohlstand.
Heute steht die EU vor neuen Herausforderungen.
Acht Länder Mittel- und Osteuropas werden am 1. Mai 2004
Mitglieder der Europäischen Union. Damit sind die Grundlagen für ein
Zusammenwachsen ganz Europas gelegt. Genau wie zwischen den
Alt-Mitgliedern wird dieser Prozess mit den neuen Mitgliedern Zeit
brauchen und immer wieder neuer Initiativen bedürfen. Die FDP hat die
Osterweiterung immer aktiv vorangetrieben. Sie wird sich jetzt dafür
einsetzen, dass zusammenwächst, was zusammen gehört.
Der Europäische Binnenmarkt muss vollendet werden. Er
ist der größte Wirtschaftsraum weltweit und Grundlage für unseren
Wohlstand und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die FDP wird sich im
Europäischen Parlament dafür einsetzen, dass Freiheit für Arbeitnehmer
und Unternehmer, Wettbewerb und soziale Marktwirtschaft weiter
ausgebaut werden.
Zu diesem Binnenmarkt gehört eine stabile, einheitliche
Währung. Die Verschuldung insbesondere in den großen
Mitgliedstaaten muss abgebaut, die Inflation niedrig gehalten werden.
Das ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der EU. Die FDP
wird sich im Europäischen Parlament für die strikte Einhaltung der
Verschuldungs- und Inflationskriterien und des Stabilitätspaktes, also
der Maastricht-Kriterien, einsetzen.
Die Europäische Union muss ihre wirtschaftliche
Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld immer wieder neu
erobern. Im Zuge der Globalisierung stehen wir unter starkem Druck von
dynamischen Ländern in Asien und Amerika, tragen aber auch
Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern. Die FDP setzt auf
Marktwirtschaft, freien Handel und die weltweite Durchsetzung von
Rechtsstaatlichkeit und Demokratie als Grundlage für den
wirtschaftlichen Erfolg aller Völker.
Unsere Stärke im globalen Wettbewerb liegt im hohen
Bildungsniveau der Bürger und technologischen
Know-how der Unternehmen. Diesen Vorsprung müssen wir
ausbauen. Dazu muss sich die EU von der Subventionierung überkommener
Wirtschaftszweige verabschieden. Als Liberale werden wir uns im
Europäischen Parlament dafür einsetzen, dass finanzielle Mittel
umgeschichtet werden und stärker in Forschung und Entwicklung
investiert werden. Auch hier gilt das Subsidiaritätsprinzip: Der
europäische Haushalt soll nur dann fördern, wenn nationale Maßnahmen
das Förderungsziel nicht erreichen können. Bildung
bleibt nationale Aufgabe. Abschlüsse müssen aber europaweit
vergleichbar sein. Schüler und Studenten sollen die Chance haben,
einen Teil ihrer Ausbildung in anderen europäischen Ländern zu
absolvieren. Die FDP wird sich im Europäischen Parlament für eine
bessere Vergleichbarkeit von Abschlüssen und mehr
Austauschmöglichkeiten zwischen Schulen und Universitäten einsetzen.
Nur eine einige europäische Stimme wird in der Welt auf die Dauer
Gehör finden. Die Liberalen setzen sich schon lange für eine
gemeinsame Außenpolitik ein, hier hat die EU aber auch noch
ein gutes Stück Weg vor sich. Wir setzen uns für einen gemeinsamen
EU-Sitz im Sicherheitsrat der UN und für die Schaffung einheitlicher
europäischer Streitkräfte unter gemeinsamem Oberbefehl ein. Beides
wird nur langfristig zu erreichen sein und setzt eine gemeinsame
Außen- und Sicherheitspolitik voraus.
Politische Entscheidungen müssen so nah wie möglich beim Bürger
gefällt werden. Dass heißt, dass in Brüssel nur solche Entscheidungen
getroffen werden dürfen, die für das bessere Funktionieren der
Gemeinschaft notwendig sind. Alle anderen Entscheidungen sollen in den
Ländern, Regionen und Gemeinden gefällt werden. Wie bereits schon in
dem Entwurf über einen Europäischen Verfassungsvertrag vorgeschlagen,
setzt sich die FDP für eine stärkere Rolle der nationalen Parlamente
bei der Kontrolle über die Zuständigkeiten zwischen EU und
Mitgliedsländern ein.
Wir Liberale haben die Vision eines Europas der Bürger. Politik muss
von unten nach oben organisiert werden: erst der Bürger, dann die
Gemeinde, dann das Land, dann der Bund, dann Europa. Wir wollen ein
Europa, das seine Kraft aus der Beschränkung auf das Wesentliche
schöpft. Wir Liberale wollen eine starke EU, die eine aktive Rolle zur
Sicherung von Frieden, Freiheit und Wohlstand in der Welt leistet.
Die EU bringt Deutschland viele Vorteile. Allerdings ist es auch
Aufgabe der FDP, Ansprechpartner für berechtigte Kritik der Bürger an
Europa zu sein. Wir möchten uns dafür einsetzen, dass deutsche
Interessen besser in Europa vertreten werden. Wir wollen nicht nur ein
gemeinsames Europa, wir wollen vor allem ein besseres Europa – besser
im Sinne der Freiheit. Wir können Europa besser, weil wir die
zentralen Fragen der Bürgerinnen und Bürger beantworten.
Als die liberale Partei im größten Mitgliedstaat der EU wird
die FDP in Europa gebraucht, damit die Freiheit in Europa einen
unverbrüchlich hohen Stellenwert erhält. Die FDP wird die liberale
Fraktion im Europäischen Parlament verstärken. Gemeinsam mit unseren
liberalen Kollegen aus der gesamten EU werden wir uns einsetzen für
ein friedliches und freies Europa der Bürger, ein liberales Europa,
das im Interesse der Menschen arbeitet und einen Platz im Herzen der
Bürger findet. Wir wollen ein freies und faires Europa.

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